Research Center for Non Destructive Testing

Research Center for Non Destructive Testing
Rechtsform GmbH (Österreich)
Gründung 2009 Gründung der RECENDT GmbH, ehemalige Forschungsabteilung „Berührungslose Sensorik“ der Upper Austrian Research GmbH (2001-2009)
Sitz Linz, Österreich
Branche Grundlagenforschung, Angewandte Forschung, Entwicklung, Consulting
Website www.recendt.at

Die Research Center for Non Destructive Testing GmbH (RECENDT) ist ein international anerkanntes Forschungszentrum für Materialcharakterisierung und zerstörungsfreie Werkstoffprüfung.

Inhaltsverzeichnis

Forschungsfelder

Die RECENDT erforscht, entwickelt und realisiert kundenspezifische, maßgeschneiderte Hightech-Lösungen im Bereich der Materialcharakterisierung und zerstörungsfreien Werkstoffprüfung. Das Leistungsspektrum von RECENDT umfasst die gesamte Forschung und Entwicklung-Prozesskette von anwendungsorientierter Grundlagenforschung bis zur Entwicklung neuester Gerätetechnologien für den Einsatz in der Industrie.

RECENDT erforscht und entwickelt opto-akustische Messmethoden für Problemstellungen im Bereich der Materialcharakterisierung, der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung und der Prozessanalytik. Ein interdisziplinäres Team aus Physikern, Chemikern, Mechatronikern und Entwicklungsingenieuren deckt das gesamte Themenfeld intelligenter Sensorik ab.[1]

Die Firma ist Partner in mehreren nationalen und internationalen Forschungsprojekten, beispielsweise am COMET-Programm der Bundesregierung.[2] geförderten Projekten wie den K-Projekten Process Analytical Chemistry (PAC) zur Weiterentwicklung der Methoden der Prozessanalytik[3] , und Zerstörungsfreie Prüfung und Tomografie (ZPT),[4] und EU-Projekten wie ENCOMB (Extended Non-Destructive Testing of Composite Bonds)[5] oder InsideFood zur zerstörungsfreien Prüfung von Lebensmitteln.[6].

2009 erhielt RECENDT den Zuschlag zum einzigen außeruniversitären Christian Doppler-Labor für Photoakustik und Laser-Ultraschall.[7]

Das Leistungsspektrum der RECENDT ist innerhalb der Stärkefelder der oberösterreichischen Forschungslandschaft in den Bereichen Mechatronik/ Prozessautomatisierung, Innovative Werkstoffe/Leichtbau und Life Science angesiedelt.[8]

Infrarot – Spektroskopie

Durch Detektion von Änderungen im Spektrum des Lichts im infraroten Wellenlängenbereich können detaillierte Informationen über Präsenz und Bindungscharakter funktioneller Gruppen in der Probe gewonnen werden. Das macht diese Technik zu einer wichtigen Analysemethode für die Identifikation und Charakterisierung von unbekannten Proben sowie für die Untersuchung von Wechselwirkungen zwischen unterschiedlichen Verbindungen und stellt daher eine geeignete Messmethode zur quantitativen und qualitativen Analyse der Zusammensetzung von Feststoffen und Flüssigkeiten dar.[9] Infrarot – Spektroskopie ist insbesondere für die Anwendung in der Prozessanalytik in der chemischen Industrie geeignet.

Optische Kohärenztomographie

Die optische Kohärenztomographie (OCT) ist eine optische Mess- und Abbildungsmethode, die die Möglichkeit bietet, mittels Infrarotlicht kontakt- und zerstörungsfrei Querschnittsbilder einer Probe anzufertigen. Das physikalische Prinzip hinter dieser Methode ist die interferometrische Überlagerung von Infrarotlichtwellen, die aus unterschiedlichen Probentiefen zurückgestreut werden, mit einer Referenzwelle. Die rückgestreute Intensität enthält die Tiefeninformation der Probe und lässt sich, nach Anwendung mathematischer Algorithmen, als Querschnittsbild darstellen.[10] Optische Kohärenztomographie ist insbesondere für die Analyse von Kunststoffen geeignet.

Laser Ultraschall

Laser Ultraschall ist eine Methode Ultraschallsignale berührungslos mittels eines Lasers in einer Probe zu erzeugen und wiederum berührungslos zu detektieren. Herkömmliche Ultraschallmessungen haben den Nachteil, dass die Probe in direktem Kontakt mit der Messapparatur stehen muss. An sehr heißen Proben (z. B. glühendem Stahl) oder an Proben an denen eine kontaktierende Messung durch die Prüfvorschrift nicht erlaubt ist, ermöglicht Laser Ultraschall eine schnelle Prüfung.[11] Laser Ultraschall ist insbesondere für die Prüfung von Bauteilen aus Metall oder aus Verbundwerkstoffen (z. B. CFK) geeignet.

Photoakustische Bildgebung

Für die Erzeugung photoakustischer Signale werden kurze Laserpulse (wenige Nanosekunden lang) verwendet. Wird der Laser in dem abzubildenden Objekt absorbiert, kommt es zu einer thermoelastischen Ausdehnung (photoakustischer Effekt), wodurch ein breitbandiges Ultraschallsignal ausgesendet wird. Ein Detektor nimmt diese photoakustischen Signale an mehreren Positionen an der Oberfläche der Probe auf. Aus einem derartigen Datensatz können entweder Schnittbilder des Objektes oder, unter Verwendung ausgefeilter Rekonstruktionsalgorithmen, das ganze Volumen berechnet werden.[12] Photoakustische Bildgebung wird insbesondere zur Darstellung biomedizinischer Proben und bei optisch teiltransparenten Kunststoffen eingesetzt.

Terahertz Technologie

Der Terahertz (THz) Frequenzbereich ist im elektromagnetischen Spektrum zwischen Mikrowellen- und Infrarotstrahlung angesiedelt. Als interessante Eigenschaft weist THz-Strahlung große Eindringtiefen für viele nichtleitende Materialien, wie etwa Kunststoffe, Polymere, Verbundmaterialien, Gewebe oder Keramiken auf. Aufgrund der geringen Energien ist THz-Strahlung, im Gegensatz zu Röntgenstrahlung, nicht ionisierend, wodurch THz-Technologie ein großes Potential für die berührungslose und zerstörungsfreie Materialuntersuchung und –charakterisierung birgt.[13] Messungen mit Terahertz-Signalen sind insbesondere zur chemischen Analyse verpackter Stoffe und zur bildgebenden Kontrolle von Kunststoffen und anderen nichtleitenden Materialien geeignet.

Nanoindentation

Nanoindentation ist ein Messverfahren, mit dem es möglich ist, die mechanischen Eigenschaften einer Vielzahl von Materialien mit einer sehr hohen örtlichen Auflösung zu bestimmen. Durch das Eindrücken einer Diamantspitze in die Probenoberfläche kommt es zu einer Verformung. Die elastischen Eigenschaften können anhand des Rückgangs dieser Verformung beim Entlasten bestimmt werden. Die bleibende Verformung hingegen ist ein Maß für die plastischen Eigenschaften (z. B. Härte und plastische Arbeit).[14] Nanoindentation kann bei praktisch allen Materialien eingesetzt werden.

Anerkennungen

  • Sonderpreis für Forschungseinrichtungen beim Innovationspreis der Landes Oberösterreich 2010[15]
  • OGMA-Preis für die Dissertation von Jürgen Kasberger 2011
  • 3. Rang im Best Young Scientist Wettbewerb für Armin Hochreiner 2011[16]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Beteiligungen der Upper Austrian Research abgerufen am 10. Oktober 2012
  2. Forschungsföderungsgesellschaft. COMET, abgerufen am 15. Oktober 2012
  3. Projekt PAC, abgerufen am 15. Oktober 2012
  4. zusammen mit TU Wien und FH OÖ; K-Projekt ZPT, zerstoerungsfrei.at, abgerufen am 15. Oktober 2012; K-Projekt für zerstörungsfreie Prüfung und Tomografie feierlich eröffnet, tuwien.ac.at/aktuelles, 2010-02-05, abgerufen am 7. November 2012
  5. ENCOMB. Consortium. abgerufen am 15. Oktober 2012
  6. Inside Food. Partners & EU-Projekt Inside Food. Beides abgerufen am 15. Oktober 2012
  7. Christian Doppler Forschungsgesellschaft.Partner aus der Wissenschaft abgerufen am 15. Oktober 2012
  8. Upper Austrian Research GmbH. OÖ Stärkefelder treiben technologische Entwicklung, abgerufen am 10. Oktober 2012
  9. Projektdatenblatt Infrarot-Spektroskopie, PDF, abgerufen am 8. Oktober 2012
  10. Projektdatenblatt Zerstörungsfreie Querschnittsanalyse mittels Optischer Kohärenztomographie,PDF, abgerufen am 8. Oktober 2012
  11. Laser Ultraschall, abgerufen am 8. Oktober 2012
  12. Projektdatenblatt Photakustische Bildgebung,>PDF, abgerufen am 8. Oktober 2012
  13. Projektdatenblatt Terahertz Technologie, PDF, abgerufen am 8. Oktober 2012
  14. Projektdatenplatt Nanoindentation, PDF, abgerufen am 8. Oktober 2012
  15. TMG. Landespreis für Innovation 2010
  16. Best Young Scientist Award. Armin Hochreiner