Ein Kind

Ein Kind ist ein Roman des österreichischen Autors Thomas Bernhard mit stark autobiographischen Zügen aus dem Jahr 1982. In diesem verarbeitete er seine Kindheitserlebnisse.

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Inhalt

Der Erzähler, ein Kind, berichtet von den seelischen und körperlichen Misshandlungen durch seine Umgebung vor und während des Zweiten Weltkrieges. Als dieses Kind im Alter von acht Jahren eine Verwandte in Salzburg mit dem Rad besuchen möchte, misslingt ihm dies, wie so vieles in seinem Leben. Der einzige Lichtblick im Leben dieses Kindes sind die Besuche bei seinem Großvater, den es vergöttert und das auch von seinem Großvater sehr geschätzt wird. So hält dieser die schlechten schulischen Leistungen seines Enkels für ein Armutszeugnis der Lehrer, die die Jugend seiner Meinung nach verschandelten und ruinierten. Durch oftmaliges Umziehen und dem ständigen Wechsel zwischen ländlicher Idylle und Freiheit einerseits und der als beklemmend empfundenen Großstadt andererseits verwirrt, zieht das Kind, bedingt durch die schwierige wirtschaftliche Situation seiner Eltern, schließlich mit jenen nach Traunstein in Bayern, wo es aber auch nur Probleme hat, da es sich nicht an den Rest der Klasse anpassen kann und deshalb verspottet wird. Aufgrund seiner schulischen Probleme und seinem Ungehorsam, wird das Kind im Jahr 1942 in ein Erziehungslager der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) geschickt, in dem es nur gequält und erniedrigt wird, vor allem, weil es Bettnässer ist. Allerdings freundet es sich schnell mit einem anderen, ähnlich verstoßenen Kind an. Der Roman endet damit, dass der Erzähler, der in diesem Fall wahrscheinlich mit dem Autor gleichzusetzen ist, sein ehemaliges Erziehungsheim aufsucht und dort erfährt, dass dort alles noch immer so ist, wie es auch schon zu seiner Zeit war.

Thematik

In diesem Werk verarbeitet Thomas Bernhard seine Erlebnisse während der ersten 13 Jahre seines Lebens, die für ihn sehr turbulent und richtungsweisend waren. Er war einerseits voller Bewunderung für seinen Großvater, einen eigentlich recht erfolglosen Schriftsteller, der weder arbeitete noch sonst irgendwie Geld verdiente. Andererseits liebte er auch seine Mutter, obwohl sie ihn sehr schlecht behandelte, weil er wusste, dass sie nicht auf ihn, sondern seinen Vater böse war. Dieser Roman zeigt auch, wie richtungsweisend die Kindheit eines Menschen für dessen weiteres Leben ist, und wie sich Misshandlungen auswirken können.

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