Palais Kaunitz

Dieser Artikel befasst sich mit dem Palais Kaunitz im Wiener Stadtteil Mariahilf. Für weitere Bedeutungen siehe Palais Kaunitz (Begriffsklärung).

Als Palais Kaunitz (aber auch Palais Albrechtsburg und Palais Esterházy) wurde ein mehrfach umgebautes Gartenpalais im Wiener Stadtteil Mariahilf bezeichnet, das 1970 einem Neubau des Amerlinggymnasiums (Amerlingstr. 6) weichen musste.

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts hatte Johann Ignaz Albrecht von Albrechtsburg hier ein Vorstadtpalais errichten lassen, das Johann Bernhard Fischer von Erlach zugeschrieben wird. 1759 wurde unter Graf Wenzel Anton Kaunitz die Kuppel über dem oktogonalen Mittelrisalit abgetragen, 1780 der gegen die heutige Amerlingstraße gewandte Ehrenhof geschlossen. Ab 1814 wurde unter Graf Nikolaus II. Esterházy de Galantha (1765–1833) das Innere weitgehend verändert. 1868 gelangte das Gebäude in den Besitz der Gemeinde Wien, ein Jahr später zog das Marianische Gymnasium Mariahilf ein, was weitere Umbauten nach sich zog. Seither wurde der stattliche Bau zu Schulzwecken genutzt.

1955–60 wurde auf Betreiben des Bundesdenkmalamtes und der damaligen Schuldirektion noch eine behutsame Sanierung durchgeführt, 1967 aber wurde auf Betreiben der Bundesgebäudeverwaltung eine Aufhebung des Denkmalschutzes durchgesetzt. Heftige Proteste in den Medien, auch von Seiten bekannter Persönlichkeiten, konnten den Beginn der Abbrucharbeiten (1970) nicht verhindern. Allerdings konnten Teile des künstlerischen Schmucks gerettet werden. Das Deckenfresko des großen Saals soll sich beispielsweise im heutigen jüdischen Museum befinden, allerdings hinter einer Zwischendecke verborgen.

Literatur

  • Edgard Haider: Verlorenes Wien - Adelspaläste vergangener Tage. Wien 1984, ISBN 3-205-07220-0
  • Dieter Klein, Martin Kupf, Robert Schediwy: Stadtbildverluste Wien - Ein Rückblick auf fünf Jahrzehnte. Wien 2005, ISBN 3-8258-7754-x

Weblinks

48.19722222222216.351388888889Koordinaten: 48° 11′ 50″ N, 16° 21′ 5″ O