Ernesto de Fiori

Ernesto de Fiori als Jurymitglied bei der Miss Germany Wahl in Berlin am 5. März 1927. Die Königin wurde Hildegard Quandt. (Die Jurymitglieder konnten noch nicht zugeordnet werden)[1]

Ernesto de Fiori (* 12. Dezember 1884 in Rom, Italien; † 24. April 1945 in São Paulo, Brasilien), war ein österreichischer[2] Bildhauer, Maler und Zeichner.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Ernesto de Fiori studierte von 1903 bis 1905 Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Gabriel von Hackl. Nach seiner Rückkehr nach Rom im Jahr 1905 übte er seine Malerei und Lithographie, inspiriert vom Werk des deutschen Künstlers Otto Greiner aus. Eine prägende und daher erwähnenswerte jahrelange Freundschaft entstand 1909 in München zu Carl und Thea Sternheim.

In den Jahren von 1911 bis 1914 lebte und arbeitete de Fiori in Paris und verkehrte im Kreis der dort lebenden Schweizer und deutschen Künstler und Intellektuellen. Er traf sich regelmäßig im Café du Dôme mit Hermann Haller, Karl Hofer, Wilhelm Lehmbruck, Heinrich Ehmsen und anderen Künstlern. Hier entstanden auch seine ersten plastischen Arbeiten.

Während des Ersten Weltkriegs wurde er der Spionage für Deutschland verdächtigt und 1915 in Frankreich kurzfristig inhaftiert. 1915 kehrte er nach Deutschland zurück, nahm die deutsche Staatsangehörigkeit an und war bis 1917 Soldat.

De Fiori zog im Jahr 1917 nach Zürich und lebte dort bis 1921. Während seiner Zeit in der Schweiz setzte er sich mit dem Dadaismus auseinander. Im Jahr 1921 zog er nach Berlin, hier wurde seine Kunst von der Neuen Sachlichkeit inspiriert; er schloss sich dort der „Freien Secession“ an. Er betätigte sich als Feuilletonschreiber für Tageszeitungen. Künstlerisch hatte er Verbindungen nach Italien zum „Novecento“.

Im Jahr 1936 reiste er aus familiären Gründen nach Brasilien und ließ sich in São Paulo nieder, wo er Artikel für italienische und deutsche Emigranten-Zeitschriften schrieb. Im Jahr 1938 realisierte er eine Reihe von Plastiken, die er teilweise im öffentlichen Auftrag erstellte. In Brasilien malte er in erster Linie und schuf nur noch wenige Plastiken (vor allem Porträts), teilweise wiederholte er alte Motive. Er lebte und arbeitete in São Paulo bis zu seinem Tod am 24. April 1945.

Seine Werke sind international bekannt; sie wurden zum Beispiel postum auf der documenta 1 im Jahr 1955 in Kassel gezeigt.

Literatur

Beatrice Vierneisel: Ernesto de Fiori. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1992, ISBN 3-496-01091-6 Ernesto de Fiori. Uma Retrospectiva: pintura, desenho e escultura. Curadoria Mayra Laudanna. Sao Paulo: Pinacoteca do Estado 1997

Quellen

  1. Einzelheiten zu dem Bild siehe Hildegard Quandt
  2. Nach seiner Biographin Beatrice Vierneisel war Ernesto de Fiori trotz des italienisch klingenden Namens österreichischer Abstammung.

Weblinks