Friedrich Wilhelm von Götzen der Ältere

Freiherr Friedrich Wilhelm von Götzen der Ältere (* 20. Mai 1734 in Grünthal in der Mark Brandenburg; † 15. März 1794 in Glatz) war Generaladjutant Friedrichs des Großen sowie Gouverneur der Grafschaft Glatz.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Friedrich Wilhelm von Götzen d. Ä. entstammte der damals noch in der Mark Brandenburg ansässigen protestantischen Linie derer von Götzen. Im Alter von 16 Jahren trat er in das Bataillon Garde ein. Nachdem er sich bei der Schlacht von Leuthen ausgezeichnet hatte, ernannte ihn der König zum Flügeladjutanten. 1762 erhielt er den Orden pour le mérite.

Nachdem 1771 die katholische schlesische Linie der Grafen von Götzen in männlicher Linie mit Johann Joseph (Leonhard) von Götzen ausgestorben und die Grafschaft Glatz nach dem Hubertusburger Frieden 1763 an Preußen gefallen war, fielen die Lehnsgüter Scharfeneck Rudelsdorf, Nieder-Walditz und ein Anteil von Tuntschendorf als erledigtes Lehen an König Friedrich den Großen zurück. Er schenkte sie seinem Generaladjutanten Friedrich Wilhelm von Götzen d. Ä. aus der evangelischen Linie, der seinen König in der Schlacht bei Kunersdorf vor der Gefangenschaft gerettet haben soll. Zudem ernannte er ihn zum Gouverneur der Grafschaft Glatz.

Durch die Verheiratung seiner Töchter mit den Grafen Stillfried und Magnis trat er in nahe Beziehung zu dem in der Grafschaft ansässigen Adel.

Familie

Friedrich Wilhelm von Götzen d. Ä. war in erster Ehe mit Louise von Hollwede, verwitwete Gräfin von Mellin (1729–1783) verheiratet. Dieser Ehe entstammten die Kinder:

  • Louise (1763–1848) – vermählte sich 1785 mit dem katholischen Reichsgrafen und Begründer der Eckersdorfer Linie der Reichsgrafen von Magnis, Anton Alexander von Magnis
  • Elisabeth (1765–1802) – heiratete 1789 den Grafen Johann Joseph II. von Stillfried-Rattonitz (1762–1805) auf Neurode
  • Friedrich Wilhelm d. J. (1767–1820), Generalleutnant und Gouverneur von Schlesien
  • Adolf Sigismund († 29. November 1847), unverheiratet, Leutnant im Dragoner-Regiment von Katte, Landschaftsdirektor. Erbte nach dem Tod des Vaters die Herrschaft Scharfeneck; erwarb 1818 zusammen mit seinem Bruder Friedrich Wilhelm die Herrschaft Tscherbeney
  • Auguste († 1813 in Breslau), unverheiratet

Nach Louises Tod vermählte sich Friedrich Wilhelm von Götzen d. Ä. in zweiter Ehe mit Gräfin Friederike von Reichenbach-Goschütz (1759–1841). Dieser Ehe entstammten die Kinder:

  • Wilhelmine (* 16. August 1789) – heiratete den kaiserlichen Geheimen Rat und Feldmarschallleutnant August Pecaduc, Freiherr von Herzogenberg
  • Curt (Friedrich Wilhelm Gottlieb Heinrich) von Götzen (* 17. Juli 1791; † 5. Februar 1863 in Görlitz), Stammvater der nachfolgenden preußischen Linie

Friedrich Wilhelm, Adolf Sigismund und Curt von Götzen wurden kurz nach dem Tod ihres Vaters 1794 durch Friedrich Wilhelm II. in den erblichen Grafenstand erhoben.

Ehrung

Bis zur Schändung des Denkmals durch die Polen nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in Glatz ein Denkmal für von Götzen. Das Denkmal, mit Unterbau, Sockel und Obelisk, zeigte an seiner Vorderseite ein Reliefbildnis des Generals. Ein auffliegender Adler auf dem Unterbau verdeutlichte den Bezug zu Preußen.

Literatur

  • Richard Plümicke: Der Großgrundbesitz des letzten Reichsgrafen von Götzen aus der schlesischen Linie und seine Erben im Jahre 1771. In: Glatzer Heimatblätter 1942, Heft 2, S. 49–54
  • Hugo von Wiese und Kaiserswaldau: Friedrich Wilhelm Graf von Götzen – Schlesiens Held in der Franzosenzeit 1806 bis 1807. Berlin 1902, S. 1–2