Georg Auer

Georg Auer (* 4. August 1922 in Wien; † 22. Oktober 2004 ebenda) war ein österreichischer Journalist.

Leben

Georg Auer wuchs als Sohn von Robert und Erna (geb. Rubinova) Auer in Wien auf. Wegen seiner jüdischen Abstammung musste er 1938 Österreich verlassen und kam mit einem Kindertransport nach England. Als „feindlicher Ausländer“ interniert, wurde er mit dem Schiff HMT Dunera nach Australien verbracht, wo er die Kriegszeit zuerst im Internierungslager, dann als Soldat der australischen Armee verbrachte. Seine Eltern wurden 1942 im KZ Maly Trostinez ermordet. 1946 kehrte er nach Österreich zurück, arbeitete kurze Zeit bei der Austria Presse Agentur und dann bis 1969 bei der Volksstimme, dem Zentralorgan der Kommunistischen Partei Österreichs.

Er enttarnte 1956 in Schruns den Heimwehrführer Ernst Rüdiger Starhemberg. Als verantwortlicher Redakteur wurde er 1958 wegen Ehrenbeleidigung zu vier Wochen Gefängnis verurteilt, ein einzigartiger Fall in der Geschichte des Pressewesens der Zweiten Republik. Nach dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei 1968 trat er als Protest aus der KPÖ aus und verlor dadurch seinen Posten in der Volksstimme. Um seine Familie zu erhalten, arbeitete er zunächst als Taxifahrer, wurde dann aber bald Motorjournalist bei der Wochenpresse. Nach seiner Pensionierung blieb er bis kurz vor seinem Tod als freier Mitarbeiter internationaler Fachzeitschriften aktiv.

Er ist der Vater des Schriftstellers Martin Auer. Georg Auer wurde am Wiener Zentralfriedhof bestattet.

Literatur

  • Martin Krist: Vertreibungschicksale. Jüdische Schüler eines Wiener Gymnasiums 1938 und ihre Lebenswege. Turia + Kant, 2001, ISBN 3851322258.

Weblinks