Rudolf Haunschmied

Rudolf Anton Haunschmied (* 1966) ist ein österreichischer Autor und Heimatforscher.

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Leben und Wirken

Haunschmied ist in St. Georgen an der Gusen aufgewachsen und wohnt in Traun. Parallel zu seiner Ausbildung zum Maschinenbauingenieur beschäftigte er sich schon in jungen Jahren mit der Erforschung der NS-Geschichte rund um die Konzentrationslager Gusen und konnte damit auch seine ehemalige Hauptschullehrerin, Martha Gammer, überzeugen.[1]

1986 war er Gründungsmitglied des Arbeitskreises für Heimat-, Denkmal- und Geschichtspflege St. Georgen (AHDG) und später des darin verankerten Gedenkdienstkomitees Gusen (Gusen Memorial Committee - GMC). 1989 publizierte er auf Wunsch der Marktgemeinde St. Georgen erstmals über seine Forschungsbemühungen zur Geschichte der örtlichen Konzentrationslager, führte Exkursionen auf den Spuren der ehemaligen Konzentrationslager Gusen I, Gusen II und Gusen III durch, leitete viele Jahre lang Studienzirkel und begleitet neben seiner Vortragstätigkeit bis heute Forscher, Studierende und Angehörige von KZ-Opfern aus aller Welt.

1995 organisierte er mit Pierre Serge Choumoff (Amicale de Mauthausen, Paris) und anderen im Rahmen einer mehrere politische Gemeinden umspannenden Plattform die erste lokal-internationale Gedenkfeier in Gusen und schuf 1997 als einschlägiges, internationales Austauschforum die KZ Mauthausen-Gusen Info-Pages im Internet.[2] 1996 und 1997 war er Initiator von zwei Städtepartnerschaften und wirkte 2000 auf Einladung des österreichischen Bundesministers für Inneres an der Reforminitiative Mauthausen mit, die 2004 zur Eröffnung eines neuen Besucherzentrums beim Memorial Gusen führte.[3]

2005 bis 2007 war er an der Realisierung des Kunstprojektes Audioweg Gusen beteiligt, für welches er neben anderen auch den Ehrenschutz übernommen hat.[4]

Als Autor wirkte er jahrzehntelang immer wieder an zahlreichen Publikationen und Dokumentationen anderer Autoren, teilweise auch für Rundfunk und Fernsehen, mit und setzt sich seit vielen Jahren für einen adäquaten Denkmalschutz der baulichen Reste der Konzentrationslager von Gusen und die Zugänglichmachung eines Teils der ehemaligen unterirdischen Flugzeugfabrik B8 Bergkristall des ehemaligen KZ Gusen II ein.

Werke

  • Zum Gedenken 1938 bis 1945, in: 300 Jahre erweitertes Marktrecht St. Georgen/Gusen, St. Georgen a.d. Gusen, 1989
  • KZ Mauthausen-Gusen Info-Pages [www.gusen.org], 1997 bis dato
  • Geschichtespaziergänge in St. Georgen und Gusen, veranstaltet in den Jahren 1993 bis 2005 im Rahmen der Volkshochschule der Arbeiterkammer, Ortsstelle St. Georgen an der Gusen
  • Konzentrationslager Gusen, in: Unsere Heimat der Bezirk Perg, Verein zur Herausgabe eines Bezirksheimatbuches, Perg 1995
  • Gusen - Eine Manifestation österreichischen Vergessens?, in: Christoph Mayer, Das unsichtbare Lager - Audioweg Gusen, Berlin 2007
  • Coautor mit Alfred Grau: Der Zusammenbruch 1945 wie wir ihn erlebten, in: St. Georgener Heimatblätter (2007)
  • Coautor mit Jan-Ruth Mills, Siegi Witzany-Durda: St. Georgen-Gusen-Mauthausen - Concentration Camp Mauthausen Reconsidered, BoD, Norderstedt 2008, ISBN 9783833474408, aufrufbar als Google-Book St. Georgen-Gusen-Mauthausen
  • Getta la pietra! Il lager di Gusen-Mauthausen, Mimesis Edizioni, Milano 2008
  • Bundesministerium für Inneres: Zur aktuellen Diskussion um Bergkristall, Dokumentation, Wien 2009
  • NS-Geschichte 1938-1945, In: 400 Jahre Markt St. Georgen an der Gusen, St. Georgen a.d. Gusen, 2011
  • Herausgeber für Karl Littner: Life Hanging on a Spider Web - From Auschwitz-Zasole to Gusen II, BoD, Norderstedt 2011, ISBN 9783842398405

Auszeichnungen

  • Kulturpreisträger der Marktgemeinde St. Georgen an der Gusen (1990)
  • Förderpreis des Landes Oberösterreich - Ideenwettbewerb für Erwachsenenbildung (1995), Mitpreisträger als Proponent der Plattform 75 Jahre Republik - Von der Vergangenheit zur Zukunft
  • Verdienstmedaille des Landes Oberösterreich (2008)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Neue Heimat im KZ
  2. www.gusen.org
  3. Gusen Memorial
  4. Audioweg