Ermelinde Wertl

Ermelinde Wertl - auch Linde Wertl - (* um 1933[1][2] in Guggenbach (Ortsteil von Übelbach, Österreich); † Juli 2004 in Wien) war eine österreichische Tischtennisspielerin. Sie gewann in den 1950er Jahren viermal Silber bei Weltmeisterschaften.

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Werdegang

Wertl wurde im Tischtennisverein Guggenbach von Josef Fähnrich, dem damaligen Vizepräsidenten des Tischtennisverbandes Steiermark, entdeckt und gefördert. Bei diesem Verein blieb sie bis 1951,[3] danach ging sie nach Wien. 1950 gewann sie erstmals die österreichische Meisterschaft. Anfang 1951 gab sie ihr Debüt in der Nationalmannschaft. Im Länderkampf gegen Deutschland besiegte sie Hilde Bussmann. Ab 1951 wurde sie von dem Jugoslawen Tibor Harangozo betreut.

Von 1950 bis 1955 wurde Wertl für alle sechs Weltmeisterschaften nominiert. Bei der WM 1951 gewann sie Silber mit der Mannschaft und im Mixed. Weitere Silbermedaillen holte sie 1953 mit dem Team Österreichs und 1955 im Einzel. Insgesamt bestritt Wertl 35 Länderspiele, wobei sie 34 Spiele gewann und 10 verlor.[4]

In der ITTF-Weltrangliste belegte sie 1954 Platz drei,[5] in der nationalen österreichischen Rangliste wurde sie 1957/58 auf Platz eins geführt.[6] 1957 kündigte sie das Ende ihrer aktiven Laufbahn an,[7] Mitte 1958 feierte sie aber ein Comeback, als sie ein Turnier in Leningrad und die Meisterschaft von Österreich gewann.[8] In den frühen 1980er Jahren versuchte sie noch ein Comeback beim Wiener SV Sozialministerium[9], ihre Spielstärke hatte aber deutlich nachgelassen.

Privat

Nach ihrem Umzug nach Wien 1951 kam Wertl bei dem in österreichischen Tischtenniskreisen bekannten Ehepaar Anita und Heinrich Nitschmann unter. Sie arbeitete als Sekretärin bei der Semperit AG. Anfang August 1954 heiratete sie einen Mediziner[10] und trat danach unter dem Namen Wertl-Rumpler auf. 1957 wurde ein Sohn namens Herbert geboren.[7]

2004 verstarb Wertl in Wien, ihre Leiche wurde eingeäschert.

Ihre Pokale und Medaillen wurden in das Wiener "Tischtennis-Center", die älteste Tischtennishalle Europas, gebracht (früher Heitzmann- bzw. Trude Pritzi-Halle).

Erfolge

  • Weltmeisterschaften
    • 1950: Platz 7 mit der Mannschaft
    • 1951: Viertelfinale im Einzel und Doppel, Silber im Mixed (mit Vilim Harangozo, Jugoslawien), Silber mit der Mannschaft
    • 1952: Halbfinale im Einzel und Doppel (mit Helen Elliot, Schottland), Viertelfinale im Mixed, Platz 4 mit der Mannschaft
    • 1953: Viertelfinale im Einzel, Halbfinale im Doppel (mit Kathleen Thompson-Best, England), Silber im Mixed (mit Žarko Dolinar, Jugoslawien), Platz 3 mit der Mannschaft
    • 1954: Halbfinale im Mixed (mit Žarko Dolinar, Jugoslawien), Platz 4 mit der Mannschaft
    • 1955: Silber im Einzel, Viertelfinale im Doppel, Platz 4 mit der Mannschaft
  • Internationale Meisterschaften
    • 1951 Belgien: Sieg im Einzel
    • 1952 England: Sieg im Einzel
    • 1953/54 Jugoslawien: Sieg im Einzel
    • 1953/54 Österreich: Sieg im Einzel
    • 1953/54 England: Sieg im Einzel
    • 1953/54 Frankreich: Sieg im Einzel
    • 1953/54 Belgien: Sieg im Einzel
    • 1943/54 Deutschland: Platz 2 im Einzel und im Doppel (mit Trude Pritzi
  • Siege bei den Nationalen Meisterschaften von Österreich
    • 1949: Doppel mit Gertrude Wutzl
    • 1950: Einzel, Doppel mit Gertrude Wutzl
    • 1951: Doppel mit Gertrude Wutzl
    • 1952: Doppel mit Gertrude Wutzl
    • 1953: Doppel mit Gertrude Wutzl
    • 1954: Einzel
    • 1956: Einzel, Doppel mit Gertrude Hübl, Mixed mit Heribert Just
    • 1958: Einzel, Doppel mit Stoiber
    • 1961: Doppel mit Hildegard Wunsch
    • 1962: Mixed mit W. Zezula

Ergebnisse aus der ITTF-Datenbank

[11]

Verband Veranstaltung Jahr Ort Land Einzel Doppel Mixed Team
AUT  Weltmeisterschaft  1955  Utrecht  NED   Silber  Viertelfinale  letzte 16 
AUT  Weltmeisterschaft  1954  Wembley  ENG   letzte 16  letzte 64  Halbfinale 
AUT  Weltmeisterschaft  1953  Bukarest  ROU   Viertelfinale  Halbfinale  Silber  3
AUT  Weltmeisterschaft  1952  Bombay  IND   Halbfinale  Halbfinale  Viertelfinale 
AUT  Weltmeisterschaft  1951  Wien  AUT   Viertelfinale  Viertelfinale  Silber  2
AUT  Weltmeisterschaft  1950  Budapest  HUN   letzte 64  letzte 16  letzte 32 

Quellen

  • Axel Hohler: Linde Wertls Weg von Guggenbach in die Welt, Zeitschrift DTS, 1954/6 S.3-4
  • In memoriam TT-Vizeweltmeisterin Linde Wertl, Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[4] [5] Vorlage:Toter Link/www.uebelbach.gv.at[6]

Einzelnachweise

  1. ... ist im Juli 2004 im 71. Lebensjahr verstorben. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.uebelbach.gv.at[3]
  2. Geschichte des TTC-Übelbach: 1951 wurde Linde Wertl mit 16 Jahren jüngste Tischtennis Staatsmeisterin (abgerufen am 20. Juni 2012)
  3. Zeitschrift DTS, 1951/19 S.3
  4. Zeitschrift Tischtennis-Schau 1971/3 S.17 Online (abgerufen am 18. Mai 2012)
  5. Zeitschrift DTS, 1954/19 S.1
  6. Österreichische Tischtennis-Schau 1966/02 (abgerufen am 7. März 2011)
  7. a b Zeitschrift DTS, 1957/22 S.1
  8. Zeitschrift DTS, 1958/12 S.2
  9. PDF bei ttchke.home.pages.at
  10. Zeitschrift DTS, 1954/16 S.3
  11. Ermelinde Wertl Ergebnisse aus der ITTF-Datenbank auf ittf.com (abgerufen am 17. September 2011)