Heinrich Strecker (Komponist)

Heinrich Strecker (* 24. Februar 1893 in Wien; † 28. Juni 1981 in Baden bei Wien) war ein österreichischer Komponist von Operetten und Wienerliedern.

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Leben

Bereits in frühester Kindheit kam Strecker nach Theux (Belgien) und verbrachte im dortigen Internat des Lazaristenordens seine gesamte Schulzeit. Dort wurde auch seine Begabung für Musik erkannt und sein Interesse dafür geweckt. Am Ende seiner Schulzeit beherrschte Strecker zwölf Instrumente.

Nach eigenem Bekunden, war die Violine sein Lieblingsinstrument, für das er auch die Meisterklasse absolvierte. 1907 konnte Strecker mit seiner ersten Komposition, einem Violinkonzert in A-Dur debütieren. Dieses Stück durfte er noch im selben Jahr dem belgischen König Leopold II. vortragen und wurde dafür auch ausgezeichnet.

1910 kehrte Strecker nach Wien zurück und begann nach der Externisten-Matura in Wels ein Jurastudium an der Universität Wien. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs unterbrach Streckers Studium. Danach widmete sich Strecker ausschließlich der Musik; er studierte zwei Jahre bei Camillo Horn und komponierte zunächst klassische Werke.

Über Auftragsarbeiten, wie Tanz- und Filmmusik kam er aber schon bald zu den Wienerliedern. Für diese Art von Volksliedern wurde er bekannt; ebenso für seine Singspiele. Dabei arbeitete er häufig mit Fritz Löhner-Beda, F. Gerold, Alfred Steinberg-Frank, Joe Gribitz und Bruno Hardt-Warden zusammen, welche ihm die Liedtexte und die Libretti lieferten.

Am 21. Dezember 1931 erfolgte die Uraufführung seiner Operette Mädel aus Wien am Wiener Bürgertheater. Sein Singspiel Ännchen von Tharau, das Strecker zusammen mit Bruno Hardt-Warden geschaffen hatte, wurde am 20. September 1933 in Breslau uraufgeführt. Auch das Lied Drunt’ in der Lobau... entstammt seiner Feder.

Strecker war 1934 Gauobmann und Landeskulturleiter der im Austrofaschismus verbotenen NSDAP und der Nationalsozialistischen Kulturgemeinde Österreichs und somit „von Amts wegen“ Mitglied der österreichischen NSDAP.[1] In dieser Funktion wurde er 1936 kurzfristig inhaftiert.[2] Seine Operette Der ewige Walzer kam 1937 in Bremen zur Uraufführung.[3] Erst nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich erfolgte am 18. Mai 1938 die österreichische Erstaufführung der Operette an der Wiener Volksoper.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 komponierte Strecker ein Lied mit Klavierbegleitung Deutsch-Österreich ist frei! und das Lied für Chor und Orchester Wach auf, deutsche Wachau![2] Im selben Jahr wurde er Vizepräsident der österreichischen Urheberrechtsgesellschaft AKM.[2] Zu dem von ihm im Jahr 1926 gegründeten Wiener Excelsior-Verlag und den Wiener Bühnenverlag konnte er sich nach 1938 auch noch die Musikverlage Edition Bristol (1941), Sirius und Europaton durch „Arisierung“ aneignen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lebte er wie zuvor in Baden, Niederösterreich, wo er im Alter von 88 Jahren am 28. Juni 1981 starb. Strecker war verheiratet mit Erika Strecker.

Seine Grabstätte befindet sich auf dem Helenenfriedhof in Baden.

Werke

Das gesamte musikalische Werk von Heinrich Strecker umfasst mehr als 350 einzelne Stücke.

Wienerlieder

  • Drunt in der Lobau
  • Ja, ja der Wein ist gut
  • Auf der Lahmgrub'n da steht ein altes Haus
  • Grüß mir die Stadt der Lieder
  • An der blauen Donau
  • Wann a Weana Musi spielt
  • Das war in Petersdorf

Bühnenwerke

  • Mädel aus Wien. Operette. 1931
  • Ännchen von Tharau. Singspiel in 3 Akten. 1933
  • Der ewige Walzer. Operette. 1937
  • Honeymoon. Operette (Überarbeitung von Küsse im Mai), UA 30. Juni 2002 in Baden bei Wien[4]

Literatur

  • Raimar Wieser (Hrsg.): Heinrich Strecker und Baden – eine Zusammenstellung. Neue Badener Blätter, Band 4,1. Gesellschaft der Freunde Badens, Baden 1993. [5]
  • Raimar Wieser, Peter Ziegler: Liebes Wien, du Stadt der Lieder. Heinrich Strecker und seine Zeit. Amalthea, Wien (u.a.) 1997, ISBN 3-85002-405-9.
  • Ursula Schwarz: Das Wiener Verlagswesen der Nachkriegszeit – eine Untersuchung der Rolle der öffentlichen Verwalter bei der Entnazifizierung und bei der Rückstellung „arisierter“ Verlage und Buchhandlungen. Diplom-Arbeit. Universität Wien, Wien 2003, PDF online, abgerufen am 16. Oktober 2010. [6]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. CD-Rom-Lexikon. Kiel 2004, S. 7045.
  2. a b c Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. CD-Rom-Lexikon. Kiel 2004, S. 7045–7047.
  3. Eintrag Strecker, Heinrich auf operone.de, siehe auch Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. S. 7045.
  4. Eintrag zu Wolfgang Ortner. In: jung-wien.at, abgerufen am 16. Oktober 2010.
  5. Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund.
  6. Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund.