Greta Keller

Greta Keller (* 8. Februar 1903 in Wien; † 4. November 1977 in Wien) war eine internationale Chansonsängerin österreichischer Herkunft.

Leben

Gedenktafel für Greta Keller (Singerstraße)

Greta (Geburtsname: Margaretha) Keller war die Tochter von Karl Keller und der Magdalena Keller, geb. Zausner [1]). Sie erhielt früh Tanz- und Schauspielunterricht. Karriere machte sie indes zunächst in erster Linie als Rundfunk- und Schallplattenstar. 1928 heiratete sie Joe Sargent und zog mit ihm nach Kalifornien, wo sie ein Haus am Rande Hollywoods bewohnten. Sie gastierte jedoch weiterhin in Europa. 1929 schloss sie einen Vertrag mit der Ultraphon, bald interessierte sich auch die BBC für sie. In Berlin arbeitete Greta Keller mit Peter Igelhoff und Peter Kreuder zusammen. In zweiter Ehe heiratete sie den US-amerikanischen Schauspieler David Bacon, der 1943 ermordet wurde. Während des Zweiten Weltkriegs nahm sie Wohnsitz in New York; nach 1945 war sie auch wieder in Europa zu erleben, etwa im St. Moritzer Palace-Hotel, wo sie jahrelang mit ihrem eignen Nightclub „Chez Greta“ erfolgreich war. Anfang der 60er-Jahre brachte ihr auch ihr eigener Club "The Waldorf Keller" im berühmten Waldorf-Astoria in New York nicht nur Ruhm, sondern auch treues Gefolge vom feschen New Yorker Bürgermeister Lindsay über Kurt Waldheim bis hin zu Willi Brandt. Greta Keller stand in Europa und Amerika bis kurz vor ihrem Tod auf der Bühne. In der Verfilmung des Musicals Cabaret mit Liza Minnelli singt sie (aus dem Off) das Lied „Heirat“. Die letzten Jahre ihres Lebens, 1973 bis zu ihrem Tod im November 1977, lebte, arbeitete und reiste Greta mit ihrem letzten Lebensgefährten, Wolfgang Nebmaier, der auch für Preiser ihre letzte Schallplatte produzierte und dafür sorgte, dass der gesamte Greta Keller Nachlass dem Deutschen Kabarett Archiv in Mainz übergeben wurde. Er lebt heute in Southern Oregon.

Als eine der ersten Künstlerinnen schöpfte Greta Keller die Möglichkeiten des Mikrofons für die künstlerische Gestaltung von Chansons aus. Ihre dunkel timbrierte Stimme schuf Intimität und war feinster Nuancen zwischen Leidenschaft, Wehmut und Ironie fähig.

Greta Keller hat viele hundert Lieder, Schlager, Songs und Chansons in zahlreichen Sprachen auf Schallplatte eingespielt. Vieles davon ist inzwischen auf CD wiederveröffentlicht.

Ihr ehrenhalber gewidmetes Grab befindet sich auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 40, Nummer 53). Im Jahr 2007 wurde in Wien Liesing (23. Bezirk) die Greta-Keller-Gasse nach ihr benannt.

Weblinks

Anmerkungen

  1. so die in den Weblinks angegebene Biografie Greta Kellers (Musikwissenschaftliches Institut der Universität Hamburg)