Karl Heinz Burmeister

Landesarchiv (ehemals Palais Waldburg-Wolfegg)

Karl Heinz Burmeister (* 21. November 1936 in Krefeld) ist ein deutscher Jurist, Historiker und Heraldiker.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Er war zwischen 1971 und 2001 Direktor des Vorarlberger Landesarchivs in Bregenz und damit zugleich Schriftleiter der Vierteljahresschrift für Geschichte und Gegenwart VorarlbergsMontfort“. Zwischen 1995 und 2002 war Burmeister auch außerordentlicher Professor für Allgemeine Europäische und Schweizer Rechtsgeschichte an der Universität St. Gallen. Auch war er als Universitätsdozent für Rechts- und Wissenschaftsgeschichte in Zürich tätig.[1]

„Richtige“ und „falsche“ Wappen

Das Vorarlberger Landesarchiv führt die Gemeindewappenregistratur und fungiert als eine Art „Heroldsamt“. 1975 gab Landesarchivar Karl Heinz Burmeister ein Wappenbuch heraus. Zu diesem Zweck wurden die Gemeindewappen nach heraldischen Gesichtspunkten vereinheitlicht und vereinfacht. Seither wird häufig nachgefragt, welches Wappen das „richtige“ sei – die Darstellung in der Wappenurkunde oder jene bei Burmeister?
Nach der Rechtsansicht des Landesarchivs ist allein die heraldische Wappenbeschreibung in der Urkunde entscheidend. Jede Darstellung, die dieser Beschreibung entspricht, ist „richtig“. Ein Problem besteht allerdings darin, dass etliche der Beschreibungen nicht ganz den Regeln der Heraldik entsprechen.[2]

Vorarlberger Historikerstreit

Nachdem Burmeister im Spätherbst 1986 als Direktor des Vorarlberger Landesarchivs in einem Radiointerview Benedikt Bilgeris umstrittene Vorarlberger Landesgeschichte kritisch betrachtet hat, forderte der Chefredakteur der einflussreichen Vorarlberger Nachrichten Franz Ortner in einer Glosse Burmeisters Ausweisung aus Vorarlberg.

Als sich ein Aktionskomitee Heimat Vorarlberg (Anti-Burmeister-Initiative) formierte, solidarisierten sich Professoren, Assistenten und Studierende des Instituts für Geschichte der Universität Innsbruck mit Burmeister. Es erschien eine bezahlte Zeitungsanzeige, mit der 182 Personen des öffentlichen Lebens die politisch Verantwortlichen des Landes Vorarlberg aufforderten, den Drohungen gegen den Landesarchivar entgegenzuwirken.[3]

Auszeichnungen

Werke

  • Sebastian Münster, Bibliographie (1964 sowie 1969)
  • Georg Joachim Rhetikus (1514–1574), Bd.I-III. Guido Pressler Verlag, Wiesbaden 1967
  • Katalog der Ausstellung: Geschichtsschreibung in Vorarlberg (1973); zusammen mit Elmar Vonbank
  • Vorarlberger Weistümer (1973)
  • Das Studium der Rechte im Zeitalter des Humanismus im deutschen Rechtsbereich (1974)
  • Die Grafen von Montfort (1996)
  • Die Gemeindewappen von Vorarlberg, ISBN 978-3-7995-4009-4 (1997)
  • Geschichte Vorarlbergs (1998)
  • Olympe de Gouges, Die Rechte der Frau (1999)
  • Lindauer Studenten aus Stadt und Land (Museumsverein Lindau, 2004)
  • Maria Josepha Rosalia Ernestina Gräfin von Montfort (1753-1773) – Stiftsdame zu Thorn (Tettnang Stadtarchiv, 2008)

Einzelnachweise

  1. Österreich Lexikon aeiou
  2. 96 Gemeindewappen; 200 Jahre Gemeindeorganisation in Vorarlberg (Ausstellung Bregenz, 2008)
  3. Alois Niederstätter: Bemerkungen zur Vorarlberger Landsgeschichtsschreibung nach 1945 Link am 4. Mai 2010 nicht erreichbar

Weblinks