S. Spitz

S.Spitz GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1857
Sitz Attnang-Puchheim
Mitarbeiter 690
Umsatz 219,0 Mio. €
Branche Nahrungs- und Genussmittelindustrie
Produkte Fruchtsirupe, Fruchtsäfte, diverse Spirituosen, süße Waffeln und Röllchen, Senf, Ketchup, Saucen, Konfitüre
Website www.spitz.at

Die S. Spitz GmbH ist einer der größten österreichischen Nahrungsmittelhersteller. Das Unternehmen mit Sitz im oberösterreichischen Attnang-Puchheim produziert vor allem für den österreichischen Markt, exportiert aber auch ein Drittel seiner Produkte. Im Jahr 2005 konnte mit rund 650 Mitarbeitern ein Umsatz von mehr als 200 Millionen Euro erzielt werden.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1857 gründete Salomon Spitz in Urfahr die Einzelunternehmung S. Spitz und begann mit der Produktion von Rum, Schnaps und Likören. 1935 wurde eine Produktionsstätte in Attnang-Puchheim eröffnet und das Sortiment um Fruchtsäfte und Sirup erweitert.

1938 wurde das Unternehmen arisiert, da die Familie Spitz Juden waren. Der Eigentümer des Unternehmens und Enkel des Gründers, Viktor Spitz floh in die Vereinigten Staaten. Während des Nationalsozialismus wurde der Betrieb herabgewirtschaftet und geplündert. In der sowjetischen Besatzungszone, in der sich Urfahr nun befand, konnte der Betrieb nur schwer wiederaufgenommen werden. Als Viktor Spitz 1949 aus den Vereinigten Staaten zurückreiste um den Betrieb zu verkaufen, fanden sich nur niedrige Gebote unter den Interessenten.[1] 1952 wurde schließlich an Walter Scherb, der den Betrieb seit 1945 führte, verkauft. Ihm folgte später dessen Sohn Walter als Eigentümer nach.[2]

Mit dem Fall der Demarkationslinien nach Ende der Besatzung Österreichs 1955 wurde der Vertrieb rasch auf ganz Österreich ausgeweitet. 1970 wurde Spitz – seit dem Verkauf 1952 als Kommanditgesellschaft geführt – zu einer GesmbH.

In den 1970er Jahren diversifizierte das Unternehmen weiter und begann auch Konfitüren sowie Senf, Mayonnaise und Ketchup zu erzeugen. Ende der 1970er wurde das Sortiment um Backwaren wie Kuchen, Biskotten und Waffeln erweitert. 1989/90 wurde die Produktion von Brot und Süßwaren aufgenommen. 1994 beteiligte sich Spitz mit Power Horse am Kampf um Marktanteile am wachsenden Markt der Energy-Drinks und vertreibt einen ähnlichen unter dem Namen Flying Power bei Hofer.

Standorte

Das einzige Werk des Unternehmens befindet sich seit 1935 in Attnang-Puchheim. Am ältesten Standort in Urfahr betreibt Spitz heute neben Teilen der Verwaltung ein Vier-Sterne-Hotel.

Diverses

  • Der Spitzweg in Linz-Urfahr wurde 1998 nach Salomon Spitz (1828–1918) benannt.[3]

Einzelnachweise

  1. Österreichisch-jüdisches Geistes- und Kulturleben. Band 4, Wien 1992, S. 43–46, In: Daniela Ellmauer, Michael John, Regnia Thumser: ‚Arisierungen‘, beschlagnahmte Vermögen, Rückstellungen und Entschädigungen in Oberösterreich. Veröffentlichung der Österreichischen Historikerkommission, Band 17/1, Oldenbourg Verlag, Wien/München 2004, S. 165 (Buchauszug online auf googlebooks.com)
  2. Spitz ist in die Jahre gekommen. Barbara Forstner, Der Standard, 16. August 2007 (Artikel online, abgerufen am 3. Februar 2008)
  3. Linzer Straßennamen: Spitzweg, www.linz.gv.at

Weblinks