Hugo Rahner

Hugo Rahner SJ (* 3. Mai 1900 in Pfullendorf; † 21. Dezember 1968 in München) war ein katholischer deutscher Theologe und gilt als Vertreter einer kerygmatischen Theologie.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Rahner wuchs in einem traditionell katholischen Elternhaus auf. Er ist der Bruder von Elisabeth Rahner[1][2][3], verheiratete Cremer und Karl Rahner.

1919 trat Rahner in die Gesellschaft Jesu, den Jesuitenorden, ein. Nach seinen philosophischen und theologischen Studien in Valkenburg aan de Geul und Innsbruck wurde er 1929 zum Priester geweiht. Nach seinem Doktorat 1931 hielt er sich bis 1934 in Bonn auf, um noch in Geschichte zu dissertieren. Ab 1935 dozierte er an der Universität Innsbruck, wo er 1937 ordentlicher Professor für Kirchen- und Dogmengeschichte und Patrologie wurde.

Die Aufhebung der Fakultät durch das Naziregime und der Zweite Weltkrieg erzwangen die Verlegung der Innsbrucker Jesuiten und des internationalen Priesterseminars Canisianum in die Schweiz (Sion/Sitten). Nach Wiedererrichtung der Fakultät in Innsbruck (1945) war Rahner zuerst Dekan der theologischen Fakultät (1945/46) und schließlich Rektor der Gesamtuniversität (1949/50). 1952/53 wurde er erneut Dekan der theologischen Fakultät. Beiträge zur Patrologie, zur Ignatiusforschung und zur geistigen Situation der Gegenwart prägen sein Werk. Eine schwere Krankheit erzwang seine vorzeitige Pensionierung (1962). Von seiner Umgebung wurde er für seinen außergewöhnlichen Humor geschätzt.

Rahner war Ehrenmitglied der katholischen Studentenverbindung A.V. Austria Innsbruck.

Auszeichnungen (Auszug)

Werk

Zusammen mit zeitgenössischen Theologen (unter anderem seinem Bruder Karl Rahner) arbeitete er für eine Theologie, die sich ganz in den Dienst der Verkündigung stellt. Die diesbezüglichen Grundgedanken legte er in seinem Werk Eine Theologie der Verkündigung (Freiburg 1939) vor. Seine kirchengeschichtlichen Studien untersuchten die Beziehung der Kirche zum abendländischen Humanismus und das Verhältnis von Kirche und Staat allgemein. Seine Untersuchungen über die Kirchenväter, deren Spiritualität und über Bedeutung von Mythos und Symbolik ihrer Schriften und führte zu zahlreichen Büchern und Vorträgen. Seine Untersuchung über die christliche Deutung der griechischen Mythologie eröffnete einen neuen Blick auf die Entstehung der Kirche. Rahner hat großes Verdienst an der Wiederentdeckung kirchlicher Symbolik. Besondere Aufmerksamkeit widmete Rahner dem Gründer des Jesuitenordens Ignatius von Loyola, insbesondere in Ignatius von Loyola. Geistliche Briefe (Einsiedeln/Köln 1956), Ignatius von Loyola. Briefwechsel mit Frauen (Freiburg 1956) und Ignatius von Loyola als Mensch und Theologe (Freiburg 1964).

Werke

  • Eine Theologie der Verkündigung, Freiburg 1939
  • Abendländische Kirchenfreiheit, Einsiedeln/Köln 1943
  • Mater Ecclesia - Lobpreis der Kirche aus dem ersten Jahrtausend, Einsiedeln/Köln 1944
  • Mariens Himmelfahrt und das Priestertum, Innsbruck 1951
  • Maria und die Kirche. Zehn Kapitel über das geistliche Leben, Innsbruck 1951
  • Kirche und Staat im frühen Christentum, München 1951
  • Der spielende Mensch, Einsiedeln 1952
  • Symbole der Kirche, Salzburg 1954
  • Die Kirche - Gottes Kraft in menschlicher Schwäche, Freiburg 1956
  • Ignatius von Loyola. Geistliche Briefe, Einsiedeln/Köln 1956
  • Ignatius von Loyola. Briefwechsel mit Frauen, Freiburg 1956
  • Griechische Mythen in christlicher Deutung, Zürich 1957/Basel 1984
  • Sinn der Geschichte - Persönlichkeit und Geschichte, Kevelaer 1959
  • Himmelfahrt der Kirche, Freiburg 1961
  • Ignatius von Loyola als Mensch und Theologe / Hugo Rahner. - Freiburg [u.a.] : Herder, 1964
  • Abendland, Freiburg 1966

Literatur

  • Jean Daniélou und Herbert Vorgrimler: Sentire Ecclesiam - Das Bewußtsein von der Kirche als gestaltende Kraft der Frömmigkeit. Festschrift zum 60. Geburtstag von H. Rahner, Freiburg-Basel-Wien 1961 (inkl. Verzeichnis der Werke)
  • Johannes Holdt: Hugo Rahner: sein geschichts- und symboltheologisches Denken, Paderborn 1997, ISBN 3-506-73956-5
  • Abraham Peter Kustermann und Karl Heinz Neufeld (Hrsg.): Gemeinsame Arbeit im brüderlicher Liebe - Hugo und Karl Rahner. Dokumente und Würdigung ihrer Weggemeinschaft, Stuttgart 1993, ISBN 3-926297-48-4
  • Karl Heinz Neufeld: Die Brüder Rahner: eine Biographie. Freiburg i. Br.; Basel; Wien: Herder 1994, ISBN 3-451-23466-1
  • Karl Heinz Neufeld – Wolfgang G. Schöpf, Hugo Rahners Schrifttum. In: Zeitschrift für katholische Theologie 122 (2000) 114–156.
  • Ekkart SauserRAHNER, Hugo. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 7, Bautz, Herzberg 1994, ISBN 3-88309-048-4, Sp. 1271–1275.
  • Karl H. Neufeld: Rahner, Hugo Karl Erich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 21, Duncker & Humblot, Berlin 2003, S. 113 f. (Digitalisat).

Einzelnachweise

  1. Pädagogik und Didaktik der Altersstufen von Franz Weigl; Ludwig Battista; Anton Heinen; Elisabeth Rahner; Maria Montessori; Verlag: Kösel & Pustet, München, 1931-1934
  2. Familien- und Kleinkinderpädagogik , von Anton Heinen; Elisabeth Rahner; Maria Montessori, Verlag Kösel & Pustet, 1934
  3. Der Gedanke der Mütterschulung in seiner Entwicklung von Comenius bis zur Gegenwart. Dissertation Elisabeth Rahner, 1936

Weblinks