Gaisbergbahn

Salzburg-Parsch–Gaisbergspitze
Streckenlänge: 5,3 km
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Zahnstangensystem: System Riggenbach
   
0,0 Salzburg-Parsch 429 m ü. A.
   
2,4 Judenbergalpe 735 m ü. A.
   
3,7 Zistelalm 996 m ü. A.
   
5,3 Gaisbergspitze 1275 m ü. A.

Die Gaisbergbahn war eine für den öffentlichen Personenverkehr bestimmte Zahnradbahn in Salzburg.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Bergbahn verlief vom Bahnhof Salzburg-Parsch, Parsch ist ein Stadtteil Salzburgs am Fuße des Gaisbergs, über circa einen Kilometer parallel zur Salzburg-Tiroler-Bahn und bog dann, dem Verlauf der heutigen Apothekerhofstraße folgend, Richtung Gaisberg ab. Über die Stationen Judenberg und Zistelalm wurde die Gaisbergspitze auf 1275 m erreicht.

Geschichte

Am 25. Mai 1887[1] wurde die Bergbahn durch die AG Gaisbergbahn Gesellschaft feierlich eröffnet (Concessionsurkunde vom 24. März 1886, für die Zahnradbahn auf den Gaisberg bei Salzburg[2]). Mit Kundmachung des Eisenbahnministeriums vom 21. September 1897[3] wurde die bestehende Zahnradbahn auf den Gaisberg bei Salzburg rücksichtlich des Betriebes als Kleinbahn im Sinne des Gesetzes vom 31. December 1894 (R. G. Bl. Nr. 2 ex 1895) anerkannt.

Zu Beginn des Jahres 1889 beschloss die Generalversammlung der Aktionäre der Gaisbergbahn den Ankauf des Gaisberges mit dem Ziel, umfängliche tourismusfördernde Um- und Neubauten von Hotels und sonstigen Anlagen vornehmen zu können. [4]

1927 kam das Projekt einer auf den Gaisberg führenden Höhenstraße auf, welches sich mit Landesgesetz vom 26. Jänner 1928 konkretisierte: der Bau einer Gaisberg-Mittelgebirgsstraße als Landesstraße war vom Salzburger Landtag beschlossen worden[5].

Am 30. Oktober 1928 verkehrte der letzte planmäßige Zug der Gaisbergbahn, welche dann der im nächsten Jahr eröffneten, bemauteten[6] Gaisbergstraße weichen musste. Die Bahnkonzession wurde mit 15. Mai 1929 für erloschen erklärt[7].

Streckenanlage

Die Gaisbergbahn wurde eingleisig gebaut und besaß weitestgehend einen eigenen Bahnkörper mit Ausweichen. Die Spurweite der Gaisbergahn betrug 1000 Millimeter, die Strecke von Parsch bis zur Gaisbergspitze war über fünf Kilometer lang. Direkt beim ehemaligen Bahnhof Parsch (seit 2003 durch die etwas weiter südlich gelegene S-Bahnhaltestelle Salzburg Parsch ersetzt) befand sich die Talstation. Zeitweise war diese auch durch eine Zweigstrecke der Lokalbahn Salzburg–Hangender Stein vom Zentrum her erreichbar. An der Endstation Gaisbergspitze befinden sich heute ein Restaurant, eine Paragleiterstartrampe und ein vielbesuchter Aussichtspunkt, von dem man den Untersberg, das Tennengebirge, den Hochstaufen und beinahe das gesamte Stadtgebiet von Salzburg überblicken kann.

Betrieb

Die Züge der Bergbahn verkehrten nach einem festen Fahrplan, wobei in der Regel meistens zwei Züge auf der Strecke waren. Eine Bergfahrt dauerte circa eine Stunde. Die Strecke war mit einer Leiterzahnstange nach dem System Riggenbach ausgestattet. In den ersten Betriebsjahren wurden die Vorstellwagen nicht mit den jeweiligen Lokomotiven gekuppelt. In späteren Jahren wurden dann allerdings die Vorstellwagen während der Berg- und Talfahrt mit den Lokomotiven gekuppelt.

Der Erste Weltkrieg und die Folgen für die Gaisbergbahn

Das Jahr 1914 hatte hoffnungsvoll begonnen, aber mit Beginn des Ersten Weltkriegs brach der Verkehr schlagartig ab. Im darauf folgenden Jahr wollte man den Betrieb gar nicht aufnehmen, aber das damalige kaiserlich-königliche-Eisenbahnministerium bestand darauf unter dem Hinweis der Betriebspflicht, sodass ab 1. Juli 1915 ein bescheidener Betrieb abgewickelt wurde. Die Jahre 1916 und 1917 waren für die Bahn gar nicht so schlecht. Im Jahr 1918 gab es aber infolge des Ersten Weltkriegs keine Kohle mehr und der Betrieb ruhte bis 1920. Während dieser Zeit wurden lediglich einige Arbeits- und Güterzüge geführt. Der reguläre Betrieb wurde erst im Frühjahr 1921 wieder aufgenommen.

Verkehrstechnische Bedeutung

Die verkehrstechnische Bedeutung der Bahn beschränkte sich hauptsächlich auf den Tagestourismus, wenngleich dieser teilweise enorme Dimensionen annahm.

Erinnerungen an die Gaisbergbahn

Nachbau der Station Zistelalm im Salzburger Freilichtmuseum

Nach der Stilllegung im Jahre 1928 wurde die Gleisanlage erst im Frühjahr 1930 abgebaut. Auch die Straßenbahnlinie vom Zentrum zum Bahnhof Parsch gibt es mittlerweile nicht mehr. Der Bahnhof Parsch samt Heizhaus bestehen in umgebauter Form weiter. Die Wagenhalle wurde abgetragen. Südlich des Bahnhofes besteht das für die Bediensteten der Gaisbergbahn errichtete Beamtenwohnhaus ebenfalls noch.

Die Station Judenberg ist ebenfalls noch vorhanden. Vor dem ehemaligen Stationsgebäude erinnert sogar eine Erinnerungstafel an das Bestehen der Zahnradbahn. Entlang der Trasse sind einige Kilometersteine immer noch vorhanden. An einigen dieser Kilometersteine kann man noch die Initialen GB für Gaisbergbahn erkennen.

Außerdem befand sich damals auf dem Gaisbergplateau neben dem einstigen Hotel[Anm. 1] auch das Atelier des damaligen Fotografen Friedrich Pflauder, das auch k.u.k.-Postablage war und heute ein Restaurant ist. Aufgrund dessen gibt es noch zahlreiche Fotos und Postkarten, die die Gaisbergbahn zeigen.

Heute

Der Ausgangspunkt der Gaisbergstraße liegt an einer ganz anderen Stelle am Fuß des Berges. Wo früher die Dampflokomotiven der Gaisbergbahn emporfuhren, befinden sich heute im unteren Bereich Wohnsiedlungen. Die Trasse der Gaisbergbahn ist heute ein beliebter Wanderweg. Da der Ausflugsverkehr auf den Gaisberg permanent zunimmt, wurde in den letzten Jahren mehrmals über eine Wiedererrichtung der Gaisbergbahn diskutiert, vorerst konnten auf Grund von notwendigen Grundstücksablösungen und des beträchtlichen Finanzaufwandes noch keine Maßnahmen ergriffen werden.

Literatur

  • Heinrich Harrer: Gaisbergbahn. Die Salzburger Zahnradbahn 1887 bis 1928. Internationales Archiv für Lokomotivgeschichte, Band 35. Verlag Josef Otto Slezak, Wien 1984, ISBN 3-85416-096-8[Anm. 2]
  • Arthur Meyer, Josef Pospichal: Zahnradbahnlokomotiven aus Floridsdorf, Verlag bahnmedien.at, Wien 2012, ISBN 978-3-9503304-0-3

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Eröffnung der Gaisbergbahn.. In: Neue Freie Presse, Abendblatt, 26. Mai 1887, S. 1, unten Mitte. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp
  2. RGBl 1886/58
  3. RGBl 1897/226
  4. Verschiedenes. (…) Verkehrs-Nachrichten. (…) Gaisbergbahn. In: Mitteilungen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, Jahrgang 1889, (Band XV), S. 65, Mitte rechts. (Online bei ALO).
  5. Sbg LGBl 1928/17
  6. Sbg LGBl 1929/60
  7. BGBl 1929/235

Anmerkungen:

  1. Am 24. Mai 1881 wurde auf dem Bergplateau ein Gasthof eröffnet, auf dem auch instrumentgestützte meteorologische Beobachtungen angestellt wurden. – Siehe: Das in No. 6 S. 188 erwähnte Gasthaus auf dem Gaisberg (…) In: Mitteilungen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, Jahrgang 1881, (Band VII), S. 231 Mitte. (Online bei ALO).
  2. Fast nur noch antiquarisch erhältlich.

47.799001213.097566Koordinaten: 47° 47′ 56″ N, 13° 5′ 51″ O