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vom 29.01.2017, aktuelle Version,

Günther Wassilowsky

Günther Wassilowsky (* 29. März 1968 in Hechingen) ist ein römisch-katholischer Theologe.

Leben

Wassilowsky studierte von 1990 bis 1996 Theologie, Geschichte und Germanistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. 1996 schloss er sein Studium mit einem Diplom in Katholischer Theologie ab. Von 1997 bis 1999 war er als Religionslehrer am Gymnasium am Romäusring in Villingen und am Kepler-Gymnasium in Freiburg tätig. Er wurde 2001 mit einer Arbeit über den Beitrag Karl Rahners zum Zweiten Vatikanischen Konzil beim Dogmatiker Peter Walter zum Dr. theol. promoviert. Er war von 1993 bis 2000 Stipendiat in der Grund- und Promotionsförderung der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk.

Von 2001 bis 2003 war er Studienleiter im Erbacher Hof, der Akademie des Bistums Mainz. Von 2004 bis 2007 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Münsteraner Sonderforschungsbereich „Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme“ und Leiter des Teilprojektes „Päpstliches Zeremoniell in der Frühen Neuzeit“. 2007 habilitierte er sich an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster bei Hubert Wolf. Er erhielt die Venia legendi für das Fach Mittlere und Neuere Kirchengeschichte und war 2007/08 Akademischer Oberrat an der Katholisch-Theologischen Fakultät Münster.

Von 2008 bis 2014 hatte er eine Professur für Kirchengeschichte an der Katholisch-Theologischen Universität Linz inne.[1] 2014 wechselte er an die Katholisch-Theologische Fakultät der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck.

Wirken

Das Hauptlehr- und Forschungsgebiet von Wassilowsky ist das II. Vatikanische Konzil. Im Rahmen einer Hermeneutik des Konzils schließt er sich maßgeblich Giuseppe Alberigo an, der den Begriff des Konzils als „Ereignis“ geprägt hat. Dem gemäß ist es zum Verständnis des II. Vatikanums notwendig, nicht nur die verabschiedeten Konzilsdokumente zur Kenntnis zu nehmen, sondern das gesamte Ereignis vor den Endtexten zu rekonstruieren und für die Interpretation heranzuziehen. Wassilowsky hat diesen Ansatz erweitert, indem er auch alle symbolischen Kommunikationen des II. Vatikanums mit einbezieht. Er nennt das Konzil ein 'Symbolereignis'.[2]

Wassilowky verfolgt bei seiner kirchenhistorischen Forschung besonders einen kulturwissenschaftlichen Ansatz: Dieser lässt sich von der Frage leiten, wie „Menschen in den verschiedenen Epochen der Kirchengeschichte ihre religiösen Deutungen von Gott und Welt in Zeichenhandlungen zum Ausdruck brachten“.[3]

Er ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates des Deutschen Historischen Institutes in Rom sowie seit Juni 2010 Mitglied des Beirates der „Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft“. Seit 2011 ist er im Vorstand der „Gesellschaft zur Herausgabe des Corpus Catholicorum“[4].

Auszeichnungen

Schriften

Monographien

  • Universales Heilssakrament Kirche. Karl Rahners Beitrag zur Ekklesiologie des II. Vatikanums (= Innsbrucker Theologische Studien. 59). Innsbruck 2001.
  • Die Konklavereform Gregors XV. (1621/22). Wertekonflikte, symbolische Inszenierung und Verfahrenswandel im posttridentinischen Papsttum (= Päpste und Papsttum. Band 38). Stuttgart 2010.

Herausgeberschaften

  • Zweites Vatikanum – Vergessene Anstöße, gegenwärtige Fortschreibungen (= Quaestiones Disputatae. Band 207). Freiburg 2004.
  • mit Hubert Wolf: Werte und Symbole im frühneuzeitlichen Rom (= Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme. Schriftenreihe des Sonderforschungsbereiches 496. Band 11). Münster 2005.
  • mit Giuseppe Alberigo: Geschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils (1959–1965). Band IV: Die Kirche als Gemeinschaft. Dritte Sitzungsperiode und Intersessio (September 1964 – September 1965). Ostfildern, Leuven 2006.
  • mit Giuseppe Alberigo: Geschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils (1959–1965). Band V: Konzil des Übergangs. Vierte Sitzungsperiode und Abschluss des Konzils (September – Dezember 1965). Ostfildern, Leuven 2008.
  • mit Christoph Dartmann, Thomas Weller: Technik und Symbolik vormoderner Wahlverfahren (= Historische Zeitschrift. Beihefte. Band 52). München 2010.

Einzelnachweise

  1. Christ in der Gegenwart. Nr. 41/2012, S. 456.
  2. G. Wassilowsky: Das II. Vatikanum – Kontinuität oder Diskontinuität? In: Internationale Katholische Zeitschrift Communio. 2005 (34. Jahrgang) / Heft 6, S. 630–640 (communio.de).
  3. Christ in der Gegenwart. Nr. 41/2012, S. 456.
  4. www.corpus-catholicorum.de (gesichtet 29. Januar 2017)
  5. http://www.karl-rahner-archiv.de/index.php?id=81&rubrik=17