Jennyberg

Jennyberg

BWf1

Höhe 325 m ü. A.
Lage Niederösterreich, Österreich
Gebirge Wienerwald
Geographische Lage 48° 4′ 21″ N, 16° 16′ 39″ O48.072516.2775325Koordinaten: 48° 4′ 21″ N, 16° 16′ 39″ O
Jennyberg (Niederösterreich)
Jennyberg
Typ Ausläufer
Gestein Dolomit
Besonderheiten Steinbrüche

Der Jennyberg, frühere Namen Silberberg, Weingebirg am Silberberg und zu der Jeni gewandt, ist kein eigenständiger Berg, sondern ein (nordöstlicher) Felssporn des Anninger-Gebirges (Naturpark Föhrenberge), der unmittelbar an den Südwesten der niederösterreichischen Stadt Mödling angrenzt. Der alte Flurname Jeni war der Namensgeber des Jennyberges.

Auf ihm finden sich Spuren der "Badener Kultur" (siehe dazu: Baden bei Wien) eine archäologische Kultur der Kupfersteinzeit. Eine Höhensiedlung aus dieser Epoche wurde auf dem Berg gefunden. Im Jahr 1970 und 1971 wurden Ausgrabungen in der Länge von 300 Meter durchgeführt.[1] Von der Prähistorikerin Elisabeth Ruttkay wurde für diese Kultur der Name Leithaprodersdorf-Gruppe vorgeschlagen.[2]

Unter diesen Funden befinden sich die ältesten Nachweise von Wagen in Österreich. So wurde ein tönernes Wagenmodell aus der Zeit von 3000 v. Chr. gefunden.[3]

Weiters gibt es aber auch Funde aus der jungneolithischen Boleráz-Gruppe, benannt nach einem Fundort in Boleráz, Slowakei.[4] An der Ostseite, zwischen Schießstättenweg und Goldener Stiege, befindet sich ein Hauptdolomit-Steinbruch, der erstmals auf einem Plan von 1610 als Sand und Steinbruch am Silberberg eingezeichnet ist.[5]

Der Jennyberg heute

Der Schießstand am Steinbruchweg zum Jennyberg, erbaut 1959 für die Armbrustschützen des Trachten- und Heimatvereins Mödling, wird seit einigen Jahren nicht mehr verwendet und ist jetzt der Ort eines jährlich abgehaltenen Sommerfestes.[6] Ein ehemaliger Luftschutzstollen der „Flugmotorenwerke Ostmark” in Wiener Neudorf aus dem Zweiten Weltkrieg an der ebenfalls dort verlaufenden „Goldenen Stiege” ist vermauert und nicht zugänglich.[7]

Literatur

  • H. Melichar: Vorbericht über die bisherigen Ausgrabungen auf dem Kalenderberg bei Mödling 1970-1972. In: MAG 103, 1973, 63.
  • Ch. Stradal: Die hallstattzeitliche Keramik vom Kalenderberg bei Mödling, Diplomarbeit Wien 2002, 10.
  • Zum Jennyberg H. Schwammenhöfer: Archäologische Denkmale, Viertel unter dem Wienerwald, Loseblattmappe 1988+Nachträge. 46/1.
  • E.Ruttkay: Jennyberg II – Beitrag zur Erforschung der Leitha-Gruppe. – In: K AliCz , n. & K AliCz -s CHreiBer , r. (Hrsg.), Die Frühbronzezeit im Karpatenbecken und in den Nachbargebieten. Internationales Symposium in Budapest-Velem 1977. – Mitteilungen des Archäologischen Instituts der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Beiheft, 2: 171-187. – Budapest, 1981
  • Skrybany: Neolithische Besiedlungsstätte am Jennyberg bei Mödling, in Mittheilungen der k.k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale, 1904.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Österreich in der Frühbronzezeit von Ernst Probst S.18f.
  2. *Ernst Probst: Die Leithaprodersdorf-Gruppe: Eine Kulturstufe der Bronzezeit von etwa 2300/2200 bis 2000 v. Chr. GRIN Verlag, 2011, ISBN 9783656081371, S. 21.
  3. Als die ersten Räder rollten vom 29. Jänner 2008 abgerufen am 30. Dezember 2012
  4. Geologie und Fundstellen der Umgebung von Jakob Maurer abgerufen am 30. Dezember 2012
  5. Steinbrüche am Anninger abgerufen am 30. Dezember 2012
  6. Schießstätten abgerufen am 30. Dezember 2012
  7. Luftschutzstollen abgerufen am 30. Dezember 2012