Ludwig Sölder

Ludwig Sölder (* 3. Februar 1921; † 2. Mai 2010[1]) war ein österreichischer Gerechter unter den Völkern.

Der Tiroler Ludwig Sölder aus Thaur bei Innsbruck bewahrte 1943 zwei jüdische Frauen in Jugoslawien vor dem Tod. Er war damals als 21-jähriger Leutnant der Wehrmacht zu einer Infanteriedivision im Einsatzbereich Kroatien beordert worden. Die Einheit stand in Crkvenica, einem Küstenort an der nördlichen Adria. Eines Tages bekam Sölder den Auftrag, bei Nacht das Haus zweier jüdischer Frauen zu umstellen und die Frauen, Mutter und Tochter festzunehmen. Es handelte sich um zwei Jüdinnen, die angeblich mit Partisanen in Verbindung standen und diesen gelegentlich in ihrem Haus Unterschlupf gewährten.

Er beorderte die Soldaten zurück und erteilte der jüngeren Frau den Auftrag, am darauf folgenden Vormittag bei ihm zur Vernehmung zu erscheinen. Bei der Einvernahme gewann Sölder den Eindruck, dass die Frauen zu Unrecht beschuldigt wurden. Obwohl er sich der Gefahr bewusst war, stellte er ihnen, Zlata Schulteiss und ihrer Mutter, eine mit dem Stempel der Kompanie versehene „Unbescholtenheitserklärung“ aus, damit sie gefahrlos den Krieg überleben könnten.

Nach dem Krieg begann er sein Studium an der Leopold-Franzens-Universität in Innsbruck und trat der K.Ö.H.V. Leopoldina im ÖCV bei, deren erster Senior nach dem Zweiten Weltkrieg er wurde. Schon in seiner Schulzeit wurde er Mitglied der K.Ö.St.V. Sternkorona Hall. Er blieb zeitlebens Mitglied in seinen Studentenverbindungen.[2]

Am 3. August 1995 fand im Bürgersaal des alten Rathauses in Innsbruck ein Festakt statt, in dem der Hofrat der Tiroler Landesregierung Dr. Ludwig Sölder vom Staat Israel und der israelitischen Kultusgemeinde in Innsbruck für seine Tat, die er 1943 als Offizier der Wehrmacht begangen hatte, geehrt wurde. Am Festakt nahm unter anderem auch die von ihm gerettete Zlata Schulteiss teil.

Einzelnachweise

  1. Traueranzeige für Sölder bei der Tiroler Tageszeitung; Abgerufen am 20. Mai 2012
  2. ÖCV-Gesamtverzeichnis 2009, S. IV-572, Le 1945, SKH 1937

Weblinks