Erna Musik

Erna Musik (* 17. April 1921[1] in Wien; † 8. März 2009 ebenda)[2] war eine österreichische Sozialdemokratin und Holocaust-Überlebende.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Als sogenannte Halbjüdin in Wien engagierte sich Erna Musik im österreichischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Nach ihrer Festnahme durch die Gestapo wurde sie in die Konzentrationslager von Auschwitz und Ravensbrück deportiert, wo sie Lagerkameradin von Rosa Jochmann war.

Nachdem sie die Lagerjahre überleben konnte, kehrte sie im Jahre 1945 nach Wien zurück und unterstützte den Wiederaufbau der Sozialistischen Jugend und der SPÖ in Wien-Brigittenau.

Durch Restitution erhielt sie die durch die Nazis „arisierte“, elterliche Stickerei und Haushaltstextilerzeugung zurück, wurde Unternehmerin und engagierte sich im Freien Wirtschaftsverband. Aus dieser Position wurde Musik als erste Sozialdemokratin Fachgruppenvorsteherin in der Wirtschaftskammer. In Anerkennung ihrer Tätigkeit wurde ihr der Titel Kommerzialrat verliehen.

Seit der Nachkriegszeit war sie als Zeitzeugin der Konzentrationslager gefragte Ansprechpartnerin für Jugendliche. Im österreichischen Sozialministerium vertrat sie in der Opferfürsorgekommission die Interessen der Verfolgten des Naziregimes.

Erna Musik wurde am Stammersdorfer Zentralfriedhof in Wien bestattet.

Ehrungen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Brigitte Bailer-Galanda: Jüdische Schicksale: Berichte von Verfolgten, 1992, S. 253
  2. Die Presse: Widerstandskämpferin Erna Musik verstorben, 11. März 2009