Kurt Pittner

Kurt Pittner (* 5. März 1943 in Wien) ist ein österreichischer Gewichtheber.

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Werdegang

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Kurt Pittner begann 1957 als 14-Jähriger beim Meidlinger AK mit dem Hantelsport. Herbert Nevoral, Sohn des Vereinsobmanns, nahm seine Schulkameraden, Heinz Mayer, Alfred Markl und Kurt Pittner in den Athletikklub mit, und so kamen die Vier mit der Hantel in Berührung. Kurt Pittner erkannte, dass eigentlich Herbert Nevoral das bessere Talent hatte. Nach zwei Jahren sporadischem Training ist es der Überredungskunst von Heinz Mayer gelungen, Kurt zu regelmäßigem Training zu bewegen. Der Meidlinger AK feierte 1960 im Eisenbahnerheim im 5. Bezirk seinen 75-jährigen Bestand. Der Saal war voll, Heinz Conrads unter den Gästen. Die Hantelpremiere Kurt Pittners wollte nicht gelingen. Totalversager bei 60 kg im Stoßen.

Dieses Versagen animierte ihn dazu, die Anzahl der Trainingseinheiten zu erhöhen. 1962 wurde Kurt Pittner erstmals Staatsmeister, bevor er noch zum Bundesheer musste. Die B-Tauglichkeit des schmächtigen Jungmannes führte zu Diskussionen, ob der „Gewichtheber-Staatsmeister“ nun zum Sportzug oder für eine andere Verwendung eingeteilt werden sollte. Es wurde der Sportzug. Das „militärische“ Training versetzte Pittner in die Lage, 1963 bei der Staatsmeisterschaft nur Dritter zu werden. Ab 1964 folgten dann aber noch weitere 15 österreichische Titel. Pittner wollte aber mehr und auch international reüssieren. 1963 stand er erstmals im Donaupokal-Nationaldress. 1965 folgte die erste Teilnahme bei der Europameisterschaft und 1966 die erste WM-Teilnahme. Inzwischen jobbte Pittner beim Gaswerk als Hauselektriker und konnte (über Intervention) auch in der Dienstzeit trainieren. Aber so einfach war das nicht, aber für dieses Privileg setzte sich der später als Außenminister bekannt gewordene Erwin Lanc ein. Die Olympischen Spiele 1968 in Mexiko näherten sich, und Pittner schaffte bei den EM 1968 in Leningrad die Olympiaqualifikation. Das ÖOC wollte Pittner nicht ins Team nehmen. Gottfried Schödl, damals noch ÖGV-Sekretär, argumentierte und intervenierte erfolgreich. Kurt Pittner erreichte in Mexiko-Stadt einen 10. Rang im Bantamgewicht. 1971 schlug eine weitere große Stunde. Zwei WM-Bronzemedaillen in Peru. 1972 erreichte Kurt Pittner in München mit dem 5. Rang eine schon lange Zeit nicht mehr erreichte Platzierung eines Österreichers bei Olympischen Spielen. Ein Jahr später folgte wieder eine WM-Bronzemedaille. Der nicht volle Erfolg stellte Kurt Pittner nicht zufrieden. Er versuchte sich wieder im Bantamgewicht und sogar im Fliegengewicht. Staatsmeistertitel und Rekorde gaben ihm recht. Mit ein wenig Stolz blickt Kurt Pittner auf 80 österreichische Rekorde in vier Gewichtsklassen zurück. Auf Grund der Rahmenbedingungen bei den Olympischen Spielen 1976 reichte es für Kurt Pittner nur zu drei erfolglosen Reißversuchen. Dieses Erlebnis veranlasste ihn, international nicht mehr dabei sein zu wollen. National blieb er weiterhin ungeschlagen und unerreicht. 1982 trat er zu seinem letzten Wettkampf an, ehe er die HTL-Abendschule besuchte und mit Erfolg absolvierte.

Kurt Pittner spricht nicht von selbst über seine Karriere. Auf Fragen antwortet er mit Bescheidenheit und merkt auch jene Personen an, die ihn gefördert haben. Er trainierte fleißiger als andere, führte eine absolut sportliche Lebensweise, ordnete vieles in seinem Berufs- und Privatleben dem Ziel des sportlichen Erfolges unter. Als er mit dem Erreichten nicht zufrieden war, erhöhte er das Trainingspensum. Manche Dinge lagen jedoch nicht in seinem Wirkungsbereich. Wenn etwas nicht gelöst werden konnte oder wollte, störte das den sensiblen Athleten sehr wohl. Die Frage, wieviel mehr noch möglich gewesen wäre, bleibt offen.

Kurt Pittner entdeckte seinen Ehrgeiz als Lehrling. Als Elektromechaniker bei der Firma Kapsch war er bald der Beste. Er scheute keine Veränderung. Seine berufliche Laufbahn führte ihn nach der Lehre zur Post als Fernmeldemonteur, zum Gaswerk als Betriebselektriker und schließlich zum ORF als Sendetechniker. Kurt Pittner ist verheiratet und Vater eines Sohnes. Er hat, wie er sagt, kaum Zeit, denn Haus und Garten, Wandern, Bergsteigen und Radfahren zählen unter anderem zu seinen Interessen. Ein Fitnessraum vom Feinsten beherbergt seine Trophäensammlung. Plakate von WM, EM und dem ORF-Sporthilfe-Zehnkampf, wo er zum Publikumsliebling wurde, sowie tolle Aufnahmen von München 1972 zieren die Wände. Die Trophäensammlung ist in beleuchtbaren Vitrinen untergebracht. Ehrenpreise von Kammersänger Oskar Czerwenka und der für den fünften Platz bei den Olympischen Spielen vom damaligen Bürgermeister der Stadt Wien Felix Slavik gestiftete Pokal zählen zu den „wertvollsten“.

Einsätze bei internationalen Hauptbewerben

Olympiade
Ort Jahr Platz Gewicht (kg) Drücken Reißen Stoßen Zwei-/Dreikampf Info
Mexiko-Stadt 1968 10. (56) 97,5 100 125 322,5 -
München 1972 5. (60) 125 112,5 145 382,5 -
Montreal 1976 0. (56) - - - - mit 100 kg im Reißen ausgeschieden
Weltmeisterschaft
Jahr Ort Platz Gewicht (kg) Drücken Reißen Stoßen Zwei-/Dreikampf Info
1966 Berlin 10. (56) 90 85 115 285 -
1969 Warschau 8. (60) 115 105 140 360 -
1970 Philadelphia 0. (60) - - - - im Drücken ausgeschieden
1971 Lima 5. (60) 120 112,5 140 372,5 Bronze im Drücken und Reißen
1973 Havanna 0. (60) - 115* 0** 0 *Bronze im Reißen / ** im Stoßen ausgeschieden
1974 Manila 0. (60) - 115 0* 0 *im Stoßen ausgeschieden
1975 Moskau 5. (56) - 105 127,5 232,5 -
Europameisterschaft
Jahr Ort Platz Gewicht (kg) Drücken Reißen Stoßen Zwei-/Dreikampf Info
1965 Sofia 7. (56) 87,5 87,5 110 285 -
1966 Berlin 6. (56) 90 85 115 290 -
1968 Leningrad 6. (56) 100 95 125 320 -
1969 Warschau 6. (60) 115 105 140 360 -
1970 Szombathely 7. (60) 115 105 137,5 357,5 -
1971 Sofia 6. (60) 122,5 112,5 145 380 -
1973 Madrid 5. (60) - 115 140 255 -
1974 Verona 0. (60) - - - - ausgeschieden
1975 Moskau 5. (56) - 105 127,5 232,5 -
1976 Berlin 7. (56) - 105 130 235 -
Donaupokal
Jahr Ort Platz Gewicht (kg) Drücken Reißen Stoßen Zwei-/Dreikampf Info
1963 Sofia 6. (56) 75 75 100 250 -
1965 Budapest 5. (56) 87,5 82,5 112,5 282,5 -
1966 Wien 2. (56) 95 90 120 305 -
1967 Pressburg 4. (56) 95 85 115 295 -
1968 Donaueschingen 2. (56) 97,5 95 125 317,5 -
1969 Bukarest 1. (56) 102,5 102,5 127,5 332,5 -
1970 Sofia 0. (60) - - - - ausgeschieden
1971 Split 2. (60) 120 107,5 140 367,5 -
1972 Budapest 2. (60) 117,5 115 140 372,5 -
1973 Havirov 2. (60) - 110 147,5 257,5 -
1974 Braunau 4. (60) - 105 130 235 -
1976 Galati 3. (56) - 105 130 235 -

Quellen

Buch „Gewichtheben in Österreich – Bilanz sportlichen Strebens“ von Gerhard Peya, Ausgabe 2010

Weblinks

Profil Kurt Pittner