Kleinvenediger

Kleinvenediger
Die Venedigergruppe gesehen vom Gschlößtal (Osten), ganz rechts der Kleinvenediger

Die Venedigergruppe gesehen vom Gschlößtal (Osten), ganz rechts der Kleinvenediger

Höhe 3468 m ü. A.
Lage Salzburg und Tirol, Österreich
Gebirge Venedigergruppe
Dominanz 0,8 km → Großvenediger
Schartenhöhe 63 m ↓ Venedigerscharte
Geographische Lage 47° 6′ 59″ N, 12° 21′ 32″ O47.11638888888912.3588888888893468Koordinaten: 47° 6′ 59″ N, 12° 21′ 32″ O
Kleinvenediger (Tirol)
Kleinvenediger
Normalweg Südgrat (I)

Der Kleinvenediger ist ein 3468 m ü. A.[1] hoher, stark vergletscherter Berggipfel im Zentrum der Venedigergruppe. Er ist vom benachbarten Großvenediger durch die Venedigerscharte (3405 m) getrennt. Über sein Erstbesteigung ist nichts bekannt, da er wohl im Rahmen einiger frühen Großvenediger-Touren ersteigen worden ist, so erstmals explizit geschildert von Erzherzog Rainer von Österreich, Graf Heinrich Wurmbrand sowie deren Führern am 14. September 1863.[2][3][4]

Inhaltsverzeichnis

Topographie

Der Kleinvenediger verfügt über ein hohes Gletscherdach mit schräger Firnfläche, das sich sanft zum Oberen Keesboden hin neigt. Der Kleinvenediger wird dabei im Nordosten vom Viltragenkees, im Südosten vom Schlatenkees bzw. dessen oberen Kessboden sowie im Westen vom Ober- und Untersulzbachkees begrenzt. Der Kleinvenediger fällt nach Nordwesten zur sogenannten Venediger-Nordmulde steil ab, wobei der Nordgrat eine lange Verbindung zum Untersulzbachtörl bildet. Die wuchtige Nordwand fällt hingegen zum Viltragenkees ab. Der Nordostrücken endet im Schlatenkeeskopf (3.147 m), wobei der Nordostgrat ebenfalls zum Viltragenkees abfällt.

Anstiegsmöglichkeiten

Der Normalanstieg auf den Kleinvenediger (Schwierigkeitsgrad I) erfolgt von Süden und führt von der Venedigerscharte über einen Schneerücken mit etwa 10° zum mäßig geneigten Firngipfel. Obwohl der Aufstieg nur rund eine halbe Stunde von der Venedigerscharte benötigt, wird der Kleinvenediger auf Grund der Nähe zum Großvenediger nur selten begangen. Weitere Zustiegsmöglichkeiten finden sich beispielsweise über den Ostanstieg aus dem Firnboden des Schlatenkees (3.l95 m) im Nordbogen zum Gipfel (Schwierigkeitsgrad I) oder vom Untersulzbachtörl über den Nordgrat (erstmals am 15. August 1889 von einem Unbekannten mit J. Ensmann begangen, Schwierigkeitsgrad II).

Literatur

  • Hubert Peterka, Willi End: Venedigergruppe – ein Führer für Täler, Hütten und Berge. Alpenvereinsführer Ostalpen, Reihe Zentralalpen, Reihe Nördliche Kalkalpen. 4. Auflage. Bergverlag Rudolf Rother, München 1994, ISBN 3-7633-3237-5.
  • Georg Zlöbl: Die Dreitausender Osttirols im Nationalpark Hohe Tauern. Verlag Grafik Zloebl, Lienz-Tristach 2005, ISBN 3-200-00428-2.

Einzelnachweise

  1. Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, abgerufen am 19. Juli 2012
  2. Anton von Ruthner: Aus den Tauern. Berg- und Gletscherreisen in den österreichischen Hochalpen, Wien 1864, S. 414.
  3. Eduard Richter: Die Erschließung der Ostalpen, III. Band, Berlin 1894, S. 143.
  4. Willi End, Hubert Peterka: Alpenvereinsführer Venedigergruppe, S. 180.