Roßfeldhöhenringstraße

Der Hohe Göll von der Roßfeldhöhenringstraße betrachtet

Die Roßfeldhöhenringstraße (auch „Rossfeldpanoramastraße“) ist eine mautpflichtige Alpenstraße in den Berchtesgadener Alpen im Landkreis Berchtesgadener Land, Bayern (Deutschland). Ein Teilstück verläuft auf österreichischem Staatsgebiet.

Sie führt über das Roßfeld, einem nördlichen Ausläufer des Gölls. Das Roßfeld befindet sich zwischen dem Salzachtal im Osten und dem von Berchtesgaden nach Marktschellenberg ziehenden Schellenberger Tal im Westen. Im Süden wird das Roßfeld vom Hohen Göll (2522 m) überragt, im Norden schließt sich der Zinken an. Die Panorama-Ringstraße ist etwa 16 km lang, die größte Steigung beträgt 13 %. Mit maximal 1560 m ü. NN stellt sie die höchste durchgehende Straße Deutschlands dar.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Roßfeldhöhenringstraße (verwaltungsintern auch B 999) ist unterteilt in Südauffahrt (auch Purtschellerstraße), Nordauffahrt und Scheitelstrecke:

  • Die Südauffahrt führt von der Klaushöhe am Obersalzberg über die Mautstelle Süd zum Ofnerboden, vorbei an der Enzianhütte und der Unteren Ahornalm hinauf zur Oberen Ahornalm und weiter zum Parkplatz zu Füßen des Ahornbüchsenkopfs (1604 m), der höchsten Erhebung des Roßfelds. Die erste sehr scharfe Rechtskehre zwischen Unterer und Oberer Ahornalm wird nach einem deutschen Rallyefahrer Regerkurve genannt. Unmittelbar danach weist die Roßfeldhöhenringstraße ihre größte Steigung auf.
  • Die Nordauffahrt beginnt in der Oberau in Höhe Wildmoos, führt über die Ortsteile Gmerk, Dora, Heißbäck, Madlerlehen und Pechhäusl zur Mautstelle Nord und von dort über die Roßfeldalm hinauf zum Parkplatz am Hennenköpfl. Von dort erreicht man in wenigen Gehminuten den Aussichtspunkt am Roßfeldkreuz unmittelbar oberhalb der Skilifte.
  • Die Scheitelstrecke verbindet fast eben die Süd- und Nordauffahrt zwischen den Parkplätzen am Ahornbüchsenkopf und am Hennenköpfl. Sie verläuft dabei östlich des Hennenkamms, der die beiden Gipfel miteinander verbindet und die Staatsgrenze markiert, und damit auf etwa 1,5 km Länge auf österreichischer Seite.

Der Ring wird mit Hilfe der Kreisstraße BGL 9 (Oberau) und einem Teilstück der Bundesstraße 319 (Oberau–Landau–Klaushöhe) geschlossen.

Die Zufahrt zur Südauffahrt erfolgt von Berchtesgaden über die B 319 (max. Steigung 26 %). Die Nordauffahrt wird von der Unterau (an der B 305 zwischen Berchtesgaden und Marktschellenberg) aus erreicht. Von dort führt die B 319 hinauf in die Oberau, wo sich die Kreisstraße BGL 9 (Roßfeldstraße) anschließt. Von Hallein wird die Nordauffahrt über den Ortsteil Bad Dürrnberg (Bad Dürrnberger Landesstraße) und nach dem Grenzübertritt über die Gemeindestraße Wildmoos erreicht.

Geschichte

Die Roßfeldhöhenringstraße wurde während des Dritten Reichs als Teil einer Variante des östlichen Abschlusses der Deutschen Alpenstraße geplant. Die Alpenstraße sollte in der Strecke Unterau–Oberau–Roßfeld–Obersalzberg–Hinterbrand–Königssee ihren grandiosen Abschluss finden.

Gleichzeitig mit der Kehlsteinstraße wurde 1938 an der Roßfeldstraße mit dem Bau des Teilstücks Oberau–Gmerk–Pechhäusl bis vor die heutige Mautstelle Nord begonnen. In den Kriegsjahren wurde das Werk fast vollendet, nur 800 Meter trennten die von Oberau und Obersalzberg her gebauten Straßen am Kamm des Rossfelds. Auf Initiative des damaligen Landrats Jacob übernahm das Bundesverkehrsministerium den Zusammenschluss der beiden Teilstrecken inklusive der Vollendung mehrerer Kilometer Rohbaustrecke in den Jahren 1953 bis 1955 (3.173.000 DM). Da die Straße jedoch keine überörtliche Bedeutung besaß und eine Beteiligung des Bundes dadurch eigentlich ausgeschlossen war, wurde die Bundesprivatstraße erfunden. Die Erhebung von Mautgebühren sollte die Ausgaben rechtfertigen und nachträglich abdecken.

Da die Scheitelstrecke auf österreichischer Seite liegt, musste mit der Republik Österreich ein Staatsvertrag geschlossen werden. In ihm gestattet Österreich der Bundesrepublik die Benutzung und Erhaltung des Straßenteils auf österreichischem Staatsgebiet. Weiteres enthält der Vertrag unter anderem Regelungen zum Straßenbau-, Straßenverkehrs- und Haftungsrecht. Für die auf österreichischem Hoheitsgebiet liegenden Straßengrundstücke ist die Bundesrepublik Deutschland privatrechtlich als Eigentümerin im Grundbuch beim Bezirksgericht Hallein eingetragen.

Seit der Fertigstellung kann die Bundesprivatstraße gegen Gebühr mit privaten Kraftfahrzeugen befahren werden. Außerdem verkehrt auf der Aussichtsstraße eine Buslinie der RVO GmbH.

Das Teilstück Hinterbrand–Königssee der ehemals als Abschluss der Alpenstraße über Berchtesgaden geplanten Schleife wurde im Gegensatz zum Abschnitt der Roßfeldstraße nicht mehr vollendet. Der ausgebaute Abschnitt endet am Parkplatz Hinterbrand. Die bis in die 1980er-Jahre nur provisorisch verbundene Lücke an der Zaunerbrücke im Abschnitt Obersalzberg–Scharitzkehl wurde in einer stärker als ursprünglich geplanten Kurve um die halb fertiggestellte Brücke herumgeführt.

Früher wurde auf der Roßfeldhöhenringstraße Motorsport betrieben; als Erinnerung an die bekannten Roßfeldrennen finden noch heute regelmäßig Oldtimerrennen (Roßfeld Historics) statt.

Die heutige Bezeichnung lautet Roßfeldpanoramastraße, nach der Rechtschreibreform wird auch Rossfeld geschrieben, obwohl geografische Bezeichnungen ausgenommen wurden.

Aussicht

Von der Roßfeldhöhenringstraße bietet sich gute Sicht ins benachbarte Österreich: Nach Norden blickt man über Hallein bis nach Salzburg und nach Osten über das Tal der Salzach zu den Bergen des Salzkammerguts (bis 1782 m) mit der Osterhorngruppe und des Tennengebirges (bis 2430 m), im Südosten ist das Dachsteingebirge (bis 2995 m) zu sehen.

Auf deutscher Seite blickt man nach Süden zum nahen Hohen Göll (2522 m; deutsch-österreichischer Grenzberg). Nach Südwesten schaut man vorbei am Kehlstein (1881 m) und an dessen nördlich vorgelagertem Ausläufer, dem Obersalzberg, zum zentralen Massiv der Berchtesgadener Alpen, dem Watzmann (2713 m) sowie Hochkalter (2607 m) und Reiteralpe. Nach Westen reicht der Blick über das Tal der Berchtesgadener Ache, in dem in einem Talkessel liegend der Markt Berchtesgaden zu sehen ist, zum Lattengebirge (bis 1738 m). Im Nordwesten ist das Massiv des Untersbergs mit dem Berchtesgadener Hochthron (1973 m) zu erkennen.

An der Südauffahrt befindet sich oberhalb der Unteren Ahornalm unmittelbar vor der Regerkurve eine Ausweiche mit schöner Aussicht. Ein weiterer, sehr sonniger Aussichtspunkt befindet sich zwischen dem Beginn der Nordauffahrt und Gmerk an der so genannten Leiten.

Panorama von der Roßfeldhöhenringstraße

Sport

Im Winter werden auf dem Roßfeld mehrere Skilifte betrieben sowie ein Skipendelbus von Oberau aus zum Roßfeld. Seit Sommer 2005 führt über die Roßfeldhöhenringstraße der Berchtesgadener-Land-Rad-Marathon, der den gesamten Landkreis mit einbezieht.

Bilder

Weblinks

47.62603694444413.092141111111Koordinaten: 47° 37′ 34″ N, 13° 5′ 32″ O