Messkapelle Gößl

Die Raphael-Kirche in Gößl

Die Messkapelle Gößl ist eine Filiale der römisch-katholischen Pfarre Grundlsee in der Kastralgemeinde Gößl der Gemeinde Grundlsee im Ausseerland in der Steiermark. Ihr Patron ist der Hl. Raphael.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Kirche in Gößl ist nicht Eigentum der katholischen Kirche, sondern im Privatbesitz von 14 Gößler Bauernfamilien. Schon 1792 beantragten die Bewohner von Gößl den Bau einer eigenen Kirche, da der Weg zur Kirche nach Bad Aussee zum sonntägigen Besuch der Messe vor allem im Winter sehr beschwerlich war und die Pfarrkirche in Grundlsee erst um 1900 erbaut wurde. Jedoch alle zuständigen Behörden lehnten den Bau auf Grund der hohen Kosten für die wenigen Dorfbewohner ab. Dies geht aus einem Bericht des Pflegers der k.k. Herrschaft Pflinsberg, Johann Josef Forstner, hevor: „... dass diese Kurazie in Gößl vielleicht unnöthig, unnütz und für das höchste Aerarium sehr kostspielig zu seyn scheinen möge ...“. In seinem Bericht steht auch, dass es besser sei, wenn es unbedingt notwendig ist, eine Kirche nicht in Gößl, sondern in Gaiswinkel zu errichten, da sie für alle Grundlseer günstiger zu erreichen wäre. Die Diskussionen dauerten fast 40 Jahre, bis die Gößler ihre Kirche von 1819 bis 1820 auf eigenem Grund mit einem Beitrag von Erzherzog Johann erbaut. Am 10. August 1821 konnte in der kleinen Kirche die erste Hl.Messe gefeiert werden. Schon 1833 wurde der Bau vergrößert und der Holzbau durch einen Mauerbau ersetzt. Die Sakristei und der Dachreiter wurden 1903 errichtet.

Bis 1952 war die Raphaelskirche Filialkirche der Pfarre Bad Aussee. Seitdem die Pfarre Grundlsee eigenständig ist, untersteht sie dieser.

Architektur

Es ist nicht überliefert, wie die ursprüngliche Kirche aus Holz ausgestattet war. Der heutige Hauptaltar, ein Renaissancealtar aus 1663, stammt aus der Pfarrkirche in Bad Aussee. Das Altarbild ist jedoch jünger und wurde angeblich von einem Maler namens Moser aus Kainisch gemalt. Es zeigt den Erzengel Raphael, den Kirchenpatron, mit dem jungen Tobias beim Fangen eines großen Fisches. Auf beiden Seiten des Altars stehen zwei Heiligenfiguren, rechts eine barocke Figur des Hl. Rochus und links eine gotische Schnitzfigur, die wahrscheinlich den Hl. Augustinus darstellt. Sie wurden gemeinsam mit dem Altar aus Bad Aussee hierher gebracht.

1969 wurden bei einem Einbruch eine barocke Figur des Hl. Sebastian und zwei Engelleuchter gestohlen. Die neue Figur des Hl. Sebastian ist von Johann Steinegger aus Gößl geschnitzt und wurde von einer ungenannten Person gespendet. Teil der Ausstattung ist auch ein Bild, das die Anbetung der Hirten, gekleidet in alte Ausseer Trachten, zeigt. Es wurde von Maria Mautner-Kalbeck, einer Schwester von Konrad Mautner gemalt. Weiters gibt es eine Ikone Christus der Weinstock gemalt von Heide Amon, nach Leo Moskos. Eine kleine Figur der Hl. Barbara wurde vom Grundlseer Bildhauer Hans Mayerl geschnitzt.

Über dem Altar befindet sich ein großes Deckenfresko, das 1950 anlässlich einer Kirchenrenovierung vom Maler Hausknecht und angeblich auch vom Theologen Johannes Ude gemalt wurde. Es zeigt die Heilige Dreifaltigkeit mit Gottvater in der Mitte, darunter Christus und der Hl. Geist in Gestalt einer Taube, umgeben von den vier Evangelisten. Links davon sieht man die Gottesmutter und rechts Johannes den Täufer, welcher die Züge von Johannes Ude trägt.

An der Außenfassade der Kirche befindet sich ein Fresko des Hl. Christophorus. Es wurde von Karl Hauk, einem Freund Udes, gemalt und von Irmgard Schlömmer 1984 restauriert. Links und rechts des Einganges befinden sich Gedenktafeln für die Gefallenen der beiden Weltkriege.

Literatur

Weblinks

47.63972113.904016Koordinaten: 47° 38′ 23″ N, 13° 54′ 14″ O