Friedrich Wilhelm Quirin von Forcade

Friedrich Wilhelm Quirin von Forcade Marquis de Biaix (* 1698 in Berlin; † 23. März 1765 zu Berlin) war königlich-preußischer Generalleutnant.

Er war ein Sohn des Generalleutnants Jean Quirin de Forcade (1663–1729) und dessen Frau Freiin Juliane von Honstedt, Tochter des Generalmajors Leopold von Honstedt.

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Leben

Er trat 1713 in preußische Dienste und zwar bei der Weißen Füsilier-Garde Nr. 1. Am 21. September 1713 zum Fähnrich, am 11. Januar zum Seconde-Lieutenant, am 26. Mai 1719 zum Premier-Lieutenant befördert. Er kam als Hauptmann, am 24. Januar 1721, zu dem Regiment seines Vaters Nr. 23, bei dem er 1732 zum Major, 1740 zum Oberstleutnant, und am 30. Mai 1743 zum Oberst befördert wurde. Im Juni 1743 wurde er Amtshauptmann von Zinna. Im Jahre 1746 erhielt er den Orden Pour le Mérite (dazu eine Rente von 600 Taler und den Titel Domherr von Havelberg), wurde am 4. Dezember 1747 General-Major, mit einem Patent vom 4. Dezember 1743, und im Juli 1748 Chef des Regiments Nr. 23, worauf er am 10. Februar 1757 zum Generalleutnant ernannt wurde.

Außer dem Pommernfeldzug 1715/1716 war Forcade den Schlesischen Kriegen bei und befand sich in den Schlachten bei Mollwitz, Hohenfriedberg, Soor, Prag, Roßbach, Leuthen, Zorndorf, Torgau und Freiberg. Bei Soor wird er durch die Wade geschossen, schwer verletzt bleibt er auf dem Schlachtfeld liegen, man hält ihn für tot. Er hatte sich dort so ausgezeichnet, dass der König selbst ihm den Ruhm zuerkannte, den Sieg des Tages erkämpft zu haben. Bei Zorndorf wurde er ebenfalls verwundet. Die erfolgreiche Belagerung von Breslau im Jahre 1757 kommandierte er als General-Leutnant und erwarb sich hierbei das besondere Lob des Königs, der ihm dafür und für den Sieg bei Leuthen den Schwarzen Adlerorden verlieh.

Im Jahre 1762 befehligte Forcade ein abgesondertes Korps in Sachsen, unter dem Prinzen Heinrich. 1763 bekam er vom König ein Geschenk von 8000 Talern.

Einen Beweis, wie sehr er von dem König Friedrich II. geschätzt wurde, liefert uns die Geschichte des Jahres 1746. Bei einer in diesem Jahre auf dem Schloss zu Berlin abgehaltenen Cour war auch der Oberst von Forcade zugegen, und als derselbe dem Könige hier für die wiederholte Gnade persönlich danken wollte und wegen seines verwundeten Fußes sich ans Fenster anlehnen musste, brachte der Monarch ihm selbst einen Stuhl, huldvoll sprechend: „Mein lieber Obrister von Forcade, ein so braver und würdiger Mann, als Er ist, verdient sehr wohl, daß auch der König selbst ihm einen Stuhl bringt.“

Für sein Wirken wurde er 1851 auf den Ehrentafeln am Reiterstandbild Friedrichs des Großen verewigt.

Familie

Seine Frau war Maria Montaulieu de St.Hippolyte (1709–1767). Er hatte mit ihr 23 Kinder. Von denen überlebten ihn 11. Seine Tochter Elisabeth Henriette Marie (* 21. Dezember 1735; † 24. September 1774) war mit dem Generalleutnant Philipp Leberecht Friedrich von Lattorff (1733–1808) verheiratet. Albertine Wilhelmine (* 1748; † 12. August 1777) mit Gotlieb Joachim Hindenberg (1736–1803),[1] Louise Susanne (* 1734) war mit Karl Bernhard von Pritwitz und Gaffron (* 29. März 1735; † 1786) verheiratet.[2]

Er liegt auf dem Garnisonfriedhof in Berlin begraben.

Einzelnachweise

  1. Werner von Kieckebusch: Chronik des Klosters zum Heiligengrab, S. 202, (Digitalisat)
  2. Robert von Prittwitz. Das von Prittwitz’sche Adelsgeschlecht, S. 202 (Digitalisat)

Literatur