Günther Wassilowsky

Günther Wassilowsky (* 1968 in Hechingen) ist ein römisch-katholischer Theologe.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Wassilowsky studierte Theologie, Geschichte und Germanistik an der Universität Freiburg und an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Er promovierte 2001 mit einer Arbeit über den Beitrag Karl Rahners zum Zweiten Vatikanischen Konzil beim Dogmatiker Peter Walter. Von 2001 bis 2003 war er Studienleiter im Erbacher Hof in Mainz. Nach einer Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Münsteraner Sonderforschungsbereich „Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme“ habilitierte er sich 2007 bei Hubert Wolf. Seit 2008 hat er eine Professur für Kirchengeschichte an der Katholisch-Theologischen Universität Linz inne.[1]

Schwerpunkte seines Wirkens

Der Kirchenhistoriker widmet seine Arbeit besonders dem II. Vatikanischen Konzil. Im Rahmen einer Hermeneutik des Konzils schließt er sich maßgeblich Giuseppe Alberigo an, der den Begriff des Konzils als „Ereignis“ geprägt hat. Dem gemäß ist es zum Verständnis des II. Vatikanums notwendig, nicht nur die verabschiedeten Konzilsdokumente zur Kenntnis zu nehmen, sondern das gesamte Ereignis vor den Endtexten zu rekonstruieren und für die Interpretation heranzuziehen. Wassilowsky erweitert den Ansatz Alberigos, indem er auch alle symbolischen Kommunikationen des II. Vatikanums mit einbezieht und vom Konzil als einem 'Symbolereignis' spricht. [2]

Wassilowky verfolgt bei seiner kirchenhistorischen Forschung besonders einen kulturwissenschaftlichen Ansatz: Dieser lässt sich von der Frage leiten, wie „Menschen in den verschiedenen Epochen der Kirchengeschichte ihre religiösen Deutungen von Gott und Welt in Zeichenhandlungen zum Ausdruck brachten“.[3]

Schriften

Monographien

  • Universales Heilssakrament Kirche. Karl Rahners Beitrag zur Ekklesiologie des II. Vatikanums (= Innsbrucker Theologische Studien. 59). Innsbruck 2001.
  • Die Konklavereform Gregors XV. (1621/22). Wertekonflikte, symbolische Inszenierung und Verfahrenswandel im posttridentinischen Papsttum (= Päpste und Papsttum. Band 38). Stuttgart 2010.

Herausgeberschaften

  • Zweites Vatikanum – Vergessene Anstöße, gegenwärtige Fortschreibungen (= Quaestiones Disputatae. Band 207). Freiburg 2004.
  • mit Hubert Wolf: Werte und Symbole im frühneuzeitlichen Rom (= Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme. Schriftenreihe des Sonderforschungsbereiches 496. Bamd 11). Münster 2005.
  • mit Giuseppe Alberigo: Geschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils (1959–1965). Band IV: Die Kirche als Gemeinschaft. Dritte Sitzungsperiode und Intersessio (September 1964 – September 1965). Ostfildern, Leuven 2006.
  • mit Giuseppe Alberigo: Geschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils (1959–1965). Band V: Konzil des Übergangs. Vierte Sitzungsperiode und Abschluss des Konzils (September – Dezember 1965). Ostfildern, Leuven 2008.
  • mit Christoph Dartmann, Thomas Weller: Technik und Symbolik vormoderner Wahlverfahren (= Historische Zeitschrift. Beihefte. Band 52). München 2010.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Christ in der Gegenwart. Nr. 41/2012, S. 456.
  2. G. Wassilowsky: Das II. Vatikanum – Kontinuität oder Diskontinuität? In: Internationale Katholische Zeitschrift Communio. 34. Auflage. 2005, S. 630–640.
  3. Christ in der Gegenwart. Nr. 41/2012, S. 456.