Georg von Hauberrisser

Georg Ritter von Hauberrisser (um 1900)
Hauberrisser-Büste in St. Paul

Georg Hauberrisser, ab 1901 Georg Ritter von Hauberrisser, (* 19. März 1841 in Graz; † 17. Mai 1922 in München; vollständiger Name: Georg Joseph Hauberrisser) war ein deutsch-österreichischer Architekt.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Seine Vorfahren sind im 15. Jahrhundert in Aßmannshausen im Rheingau als damals Adelige nachweisbar. Sein Vater Georg Hauberrisser sen. stammte aus dem rheinischen Erlbach und war Baumeister. Seine Mutter Juliane geb. Röckenzaun stammte aus dem steierischen Mureck und soll Vorfahren aus Mecklenburg gehabt haben. Hauberrisser studierte zunächst Technik am Joanneum in Graz und wurde 1861 Mitglied des Corps Joannea Graz.[1]

1862 zog er nach München, um Architektur bei Gottfried von Neureuther, Georg Friedrich Ziebland und Ludwig Lange zu studieren. In Berlin waren seine Lehrer Johann Heinrich Strack und Karl Bötticher, in Wien schließlich Friedrich von Schmidt, der ihn im Sinne der Neugotik beeinflusste.

Hauberrisser ließ sich 1866 als Architekt in München nieder, wo er ab 1867 als sein bedeutendstes Werk das neugotische Neue Münchner Rathaus erbaute. Weitere bedeutende Werke sind das Neue Rathaus von Kaufbeuren (1879 bis 1881), das Neue Rathaus von Wiesbaden (1885 bis 1887) sowie das Rathaus im damals noch selbständigen St. Johann, heute Saarbrücken, (1897 bis 1900). 1887 bis 1890 erbaute er die Villa Holdereggen in Lindau im Bodensee für den Unternehmer Hermann Näher. Sakrale Bauten von Hauberrisser sind die neugotische Herz-Jesu-Kirche in seiner Heimatstadt Graz (1881 bis 1891) und die neugotische Paulskirche in München (1892 bis 1906). Ebenfalls in historisierenden Formen gestaltete er für den Deutschen Orden die Burg Bouzov in Mähren um.

Hauberrisser hatte mit seiner Frau Maria geb. Wessely, die er am 1. Januar 1868 geheiratet hatte, sechs Kinder: Georg (Photochemiker) und Heinrich (1872–1945, Architekt in Regensburg); der dritte Sohn Edwin (1882 - 1964) wurde Professor für Zahnheilkunde in Göttingen. Über ihre drei Töchter ist wenig überliefert.

Auszeichnungen

Bauten

Literatur

  •  Georg Hauberrisser: Das neue Rathaus in München. Autotypie-Verlag, München 1883.
  •  Oscar Doering: Zwei Münchener Baukünstler. Gabriel von Seidl, Georg von Hauberrisser. Allgemeine Vereinigung für Christliche Kunst, München 1924.
  • Hauberrisser Georg Joseph von. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 2, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1959, S. 209.
  • Hans Reuther: Hauberrißer, Georg Ritter von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, S. 70 f. (Digitalisat).
  •  Egon Guggemoos: Das Hauberrisser-Rathaus in Kaufbeuren. Verkehrsverein Kaufbeuren, Kaufbeuren 2004, ISBN 3-934509-46-0.
  •  Jürgen Wurst: Georg von Hauberrisser (Hauberrißer). - S. 158 in: Jürgen Wurst und Alexander Langheiter (Hrsg.): Monachia. Städtische Galerie im Lenbachhaus, München 2005, ISBN 3-88645-156-9.
  •  Brigitte Huber: Das Neue Rathaus in München. Georg von Hauberrisser (1841–1922) und sein Hauptwerk. Dölling und Galitz, Ebenhausen bei München 2006, ISBN 3-937904-24-7.

Weblinks

 Commons: Georg von Hauberrisser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kösener Corpslisten 1960, 49, 13