Ernst Durig

Ernst Durig (* 29. Juni 1870 in Innsbruck; † 4. März 1965 ebenda) war ein österreichischer Jurist und Präsident des Verfassungsgerichtshofes.

Durig studierte an der Universität Innsbruck Rechtswissenschaften und promovierte zum Dr. jur. Nach Jahren der Gerichtspraxis wurde er in das k.k. Ministerium der Justiz in Wien berufen und stieg dort zum Ministerialrat sowie zum Sektionschef, dem höchsten Beamtenrang, auf.

1930 wurde Durig zum Präsidenten des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) berufen. 1933 veranlasste die nach der Ausschaltung des Nationalrates diktatorisch regierende Bundesregierung Dollfuß alle konservativen Richter zum Rücktritt. Sie unternahm auch nichts zur Nachbesetzung der vakanten Stellen, so dass der VfGH nicht mehr beschlussfähig war.

1934 schuf die Diktatur durch Zusammenlegung von VfGH und Verwaltungsgerichtshof den Bundesgerichtshof (Österreich) und ernannte Durig zu dessen Präsidenten. Mit dem „Anschluss“ Österreichs an NS-Deutschland wurde seine Funktion obsolet.

Bei der Wiedererrichtung des VfGH in der Zweiten Republik wurde Durig, wie bis 1934, wieder dessen Präsident und wurde 1946 vom bisherigen VfGH-Vizepräsidenten Ludwig Adamovich senior an der Spitze des Gerichtshofes abgelöst.

Ernst Durig engagierte sich in dieser Zeit intensiv im Trägerverein des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum und im Österreichischen Alpenverein. Die Stadt Innsbruck zeichnete ihn mit ihrem Ehrenring aus und benannte die Durigstraße nach ihm.[1]

Einzelnachweise

  1. Amtsblatt der Landeshauptstadt Innsbruck, Nr. 8, August 1966, S. 2