Kitab-Verlag

Der Kitab-Verlag Klagenfurt-Wien ist ein Verlag in Klagenfurt am Wörthersee. Der Name des Verlages leitet sich vom arabischen Wort Kitab/ كتاب  (Buch) her.

Der Kitab-Verlag wurde 1999 von Wilhelm Baum mit der Intention gegründet, Bücher zu produzieren, die dazu beitragen sollen, die gesamte Menschheit als Einheit zu betrachten, deren kulturelles Erbe es zu bewahren gilt. Dabei sollten auch jene Stimmen der kleineren geistigen Gruppierungen ein Echo finden, die in ihrer Umwelt nur eine Minderheit bilden.

Eine weitere Aufgabe sieht der Verlages darin, wichtige kulturelle und literarische Werke aus den anderen Weltkulturen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas in Europa bekannt zu machen. In einer Zeit der Globalisierung und internationalen Vernetzung stellt der Verlag Kooperationen mit nicht-deutschsprachigen Verlagen her und verlegt auch Werke in anderen Sprachen. Ein Schwerpunkt des Programms liegt bei der Übersetzung slowenischer, kroatischer, bosnischer und türkischer Literatur. Zu den übersetzten slowenischen Autoren gehören Boris Pahor, Žarko Petan, Alojz Rebula, Kajetan Kovič, Sonja Porle, Katarina Marincic und Janko Messner. Im wissenschaftlichen Bereich geht es u. a. um Minderheiten, besonders um die Verfolgung von Slowenen, Armeniern und Juden durch totalitäre Systeme und die Jungtürken im Osmanischen Reich. Fluchtorte wie Shanghai für das Judentum im Exil werden beleuchtet. In besonderem Maße bemüht sich der Verlag um die Übersetzung des Werkes des slowenischen Nobelpreisanwärters und früheren KZ-Häftlings Boris Pahor, dessen Novellensammlung "Blumen für einen Aussätzigen" und die Romane "Die Stadt in der Bucht", Piazza Oberdan" (Bestenliste des Südwestfunks) und "Die Wiege der Welt" übersetzt wurden. Eine Studie des Sozialwissenschaftlers Wischenbart ergab 2009, dass Kitab an 4. Stelle der Übersetzungen österreichischer Verlage rangiert. "Kitab Zeitgeschichte" setzt sich kritisch mit der NS-Vergangenheit Kärntens auseinander, besonders das umfassende Standardwerk "Das Buch der Namen. Die Opfer des Nationalsozialismus in Kärnten",[1] das neue Maßstäbe für die Erinnerungskultur in Kärnten setzte, wo die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit infolge der politischen Rahmenbedingenen besonders schwierig ist. Das "Tagebuch des Thomas Olip"[2] gehört zu den bedeutendsten literarischen Texten zum Widerstand gegen das NS-Regime in Österreich. Opferlisten etwa über die vom NS-System ermordeten Slowenen sind auf der Website unter "Abrufbare Daten" einzusehen.

Der Verlag wird im Rahmen der Verlagsförderung vom österreichischen Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur unterstützt.

Auswahl veröffentlichter Autoren

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Hüttenegger, BernhardBernhard Hüttenegger
Kolozs, MartinMartin Kolozs
Bisultanov, AptiApti Bisultanov
Jaschurkajew, SultanSultan Jaschurkajew
Avnery, UriUri Avnery
Messner, JankoJanko Messner
Kovič, KajetanKajetan Kovič
Baum, WilhelmWilhelm Baum
Bukovac, SlađanaSlađana Bukovac
Kempker, KerstinKerstin Kempker
Bogataj, MirkoMirko Bogataj
Rebula, AlojzAlojz Rebula
Obernosterer, EngelbertEngelbert Obernosterer
Cumalı, NecatiNecati Cumalı
Stojić, MileMile Stojić
Domaš, JasminkaJasminka Domaš
Renoldner, AndreasAndreas Renoldner
Freitag, GüntherGünther Freitag
Gstettner, PeterPeter Gstettner
Pirker, PeterPeter Pirker
Petan, ŽarkoŽarko Petan
Porle, SonjaSonja Porle

Einzelnachweise

  1. Wilhelm Baum (Hrsg.): Das Buch der Namen. Die Opfer des Nationalsozialismus in Kärnten. Kitab, Klagenfurt/ Wien 2010, ISBN 978-3-902585-53-0.
  2. Wilhelm Baum (Hrsg.): Das Buch vom Kärntner Stefan Puschnik : Eine Skandalchronik. Kitab, Klagenfurt 2009, ISBN 978-3-902585-56-1.

Weblinks