Karl Georg Albrecht Ernst von Hake

Albrecht Georg Ernst Carl von Hake (* 8. August 1769 auf dem Gut Flatow bei Kremmen im Kreis Osthavelland; † 19. Mai 1835 bei Neapel, Italien) war ein preußischer General der Infanterie und Kriegsminister unter Friedrich Wilhelm III.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Bis 1810

Von früher Kindheit an wurde Hake auf eine Karriere am preußischen Hof vorbereitet. Ab 1780 wurde er Page bei Friedrich dem Großen, 1785 Fähnrich im Regiment Garde und 1788 Sekondeleutnant.

Die Karriere begann aber erst 1793. Im Februar des Jahres wurde er in den Generalstab berufen, nahm teil am Ersten Koalitionskrieg und erhielt nach der Schlacht bei Pirmasens den Orden Pour le mérite. 1797 wurde von Hake durch die Empfehlung seines Vorgesetzten Generalleutnant Geusau [1] in den Stand eines „Captain“ (Hauptmann) erhoben.

Weitere Verwendungen waren 1799 Inspektionsadjutant beim Feldmarschall von Möllendorf, 1804 Adjutant bei Prinz Heinrich von Preußen. Am 1. Mai 1809 wurde er Direktor der 1. Division des allgemeinen Kriegsdepartements im Kriegsministerium.

Erste Amtszeit als Kriegsminister

Im Februar 1810 übernahm er anstelle der vorigen Aufgabe die Leitung des Militär-Ökonomie Departements und zusätzlich ab Juni noch die des Chefs des allgemeinen Kriegsdepartements von General Scharnhorst. Hake wird der Posten aber nur „interimistisch[2]“ übergeben.[3]

Somit war Hake der erste Minister, der Chef beider Departements des Kriegsministeriums war. Später wurden diese Bereiche immer von ein und derselben Person übernommen und nur noch als das Amt des Kriegsminister benannt.

Hake hat zweimal das Amt des preußische Kriegsministers ausgeübt (Juni 1810 bis August 1813 und November 1819 bis Oktober 1833). Mit immerhin 17 Jahren Amtszeit auf dieser Position hat er die Funktion des Kriegsministers am längsten ausgeübt.

In der ersten Amtszeit waren Hake aber die Hände gebunden. Scharnhorst war auf Druck der Franzosen zurückgetreten, aber trotzdem weiterhin der eigentliche Leiter des allgemeinen Kriegsdepartements.[4]

Somit war die Besetzung mit Hake erstmal nur ein Ablenkungsmanöver. Zudem hatte Hake auch noch einen schweren Stand, weil ihm das Vertrauen für höhere Aufgaben seitens Friedrich Wilhelms III. sowie des „Strippenziehers“ Scharnhorst nicht geschenkt wurde.

1812 wird von Hake durch Friedrich Wilhelm III. in den Rang eines Generalmajors erhoben, nachdem er eigentlich sein Rücktrittsgesuch eingereicht hatte. Das Gesuch wurde abgelehnt. 1813 war Hake, nachdem Scharnhorst sich voll dem beginnenden Krieg widmete, für die Mobilmachung und die weiteren Vorbereitungen zuständig.

Nach dem Beitritt Österreichs in die Allianz gegen Frankreich wurde Hake preußischer Bevollmächtigter im Großen Hauptquartier des Oberbefehlshabers Fürst Schwarzenberg. In den so genannten Befreiungskriegen gegen Frankreich nahm er an mehreren Schauplätzen teil (darunter Schlacht von Waterloo, wo er eine Brigade im Bülowschen Korps befehligte. Später leitete er die Belagerungungen von Mézières und Sedan.

Zweite Amtszeit als Kriegsminister

In seiner zweiten Amtszeit als Kriegsminister, die er am 26. Dezember 1819 nach dem Rücktritt Boyens antrat, gab es für ihn mehrere Schwerpunkte: Die Verfestigung der neuen Militärverhältnisse (nach den Befreiungskriegen), Schaffung der Landwehrkavallerie, Bau von Kasernen. So schuf er unter schwierigen Verhältnissen zweckmäßige Organisationen für das Remontierungswesen und die Intendanturen.

Er hatte in dieser zweiten Phase als Kriegsminister zwar keine Person wie Scharnhorst neben sich, aber dafür andere Widrigkeiten, mit denen er sich auseinandersetzen musste. So war der Staat weiterhin finanziell stark eingeschränkt, und die allgemeine Wehrpflicht musste gegen Widerstände aus verschiedenen Richtungen durchgesetzt werden. Ein anderes Problem war die Landwehr, die sich zunehmend verselbständigte, und Hake musste aufpassen, dass sie weiterhin uneingeschränkt gehorchte.

Wegen zunehmender Krankheit gibt Hake das Amt am 20. Oktober 1833 auf. Er reist nach Italien, wo er 1835 bei Neapel stirbt.

Fazit

Albrecht Georg Ernst Carl von Hake ist heute nahezu unbekannt. Es waren andere Personen die in der Zeit Hakes „Geschichte geschrieben“ haben. Neben den Persönlichkeiten Scharnhorst, Hardenberg oder auch vom Stein verblasst der eigentlich erste Kriegsminister Preußens. Wohl auch aus diesem Grund gibt es in den Standardhandbüchern zur deutschen Geschichte und Enzyklopädien selten einen Beitrag oder eine Erwähnung Hakes.

Die Allgemeine Deutsche Biographie schreibt 1879 als Fazit über Hake „[...] nicht ein Staatsmann ersten Ranges oder ein Feldherr, auch nicht ein organisatorisches Genie, aber ein rechtschaffener Mann und ein rastloser Arbeiter, welcher seinem Vaterland treue und nützliche Dienste geleistet hat.“

Literatur

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Liste von Militärs/G siehe dort
  2. Er blieb aber abhängig von Scharnhorst, der nur scheinbar zurückgetreten war
  3. Belegt in einer „Ostensible Cabinetsordre“ von Hardenberg an Scharnhorst vom 6. Juni 1810. In:  Scheel, Schmidt: Von Stein zu Hardenberg. S. 780. f.)
  4. Belegt in einer „Geheime Cabinetsordre“ von Hardenberg an Scharnhorst vom 6. Juni 1810. In:  Scheel, Schmidt: Von Stein zu Hardenberg. S. 781. f.