Karl Friedrich von Posadowsky

Karl Friedrich von Posadowsky (* 3. August 1695; † 7. April 1747 in Wriezen an der Oder) war ein preußischer Generalleutnant, Chef des Dragoner-Regiments Nr.1 und der Ritterakademie in Liegnitz. Er war Freiherr von Postelwitz und erhielt am 20. Januar 1743 für sich und die Nachkommen seines ältesten Sohnes den Titel des Grafen von Postelwitz.

Sein Vater war der Stiftshauptmann von Quedlinburg und Senior des Domstifts Sancti Mauritii zu Magdeburg Christian Adam von Posadowsky (* 7. April 1663; † 11. Oktober 1716) und dessen erster Frau Anna Charlotte von Gfug (* 18. September 1672; † 1. März 1695)

Inhaltsverzeichnis

Leben

Er ging nach einer guten Ausbildung mit 20 Jahren zur preußischen Kavallerie. Am 6. Dezember 1715 wurde er Rittmeister im Kürassier-Regiment Nr. 6. Bereits am 29. August  1718 Major und am 8. Juni 1722 Oberstleutnant. Am 11. Juni 1732 wurde er Oberst im Kürassier-Regiment Nr. 9. Als 1740 Friedrich II. den Thron bestieg verlieh dieser ihm den Orden Pour le Merite. Im ersten schlesischen Krieg schloss er am 3. Januar 1741 zusammen mit dem Oberst Kaspar Wilhelm von Borcke einen Neutralitätsvertrag mit der Stadt Breslau[1]. In der Schlacht bei Mollwitz (10. April 1741) kommandierte er die Reiterei des linken Flügels. Während die Reiterei des rechten Flügels versagte, konnten die Einheiten von Posadowsky Erfolge verbuchen. Nach der Schlacht teilte der König das Dragoner-Regiment Nr. 1. Der bisherige Chef des Regiments Hans Friedrich von Platen erhielt die leichten Einheiten, die von nun an das Dragoner-Regiment Nr. 9 bildeten, während die schweren Einheiten unter ihrem neuen Chef Posadowksy weiter im Dragoner-Regiment Nr. 1 verblieben. Am 4. Juni 1741 erhielt er die Beförderung zum Generalmajor und im Januar 1742 wurde er Chef der Ritterakademie in Liegnitz. Er nahm trotzdem am Feldzug in Mähren teil und kam bis in die Nähe von Wien. 1744 kämpfte er in Schlesien. Er nahm an der Schlacht bei Hohenfriedberg teil. Für seinen Mut dort erhielt er den schwarzen Adlerorden. In der Schlacht bei Soor kämpfte er unter Wilhelm Dietrich von Buddenbrock und kommandierte die Kavallerie am linken Flügel. Am 19. November 1746 machte ihm der König aber Vorhaltungen („légéreté des Gemüthes“), da er die Regimentskasse mit seiner verwechselt hatte. Das Kriegsgericht blieb ihm erspart, aber die Kasse wurde fortan von einem Oberstleutnant verwaltet. Posadowsky starb etwas später am 7. April 1747.

Familie

Er war seit dem 6. November 1720 mit Eleonore Elisabeth von Seidlitz und Gohlau verheiratet. Das Paar hatte folgende Kinder:

  • Friedrich Wilhelm[2](* 17. September 1721; † 9. Oktober 1781)
∞ 13. Januar 1743 (geschieden 27. Juni 1746) Wilhelmine Louise Marquise de Varenne (* 27. Mai 1725; † 3. August 1757)
∞ 2. Februar 1761 Amalie von Wehner
  • Karl August
  • Christian Wilhelm Sigismund († 17. Februar 1791) ∞ 5. September 1760 Luise Henriette Karoline Elisabeth von Hochberg (* 14. Januar 1731; † 18. Februar 1764)[3]
  • Eugen Ferdinand August (* 17. Mai 1728; † 21. April 1777) Rittmeister ∞ 1765 Sophie Wilhelmine Charlotte Auguste von Schenck (* 1729; † 1. Januar 1815)
  • Johann Adam Ludwig ∞ Anna Eleonore von Tschammer
  • Anna Eleonore Charlotte Friederike (* 6. Juli 1735; † 27. Januar 1813) ∞ Graf Karl Friedrich von Pfeil und Klein-Ellguth (* 25. Mai 1735; † 3. April 1807)
  • Karoline Katharina Luise Henriette (1738-1824)
∞ Friedrich von Saurma
∞ 1790 Karl Wilhelm von Tschirschky (1731-1802)

Literatur

  • Arthur von Posadowsky-Wehner, Geschichte des schlesischen uradligen Geschlechtes der Grafen Posadowsky-Wehner Freiherrn von Postelwitz Digitalisat
  • Julius Mebes,Beiträge zur Geschichte des Brandenburgisch-Preussischen Staates und Heeres, Band 1, S. 333, Digitalisat
  • Bernhard von Poten: Posadowsky, Karl Friedrich Graf von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 26, Duncker & Humblot, Leipzig 1888, S. 452 f.
  •  Anton Balthasar König: Karl Friedrich von Posadowsky. In: Biographisches Lexikon aller Helden und Militairpersonen. Band III, Arnold Wever, Berlin 1790, S. 478 (Karl Friedrich von Posadowsky in der Google Buchsuche).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Robert Bürkner,Julius Stein, Geschichte der Stadt Breslau von ihrer Gründung bis auf die neueste Zeit, S. 233, Digitalisat mit Vertragstext
  2. Historische politisch-geographisch-statistisch- und militärische Beyträge, die königlich-preußischen und benachbarte Staaten betreffend, Band 2, S. 572, Digitalisat
  3. http://www.angelfire.com/realm/gotha/gotha/hochberg.html