Frühmesshaus Bartholomäberg

Heimatmuseum Frühmesshaus

Das Frühmesshaus ist ein Museum in der Gemeinde Bartholomäberg auf Dorf 11.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Für Bartholomäberg wird für die Gründung der ersten römisch-katholischen Pfarre im Montafon das Jahre 1350 angenommen, die Mutterkirche war die Laurentiuskirche in Bludenz. Die Pfarrherren waren durchweg Personen aus dem Ort. Auch die Frühmesser waren zumeist Einheimische, die im Nebenerwerb das kleine Frühmessgut bewirtschafteten, etwas Wiese mit Viehwirtschaft und etwas Wald für Brennholz, um so ein etwas besseres Auskommen zu haben. Ab 1850 wurde von der Kirchenleitung der Einsatz von Einheimischen vermieden.

Das im Jahre 1657 errichtete Frühmesshaus diente den jungen Priestern, die zumeist nur für ein Jahr in der Pfarre eingesetzt wurden, als Unterkunft. Im Montafon war die Bezeichnung Frühmesser im Gebrauch, weil der Frühmesser die zeitlich erste Messfeier las. Die kurze Verweildauer und auch die Nichtbestellung eines Frühmessers bewirkte geringe Veränderungen an der Bausubstanz des Wohnhauses, was mit eine Ursache war, dass das Bundesdenkmalamt dieses einfache ursprüngliche Gebäude ohne spätere Umbauten oder Zubauten unter Denkmalschutz stellte.[1] Im Montafoner Heimatbuch aus 1974 wurde bereits die Priesternot unserer Zeit beklagt, die die Kuratie Innerberg verwaisen ließ und dazu geführt hat, dass im ganzen Dekanat Montafon nur noch der Hauptort Schruns einen Frühmesser hatte, und so bewirkte, dass Frühmesshäuser leerstanden und Frühmessgüter verkauft wurden.[2]

Museum

Das Haus wurde von der Gemeinde Bartholomäberg gekauft und restauriert und wurde am 6. Juni 2009 als 50. Museum in Vorarlberg eröffnet.[3] Zum Kurator wurde Bruno Winkler bestellt.[4]

Ausstellungen

  • 2009: Welche Aussicht! Bergpanorama und Hausgeschichte. Teil einer vierteiligen Ausstellung Mensch & Berg im Verbund mit dem Montafoner Heimatmuseum Schruns, Montafoner Tourismusmuseum Gaschurn und dem Montafoner Bergbaumuseum Silbertal.[5]
  • 2010: Historische Erzählbilder von Zerstörung und Not im Montafon. Teil einer vierteiligen Ausstellung Jahre der Heimsuchung im Verbund mit dem Montafoner Heimatmuseum Schruns, Montafoner Tourismusmuseum Gaschurn und dem Montafoner Bergbaumuseum Silbertal.
  • 2011: "Die Welt des Luzius Hauser - Pfarrer, Hexenfinder, Heiler" Ein Einblick in Seelsorge, Hexenverfolgung, Wunderheilungen und Gegenreformation im Montafon im 17. Jahrhundert. Zwischen 1628 und 1666 wirkte Luzius Hauser als Pfarrer in Bartholomäberg. Bedeutung über sein seelsorgerisches Schaffen hinaus erreichte er als gefragter "Hexenfinder" und "Geistheiler". Das magische Wirken Luzius Hausers und sein Ruf als Heiler reichten weit über Vorarlberg hinaus bis in den Bodenseeraum, nach Tirol und wohl auch bis nach Graubünden. Auch bei Tierkrankheiten wurde er nach seinem Heilwissen gefragt. Als Seelsorger im Zeitalter der Glaubensspaltung hinterließ er den Frühmessern eine umfangreiche Bibliothek theologischer Werke mit der Auflage, seine Ideologien und Thesen weiter anzuwenden und einzusetzen. [6]

Weblinks

 Commons: Frühmesshaus Bartholomäberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bundesdenkmalamt Verordnung des Bundesdenkmalamtes betreffend den Verw. Bezirk Bludenz, Bundesland Vorarlberg, 1. Mai 2007
  2. Religion und Kirche im Montafon, Seiten 457 bis 473, in: Josef Zurkirchen (Redaktion), Stand Montafon (Hrsg.): Montafoner Heimatbuch. 1974.
  3. Vorarlberger Museumführer. Von Alberschwende bis Wolfurt. www.vorarlbergmuseen.at
  4. meznar-media.com Eröffnung Montafoner Sommerausstellungen & Frühmesshaus Bartholomäberg, 18. Juni 2009
  5. Edith Hessenberger, Andreas Rudigier, Peter Strasser, Bruno Winkler, Florian Hitz, Guntram Jussel, Wendelin Tschugmell, Andreas Brugger, Erich Schneider, Michael Kasper: Mensch & Berg im Montafon. Eine faszinierende Welt zwischen Lust und Last. Sonderband 8 zur Montafoner Schriftenreihe, 2009, ISBN 978-3-902225-37-5
  6. Manfred Tschaikner: Luzius Hauser, Pfarrer von Bartholomäberg – ein überregional gefragter Hexenfinder und Heiler, Bludenzer Geschichtsblätter Heft 88 / 2008

47.0930899.906815Koordinaten: 47° 5′ 35″ N, 9° 54′ 25″ O