Lucie Gordian

Lucie Gordian, geborene Goldner (* 1918 in Wien; † 2000) war eine österreichische Schwimmerin.

Leben

Sie war eine von acht jüdischen Sportlerinnen und Sportlern, die 1936 vom ÖOC in die österreichische Olympia-Mannschaft berufen worden waren, aber als Zeichen des Protests gegen die Rassenpolitik des Dritten Reiches und wegen der Verfolgung der Juden in Deutschland die Olympischen Spiele in Berlin boykottierten.

Lucie Goldner wurde, wie auch die beiden anderen Hakoah-Schwimmerinnen Judith Deutsch und Ruth Langer, vom Österreichischen Schwimmverband lebenslänglich gesperrt sowie aller Titel und Medaillen für verlustig erklärt. Erst nach massiven internationalen Protesten wurde die Sperre auf zwei Jahre reduziert, die Tilgung ihrer Namen aus der Liste der Bestleistungen blieb aber bestehen. Eine Rehabilitierung erfolgte erst anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Österreichischen Schwimmverband (VÖS).

Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte Lucie Gordian in Australien und trainierte dort das Schwimmteam des Bundesstaats Victoria.

Literatur

  • Ignaz H. Körner: Lexikon jüdischer Sportler in Wien 1900-1938. Mandelbaum, Wien 2008. ISBN 978-3-85476-265-2
  • Joseph Siegman: Jewish Sports Legends: The International Jewish Sports Hall of Fame. Washington D.C. 2000. ISBN 1-574-88128-0
  • Bernard Postal, Jesse Silver, Roy Silver: Encyclopedia of Jews in Sports. New York 1965.
  • Paul Taylor: Jews and the Olympic Games: the clash between sport and politics. Sussex Academic Press, 2004, ISBN 1-903900-87-5

Weblinks