Fahrgastfernsehen

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Fahrgastfernsehen im ÖBB railjet

Die Idee vom Fahrgastfernsehen, also der Informationsbereitstellung über Bildschirme in öffentlichen Verkehrsmitteln oder deren Stationen, wurde 1995 erstmals realisiert und stellte damit ein neues Medium dar.

Seinerzeit wurde durch die Firma Bosch eine Technologie entwickelt, die die Fernsehübertragung in bewegte Fahrzeuge möglich machte. Die Nahverkehrszüge von Saarbrücken nach Frankfurt am Main wurden dabei zuerst mit Fahrgast-TV, gesendet über DAB (Digital Audio Broadcasting), ausgestattet. Gezeigt wurde damals das Programm des Nachrichtensenders N-TV.

Inhaltsverzeichnis

Funktionsweise

Die Idee hinter diesem neuen Medium ist, dass dem Fahrgast quasi nebenbei Informationen, Nachrichten und Unterhaltung zur Verfügung gestellt werden (Infotainmentsystem). Gerade für die Verkehrsbetriebe ist dies ein modernes flexibles Medium, um mit den Fahrgästen kommunizieren zu können (betriebliche Informationen, Eigenwerbung). Teile der Kosten werden durch die Einblendung von Werbebeiträgen refinanziert. Von Beginn an wurde für die Darstellung der Inhalte auf die damals recht neue TFT-Display-Technologie gesetzt. Diese Displays ermöglichen durch ihre flache Bauform, die hohe Auflösung und eine entsprechende Helligkeit den Einsatz in den Fahrzeugen des öffentlichen Nahverkehrs. Von Anfang an wurde auf tonlose Systeme gesetzt, um die Akzeptanz zu erhöhen und Störungen der Fahrgäste zu vermeiden.

Die redaktionellen und werblichen Inhalte sowie die betrieblichen Fahrgastinformationen werden häufig in dezentralen Redaktionen erstellt. Die Daten werden danach auf einem zentralen Server zusammengeführt. Die Verteilung der Daten in die Fahrzeuge erfolgt in der Regel über DMB (gebündeltes DAB) oder WLAN. Der Rechner im Fahrzeug speichert die Inhalte, wertet aktuelle Zeitinformationen sowie die Position des Fahrzeugs aus und bestimmt so, welche Informationen (Nachrichten, Werbung, Fahrgastinformationen) gezeigt werden. Anschließend werden die Signale an die jeweiligen Bildschirme weitergeleitet.

Deutschland

Das erste flächendeckende Netz wurde im Jahr 1998 in Hamburg durch die Firma Infoscreen in Zusammenarbeit mit der Hamburger Hochbahn AG realisiert. Hierbei wurde auf WLAN als Übertragungstechnologie gesetzt. Das erste flächendeckende Netz mit DMB-Versorgung (gebündeltes DAB) wurde zur Expo 2000 in Hannover von der üstra, der X-CITY MARKETING Hannover GmbH und der public broadcast Rundfunkgesellschaft mbH umgesetzt. Die redaktionellen Inhalte für Hamburg und Hannover erstellt hierbei die public broadcast Rundfunkgesellschaft mbH, die auch die stationären Systeme in den U-Bahn-Stationen von Hannover und Stuttgart mit Inhalten versorgt. Die Vermarktung von Werbezeiten in Hannover erfolgt über die X-CITY MARKETING Hannover GmbH in Hamburg über die Ströer Deutsche Städte Medien GmbH.

In Deutschland sind zudem die U-Bahnen von Berlin Berliner Fenster flächendeckend mit Systemen ausgerüstet. In Planung ist die Ausrüstung der U-Bahn-Fahrzeuge in München durch das "Berliner Fenster". Die Unternehmung wird dort "Münchner Fenster" heißen.

Die Trend Network AG (TNAG) aus Potsdam hatte Fahrgastfernsehen für über 100 Straßenbahnen und Busse der LVB in Leipzig sowie in Düsseldorf, Bonn, Plauen, Gera und auch im europäischen Ausland betrieben. Zwischenzeitlich musste die Trend Network AG allerdings Insolvenz anmelden. In Leipzig ist das Unternehmen videowerkstatt.net seit August 2010 Nachfolger und neuer Betreiber.[1] Hier werden u.a. Lokalnachrichten aus dem ebenfalls von videowerkstatt.net betriebenen Lokalfernsehsender info tv leipzig für das Fahrgastfernsehen aufbereitet.

Die ElbTV Film- und Fernsehproduktions GmbH versorgt Dresden. Die Vestische Straßenbahnen GmbH wird in Sachen Fahrgastfernsehen von der Firma Mental-OP betreut und versorgt.

Zudem gibt es etliche kleinere Standorte, die in der Regel auf Systeme in Bussen setzen und lokal vermarktet werden. Als Beispiel ist hier das Systeme in Osnabrück zu nennen. Hier ist die Osnabrücker Zeitung für die Inhalte und die Vermarktung verantwortlich.

Österreich

Logo von Infoscreen
Infoscreen in Innsbruck
Fahrgastfernsehen am Bahnhof Schwarzach-St. Veit

Der Start für stationäre Anlagen war im Frühjahr 1998 in der Wiener U-Bahn-Station Stephansplatz, es folgten weitere Stationen sowie ab November 2000 Bildschirme in den U-Bahn-Zügen, ab 2004 auch in den weiteren Bundesländern. Im Winter 2007/2008 hat INFOSCREEN seine Premiere in Bussen der Wiener Flotte von Dr. Richard gefeiert. Seither wird das Netz sukzessive ausgebaut. In den 65 meist frequentierten Bussen können sich die Fahrgäste sowohl über das Tagesgeschehen als auch über den Liniendienst von Dr. Richard und die Umsteigemöglichkeiten an der nächsten Haltestelle informieren.[2] Das Infoscreen-Netwerk umfasst derzeit 1184 Screens.[3] Das Netz von „Station INFOSCREEN“ in der Österreichischen Bundeshauptstadt umfasst derzeit 44 Großbildflächen mit einer nutzbaren Fläche von jeweils ca. 6 m² in den elf meist frequentierten U-Bahn-Stationen.

Programmstruktur

Das Angebot der Infoscreens in Österreich wird in diverse Rubriken eingeteilt, welche zu einem Programmblock zusammengefasst werden können. Diese Blöcke dauern jeweils 3 Minuten und 30 Sekunden. Nachdem ein Block viermal gezeigt wurde, wird das Programm aktualisiert.[4][5]

  • Internationale Nachrichten
  • Nationale Nachrichten
  • Lokalnachrichten
  • Sportnachrichten
  • Kulturnachrichten
  • Für helle Köpfe
  • Thema des Tages
  • Wetter
  • Kinderprogramm (Bruno etc.)
  • Bild des Tages
  • Zahl des Tages
  • Lifestyle
  • Heute
  • Quiz

Im Jänner 2006 begann man mit der Ausstrahlung der Rubrik „Bruno“ im Rahmen des Kinderprogramms von Infoscreen. Aussehen und Drehbuch stammen von Infoscreen selbst. Zuvor wurde der Charakter von einer realen Person in einem Ganzkörperkostüm dargestellt, 2011 unterzog man ihn einem Relaunch. Seitdem ist Bruno eine Computersimulation auf grauem Hintergrund. Dies bewirkte diverse optische Veränderungen, die Hauptmerkmale versuchte man jedoch beizubehalten. Des Weiteren trat Bruno auch in gezeichneter Form in 2D auf. Bis 2011 sind Bruno-Spots mit regionalem Bezug produziert und gesendet worden. In den Spots zweckentfremdet die übermenschlich große Puppe bekannte Bauwerke. Diese Spots produzierte eine Wiener Medienfirma.[6]

Einzelnachweise

  1. videowerkstatt.de: Fahrgast TV Leipzig (abgerufen am 27. April 2011)
  2. http://www.infoscreen.at/www/standard_scroll.php?id=1398&lng=DE
  3. Infoscreen - Home (Newsticker ganz unten)
  4. infoscreen.at - Das Programm - Das Programmrad
  5. infoscreen.at - Das Programm - Die Rubriken
  6. infoscreen.at - Das Programm - Die Rubriken