Linzer Christkindlmärkte

Der Linzer Christkindlmarkt ist ein Weinachtsmarkt in Linz. Dieser wird in der Vorweihnachtszeit, nachweislich seit 1894, in der heutigen Form abgehalten, wobei es diese aber schon in ähnlicher Form seit dem Mittelalter gibt, diese damals aber eher eine Art Markt für Lebensmittel für die Weihnachtsfeiertage war.

Neben mehreren kleineren Märkten gibt es zwei große Weihnachtsmärkte in Linz, den Christkindlmarkt auf dem Linzer Hauptplatz und den Christkindlmarkt im Volksgarten.

Inhaltsverzeichnis

Erscheinungsbild der Christkindlmärkte

Alle Weihnachtsmärkte in Linz – wie auch in anderen Städten – sind gekennzeichnet von Ständen, die weihnachtliche Backwaren, regionale Spezialitäten, diverse Süßigkeiten, Spielzeug, Christbaumschmuck und kleinere Geschenke anbieten. Ergänzt wird das Angebot von Essens- und Getränkeständen, die warme Speisen, gebrannte Mandeln und andere Nussmischungen sowie Glühwein, Glühmost und Punsch anbieten.

Geschichte

Geschichte bis 1938

Prinzipiell geht die Idee Weihnachtsmärkte zu veranstalten auf spätmitteralterliche Verkaufsmessen zurück. Diese häufig eintägigen Märkte gaben den BürgerInnen zu Beginn der kalten Jahreszeit die letzte Gelegenheit, sich mit Nahrungsmitteln vor dem Winter einzudecken. Seit Anfang des 20.Jahrhunderts wurden die Märkte jedoch zu einem Element des Weihnachtsbrauchtums. Meistens beginnen rund um den ersten Advent die Christkindlmärkte und schließen zum eigentlichen Weihnachtsfest wieder. Der erste Linzer Christkindlmarkt fand am 23. und am 24. Dezember 1894 statt. Diese wurden bis zum Beginn des 1. Weltkrieges abgehalten. Nach den schweren Jahren nach dem 1. Weltkrieg begannen erneut die Tradition dieser Weihnachtsmärkte, wobei es nun auch einen wieder Nikolomarkt gab, der am 5 und 6 Dezember abgehalten worden ist. Beide mussten 1938 dem Verkehr am Hauptplatz weichen.

Geschichte in der Nachkriegszeit

Nach dem Ende des Völkerringens wurde 1946 sowohl der Weihnachts- als auch Nikolausmarkt in einem bescheidenen Rahmen am Blumauerplatz ab 1949 auf dem Marktplatz (Altstadt) und ab 1952 auf dem Hessen- sowie Bernascheckplatz. In einer Sitzung am 17. November 1952 fixierte der Linzer Stadtrat verbindlich die Zeitdauer der beiden Märkte: Nikolausmarkt 3.-10 Dezember, Weihnachtsmarkt von 11. Dezember bis 1. Jänner.

1956 übersiedelte der Markt in den Volksgarten (Linz), wo er heute noch immer veranstaltet wird. Ein Gremium aus Ausstellungsverein, Markt- und Lebensmittelpolizei, der Volkshochschule sowie Vertretern des Gartenamtes – die sich sorgten die Parkanlage könnte in Mitleidenschaft gezogen werden – entwickelte den Markt. Der Markt wird bis heute in der heutigen Form abgehalten und ist nach dem Urfahraner Markt der bedeutendste periodische Markt in Linz.

Christkindlmarkt im Linzer Volksgarten

Geschichte

Der Weihnachtsmarkt im Volksgarten Linz wurde trotz Bedenken, dass die Parkanlage zu sehr in Mitleidenschaft gezogen werden würde am 3. Dezember 1956 eröffnet. Der Markt, der zu Beginn mit nur einigen wenigen beleuchteten Bäumen und vereinzelt zu betrachtenden Märchengruppen versehen war, hat sich mittlerweile zu einem Lichtermeer von der Blumau bis zur Donau entwickelt. Der starke Besucheransturm verursachte an zahlreichen Wochenenden während den Öffnungszeiten immer wieder eine Sperrung der Landstraße durch die Polizei. Ein Highlight des Weihnachtsmarktes ist eine Krippe aus Holz mit lebensgroßen Figuren, die mit einem knapp 60m² großen Dach auch bei Regen und Schlechtwetter die Möglichkeit bietet die Figuren zu betrachten. Seit dem Jahr 2005 werden immer wieder Aktionen an Schulen gestartet, in denen im Werkunterricht Kunstwerke und Christbaumschmuck gebastelt werden. Diese werden schließlich ab Beginn des Weihnachtsmarktes von den Schülern und Schülerinnen im Volksgarten ausgestellt.

Besonderheiten

Der inhaltliche Schwerpunkt dieses Weihnachtsmarktes liegt bei Kindern, er steht unter dem Motto Märchenweihnacht, deswegen trägt er auch im Volksmund den Namen "Märchenwald". In kleinen Holzhütten werden verschiedene Märchen gezeigt. Die Figuren werden durch Elektromotoren angetrieben. Folgende Märchen sind im Volksgarten ausgestellt:

Weihnachtsmarkt-Volksgarten-Märchen Aschenputtel
Märchen
Schneewitchen und die sieben Zwerge
Tischlein deck dich
Frau Holle
Hänsel und Gretel
Aschenputtel
Rumepelstilzchen

Christkindlmarkt am Linzer Hauptplatz

Hauptplatz Linz Weihnachtsmarkt

Geschichte

Der Linzer Bürgermeister Franz Hillinger gab 1980 dem Marktamt den Auftrag den 1979 neu gestalteten Hauptplatz durch einen Christkindlmarkt attraktiver zu gestalten. Bereits 1979 gab es einen kleinen Markt, von 10 Kaufleuten veranstaltet, mit dem getestet wurde, wie ein solcher Markt bei der Bevölkerung grundsätzlich ankommen würde. Die Ausrichtung zur Kunst zeigt sich auch in der Tatsache, das drei Kunstmaler zu den Gründungsmitglieder zählen und auch heute noch vertreten sind. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten konnte er sich neben dem länger existierenden Christkindlmarkt im Volksgarten etablieren. Im Jahre 1990 fand der Markt vor dem Neuen Rathaus in Urfahr statt, da am Hauptplatz Bauarbeiten stattfanden. Der Markt fand ein Jahr später, also 1991 wieder am Hautplatz statt. Es wurde seit diesem Tag eine Neugestaltung erwogen, jedoch zogen sich diese hin. Nach einem missglückten Versuch gelang es 1998 unter dem Schutz des damaligen Bürgermeister Dr. Franz Dobusch und dem Stadtrat Dr. Peter Sonnberger die Modernisierungen zu beginnen. Die heute noch bestehenden achteckigen Hütten aus Holz, die von Formrohrnirokäfigen gehalten werden mit Flachdach und dekorativer Pyramide wurde von der Oberaigner konstruiert. Zuerst baute das Unternehmen einen Prototyp und präsentierte diesen im Hof des alten Rathauses. Nach einigen Modifikationen wurden innerhalb 7 Monate 70 dieser Hütten gebaut. Der Christkindlmarkt am Linzer Hauptplatz ist ein Markt, welcher für Erwachsene und insbesondere Kunstliebhaber ausgerichtet ist. Für Künstler und Kunsthandwerker bieten sich eine große Auswahl an selbst gefertigtem Christbaumschmuck, Töpfer-und Glaswaren, Modeschmuck, in althergebrachter filigraner Manier bis hin zu italienischer Glashüttenkunst an. Im Zuge der Modifikation im Jahre 2003 wurden achteckige Hütten aufgestellt, die über den Lichtergirlanden je ein handgemaltes Bild tragen, die sehenswerte Motive der Stadt Linz darstellen. Gemalt wurden diese Bilder vom Linzer Kunstmaler Kurt Panzenberger.

Besonderheiten

Ein Kennzeichen des Christkindlmarktes am Linzer Hauptplatz ist der alljährlich dort aufgestellte große Christbaum. Dieser Baum wird jedes Jahr von einer anderen Ortsgemeinde von Oberösterreich als Linzer Weihnachtsbaum gesponsert und aufgestellt. Unter dem Weihnachtsbaum ist eine Weihnachtskrippe aufgestellt. Zudem erscheint der Nikolaus mit seinen Helfern auf dem Weihnachtsmakrt und verteilt kleinere Geschenke an Kinder.

Kunsthandwerk

Der Linzer Christkindlmarkt ist bekannt als Markt des Kunsthandwerkes und der Künstler. Nicht nur Kunstmalerei, auch Töpferei und Glaskunst findet man hier, sowie Schmuck und Kerzenateliers.

Veranstaltungen

Fast täglich ab 17.00 gibt es auf dem Christkindlmarkt diverse Aktivitäten für Besucher. Neben musikalischen Darbietungen gibt es auch einen Perchtenlauf und traditionell kommt am 6. Dezember der Nikolaus.

Weblinks

Literatur

  • Manfred Stepany: Linz aktiv – Weihnachtsmärkte Linz. Gutenberg Verlag (1977), S. 44–47