Linzer Straße

Linzer Straße
[[:Kategorie:{{{Kategorie}}}|Straße in Wien]]
Linzer Straße
Linzer Straße auf Höhe der Baumgartner Pfarrkirche am Gruschaplatz
Basisdaten
Ort Wien
Ortsteil Penzing
Angelegt Frühes Mittelalter
Hist. Namen Poststraße, Hauptstraße (bis 1894)
Anschlussstraßen Mariahilfer Straße (im Osten), Hauptstraße (im Westen)
Plätze Gruschaplatz, Leon-Askin-Platz
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr,, Straßenbahnlinien 10, 52, 49, Autobuslinie 47A, diverse regionale Autobuslinien
Technische Daten
Straßenlänge ca. 6600 Meter


Linzer Straße bei der Baumgartner Pfarrkirche
Linzer Straße bei Nr. 357, stadtauswärts
Linzer Straße und Hütteldorfer Pfarrkirche
Hugo-Breitner-Hof an der Linzer Straße (Innenhof)
Casino Baumgarten an der Linzer Straße

Die Linzer Straße ist eine Hauptstraße im Westen Wiens. Sie führt durch den 14. Wiener Gemeindebezirk Penzing sowie durch den 15. Wiener Gemeindebezirk Rudolfsheim-Fünfhaus. Die Straße hieß bis 1894 in Penzing Poststraße bzw. Linzer Poststraße, in Baumgarten und Hütteldorf hieß sie Hauptstraße.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Seit dem frühen Mittelalter gab es parallel zum Wienfluss im Norden einen Straßenzug, der im Groben der heutigen Linzer Straße entsprach. Ab dem 9. Jahrhundert entstanden an diesem Straßenzug die drei Wiener Vororte Penzing, Baumgarten und Hütteldorf. Dazwischen erstreckten sich weite Ackerfelder, Weiden und Weinberge. Seit dem Mittelalter war die Linzer Straße die wichtigste Verkehrsader für die Post, die über diese Straße in den Westen Österreichs geliefert wurde, so auch nach Linz.

Ab dem 19. Jahrhundert siedelten sich zahlreiche Industriebetriebe, wie etwa Maschinen- und Chemiefabriken, im Gebiet zwischen Penzing und Baumgarten an. Seit 1858 verläuft parallel zur Linzer Straße die Westbahn durch den 14. Bezirk und weiter ins Stadtzentrum zum Westbahnhof.

Als in den 1890er Jahren die Einwohnerzahl Wiens stetig stieg, entstanden im Osten Penzings – im Bereich Johnstraße, Linzer Straße, Ameisgasse, Hütteldorfer Straße – die Arbeiterviertel mit etlichen Zinshäusern und einem rasterförmigen Straßennetz. Seit dem Jahr 1907 führt die Straßenbahnlinie 52 durch die Linzer Straße.

1957 entstand zwischen Hütteldorf und Baumgarten an der Linzer Straße der Hugo-Breitner-Hof, der rund 3.500 Einwohner umfasst. 1977 wurde in Hütteldorf das Weststadion – später Gerhard-Hanappi-Stadion genannt – erbaut, das die Heimstätte des österreichischen Rekordmeisters SK Rapid Wien wurde. 1994-1997 wurde das „Waldbad Penzing“, heute „Hallenbad Hütteldorf“ genannt, erbaut. Das letzte größere Bauvorhaben war die „Workstation Wien West“ (Kurz „WWW“), welche auf den Gründen der ehemaligen Fa. Schärdinger von 2000 bis 2004 erbaut wurde.

Heute ist die Linzer Straße die wichtigste Verkehrsachse im 14. Bezirk und gilt als effektivste Ausweichroute zur Westausfahrt entlang des Wienflusses.

Verlauf

Die Linzer Straße beginnt bei der Gabelung Mariahilfer Straße / Zollernsperggasse / Anschützgasse (auf Höhe der Remise Rudolfsheim mit Hausnummer 2a) im Gebiet des 15. Wiener Gemeindebezirkes Rudolfsheim-Fünfhaus. Anschließend führt sie – an der Rückseite des Technischen Museums entlang – in nordwestlicher Richtung zur Kreuzung mit der Schloßallee (vom Süden und vom Schloss Schönbrunn kommend), mit der Johnstraße (in Verlängerung der Schloßalle nach Norden zur Schmelz verlaufend) und der Felberstraße (vom Osten, dem Gürtel und dem Westbahnhof kommend). Kurz vor der Kreuzung unterquert sie unter einem eigenen Brückenteil noch die Westbahn. An dieser großen Kreuzung erreicht die Linzer Straße das Stadtgebiet des 14. Bezirkes Penzing und wird ab diesem Punkt von den von der Kennedybrücke bzw. der äußeren Mariahilfer Straße kommenden Straßenbahnlinien 10 und 52 begleitet. Während die Linie 10 bei der Reinlgasse nach Norden Richtung Breitensee abzweigt, verfolgt die Linie 52 die Linzer Straße weiter bis zur Endstelle am Baumgartner Spitz.

Kurz nach der Johnstraße beginnt der Ortskern von Penzing mit vielen alten Gasthäusern und Handwerksbetrieben. Während man den Ortskern von Penzing passiert, unterquert man eine Unterführung der Vorortelinie (heute S45) auf Höhe der Diesterweggasse. Danach folgt eine langgezogene Rechtskurve bis zur Ameisgasse, wo noch einige Industriebauten aus dem 19. Jahrhundert stehen.

Ab der Ameisgasse beginnen nun moderne Wohnviertel mit vielen Grünflächen. Auf Höhe der Lützowgasse fällt das Gelände steil ab und hier erreicht die Linzer Straße ihre maximale Breite von rund 25 Metern, der Straßenverlauf ist durch langgezogene Kurven geprägt, bis man bei der Zehetnergasse den Bezirksteil Baumgarten erreicht. Ab hier hat die Linzer Straße dörflichen Charakter, wo historische Bauten wie die Baumgartner Pfarrkirche am Gruschaplatz oder das Casino Baumgarten liegen.

Nach dem Bezirksteil Baumgarten steigt das Gelände wieder leicht an und die Linzer Straße passiert in nordwestlicher Richtung den Baumgartner Casinopark und danach den Baumgartner Spitz, wo sie mit der zweitwichtigsten Verbindung Penzings, der Hütteldorfer Straße, zusammentrifft. Am Baumgartner Spitz endet die Linie 52 und die Linie 49 aus der Hütteldorfer Straße folgt nun der Linzer Straße bis Hütteldorf. Auf der linken Seite findet man nun den Hugo-Breitner-Hof und anschließend daran das Gerhard-Hanappi-Stadion.

Unmittelbar danach beginnt Hütteldorf, mit vielen historischen Bauten und der Pfarrkirche auf Hausnummer 424. Nach der Pfarrkirche endet nun die Straßenbahnlinie 49 und der letzte, gleisfreie Abschnitt der Linzer Straße beginnt. Hier fällt das Gelände erneut ab und in einem großen Rechtsbogen führt die Linzer Straße in Richtung des Wientals. Auf der linken Seite liegt das Europahaus auf Hausnummer 431, die rechte Seite wird von modernen Reihenhäusern geprägt.

Am Ende der Linzer Straße findet man auf der rechten Seite bei Hausnummer 512 eine kleine, alte Kapelle und unmittelbar darauf beginnt die Hadersdorfer Hauptstraße, welche noch rund drei Kilometer bis zur Wiener Stadtgrenze reicht.

Die Gesamtlänge der Linzer Straße beträgt rund 6,6 Kilometer.

Anliegende Gebäude

  • Wagenhalle III des Betriebsbahnhofs Rudolfsheim (Hausnummer 2a, errichtet mit expressionistischen Stilelementen[1] in den Jahren 1926–1928 nach Plänen des Architekten Othmar Tichy[2] ; wurde im Jahr 2005 zu einer neuen Revisionshalle umgebaut[3])
  • Technisches Museum, Rückseite (Hausnummer 3; Museumsadresse Mariahilfer Straße 212)
  • Geburtshaus von Gustav Klimt (1862 wurde der Österreichische Maler Gustav Klimt in diesem ebenerdigen Haus geboren, es wurde 1966 abgerissen und eine Wohnhausanlage errichtet. Heute erinnert eine Gedenktafel an ihn.)
  • Baumgartner Pfarrkirche (Hausnummer 259, errichtet 1906, neuromanische Pfarrkirche, 57 m hoch)
  • Casino Baumgarten (Hausnummer 297, errichtet 1779, ehemals Schloss von General Andreas Hadik von Futak)
  • Hugo-Breitner-Hof (Hausnummer 299-325, errichtet 1957, einer der größten kommunalen Wohnbauten Wiens der Nachkriegszeit)
  • Gerhard-Hanappi-Stadion, (Höhe Hausnummer 357, errichtet 1977, Heimstätte des SK Rapid Wien)
  • Pfarrkirche St.Andreas Hütteldorf (Hausnummer 422, errichtet 1882, neugotischer Sichtziegelbau)
  • Veranstaltungszentrum Europahaus (Hausnummer 429, errichtet 1750-1956, Konferenzzentrum & Tagungshaus)

Einzelnachweise

  1. Stadtverkehr-Austria-Wiki: Betriebsbahnhof Rudolfsheim (RDH). Abgerufen am 28. April 2010.
  2. Othmar Tichy. In: Architektenlexikon Wien 1770–1945. Herausgegeben vom Architekturzentrum Wien. Wien 2007.
  3. INFO-TECHNO Baudatenbank GmbH: Umbaumaßnahmen für eine neue Revisionshalle beim Bahnhof Rudolfsheim in Wien 15. Abgerufen am 28. April 2010.

Weblinks

 Commons: Linzer Straße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.19522116.283057Koordinaten: 48° 11′ 43″ N, 16° 16′ 59″ O