Kraftwerk Peggau-Deutschfeistritz

f1

Kraftwerk Peggau-Deutschfeistritz
Wehranlage
Wehranlage
Lage
Kraftwerk Peggau-Deutschfeistritz (Steiermark)
Kraftwerk Peggau-Deutschfeistritz
Koordinaten 47° 12′ 32,1″ N, 15° 20′ 9″ O47.20890815.335829Koordinaten: 47° 12′ 32,1″ N, 15° 20′ 9″ O
Land: Steiermark, Österreich
Ort: Deutschfeistritz, Frohnleiten, Peggau
Gewässer: Mur
Kraftwerk
Eigentümer: Steiermärkische Elektrizitäts-Gesellschaft (STEG) ab 1910
Bauzeit: 1903-1908
Betriebsbeginn: 1908
Stilllegung: 1965
Technik
Regelarbeitsvermögen: 30 Millionen kWh
Sonstiges

Das Kraftwerk Peggau-Deutschfeistritz ist ein heute nicht mehr genutztes Laufwasserkraftwerk (Ausleitungskraftwerk) in den Gemeinden Deutschfeistritz, Frohnleiten und Peggau in der Steiermark, Österreich. Es stellt eines der bedeutendsten Zeugnisse der frühen österreichischen Elektrizitätswirtschaft dar und steht unter Denkmalschutz. Ausgelegt war es für eine Jahreskapazität von 30 Millionen kWh.[1]

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Wehranlage mit Wehrbrücke

Das Kraftwerk liegt direkt an der Mur. Während sich das Maschinenhaus in Deutschfeistritz befindet, überspannt die Wehranlage mit Ausleitung die Mur zwischen dem Frohnleitner Ortsteil Adriach und der Gemeinde Peggau. Der Stollen führt unter dem Kugelstein von Adriach nach Deutschfeistritz.[1]

Geschichte

Das Kraftwerk, die dazugehörige Wehranlage und die Stollen wurden zwischen 1903 und 1908 vom Schweizer Bauunternehmen Albert Buss & Cie. errichtet. Die Inbetriebnahme erfolgte am 2. Dezember 1908. Im Jahr 1910 kam es in den Besitz der Steiermärkischen Elektrizitäts-Gesellschaft, kurz STEG genannt. 1965 verlor das Kraftwerk durch einen Neubau in unmittelbarer Nähe seine Funktion und dient heute als Werkstätte sowie als Lagerraum.[2][1]

Beschreibung

Maschinenhaus

Das nördliche Stollenportal in Adriach

Das gesamte Kraftwerk, aber insbesondere das Maschinenhaus wurde nach Plänen von Architekt Josef Hötzl gestaltet. Das Maschinenhaus, ein langgestreckter Stahlbeton-Skelettbau, an den Ecken mit Risaliten versehen, wurde schlossartig gestaltet und mit reichem Jugendstildekor versehen. Es hat Rundbogenfenster. Die oberste Geschoßdecke weist ein flaches Gewölbe auf. In der Mitte des Gebäudes befinden sich sechs Segmenttonnengewölbe, die als Einlauföffnungen dienen. Vor dem Maschinenhaus steht ein großes Wasserbassin mit Rechen, in dem der Oberwasserkanal mündet.[2][3]

Wehr- und Schleusenanlage

Eine rund 100 Meter lange Wehranlage mit einer Wehrbrücke aus Stahlbeton gehört ebenfalls zum Kraftwerk. Die Uferwände sind durch Steindämme gesichert. Die Brücke hat vier ca. zwei Meter dicke Flusspfeiler, welche von fünf Korbbogentonnen mit je rund 12 Metern Spannweite überspannt werden. Von den insgesamt fünf Brückenfeldern bilden die drei mittleren das Grundwehr. Das westlichste Feld ist als Floßgasse mit einer weit vorgezogenen Führungsmauer ausgeführt. Das östlichste Feld diente als Grund- und Kammerschleuse. Die Schleuse ist 12 Meter breit sowie 36 Meter lang und verfügte über Doppeltore. Die eisernen Schütze der Schleuse können mit Hilfe von Zahnstangen bewegt werden. Die Anlagen zur Regulierung des Wasserspiegels innerhalb der Schleuse sind nicht mehr erhalten. Neben der Wehranlage befindet sich ein seitlich abzweigender, mit Hochwasserschild und Schlammschleuse ausgestatteter Kanaleinlauf. Der Kanaleinlauf und der Oberwasserkanal werden durch eine Schleusenkonstruktion voneinander getrennt. Sämtliche Maschinen stammen von der Firma J. M. Voith.[2][1]

Zulaufkanal

Der ca. 3,2 Kilometer lange Zulaufkanal des Kraftwerkes führt auf einer Strecke von 1073 Meter als Stollen unter dem Kugelstein bei Adriach–Badl, dem Jungfernsprung und der Klausenwand hindurch, gegenüber der historischen Badlwandgalerie. Der Stollen hat eine Querschnittsfläche von ca. 60 m². Die beiden Stollenportale sind in historistischen Formen ausgebildet[2][1] und stehen ebenfalls unter Denkmalschutz (nördliches und südliches Stollenportal).

Quellen

Einzelnachweise

  1. a b c d e  Manfred Wehdorn, Ute Georgeacopol-Winischhofer, Paul W. Roth: Baudenkmäler der Technik und Industrie in Österreich. 2, Steiermark und Kärnten, Böhlau Verlag Gesellschaft m.b.H und Co. KG, Wien 1991, ISBN 3-205-05202-1, S. 6-7 (Bei Google Books).
  2. a b c d Kraftwerksanlage Peggau-Deutschfeistritz. www.bda.at, abgerufen am 12. November 2011 (deutsch).
  3.  Manfred Wehdorn, Ute Georgeacopol-Winischhofer, Paul W. Roth: Baudenkmäler der Technik und Industrie in Österreich. 2, Steiermark und Kärnten, Böhlau Verlag Gesellschaft m.b.H und Co. KG, Wien 1991, ISBN 3-205-05202-1, S. 14-15 (Bei Google Books).

Weblinks

 Commons: Kraftwerk Peggau-Deutschfeistritz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien