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vom 02.05.2018, aktuelle Version,

S. Spitz

S.Spitz GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1857
Sitz Attnang-Puchheim
Mitarbeiter 700 (Geschäftsjahr 2017/18)[1][2]
Umsatz 251 Mio. € (Geschäftsjahr 2016/17)[1][2]
Branche Nahrungs- und Genussmittelindustrie
Website www.spitz.at

Die S. Spitz GmbH ist einer der größten österreichischen Nahrungsmittelhersteller. Das Unternehmen mit Sitz im oberösterreichischen Attnang-Puchheim produziert vor allem für den österreichischen Markt, exportiert aber auch ein Drittel seiner Produkte. Im Jahr 2017 konnte mit rund 700 Mitarbeitern ein Umsatz von mehr als 251 Millionen Euro erzielt werden.

Geschichte

1857 gründete Salomon Spitz in Linz Urfahr das Einzelunternehmen S. Spitz und begann mit der Produktion von Spirituosen.

1935 wurde eine weitere Produktionsstätte in Attnang-Puchheim eröffnet und das Sortiment um Fruchtsäfte und Sirupe erweitert.

1938 wurde die Familie Spitz enteignet und die beiden Standorte in Linz-Urfahr und Attnang-Puchheim gelangten in die Hände von Kollaborateuren des NS-Regimes. Das Unternehmen wurde herabgewirtschaftet und geplündert.

1945 trat Walter Scherb I. als Geschäftsführer bei S. Spitz ein und führte für Viktor Spitz, den damaligen Eigentümer, den Betrieb. Nach dem 2. Weltkrieg begann Walter Scherb I. mit dem Wiederaufbau bei null. Als erste Produkte wurden ein Heißgetränk und andere Surrogate hergestellt, da für Spirituosen und andere Erzeugnisse die Rohstoffe fehlten.

Spitz hatte nur mehr einen Mitarbeiter, aber Walter Scherb I. scharte rasch gute Leute um sich und beschaffte die notwendigen Rohstoffe. So entstand eine großartige Wachstumsgeschichte: Ende der 1940er Jahre hatte Spitz bereits 50 Mitarbeiter. Spitz war vor dem Krieg österreichweit ein erfolgreiches Unternehmen, vor allem bei Spirituosen und Sirupen. Walter Scherb I. hat das Unternehmen wieder auf neue Füße gestellt und eine stabile Basis geschaffen.

1946/47 wurde bereits der doppelte Umsatz im Vergleich zum Vorjahr erwirtschaftet. Ein Jahr später vervierfachte sich der Umsatz auf mehr als 4,2 Mio. österreichische Schilling.

1952/53 kam es zu den wesentlichen Weichenstellungen für die Zukunft von Spitz: Viktor Spitz entschloss sich, sein Unternehmen zu verkaufen. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich zunehmend und die Aufenthalte in Linz und Attnang-Puchheim bedeuteten lange Anreisen aus den USA, die mehr als beschwerlich waren.

So folgte 1953 der Erwerb der Firma S. Spitz durch Walter Scherb I. und die Fortführung in Form einer Kommanditgesellschaft.

Mit dem Fall der Demarkationslinien 1955 wurde der Vertrieb rasch auf ganz Österreich ausgeweitet und Spitz wurde Marktführer in den Branchen Spirituosen und Fruchtsäfte.

1970 wurde Spitz zu einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung.

In den 1970er Jahren erweiterte das Unternehmen die Produktpalette und begann mit der Produktion von Konfitüren, Senf, Mayonnaise und Ketchup. Wenige Jahre später wurde das Sortiment um Backwaren wie Kuchen, Biskotten und Waffeln erweitert.

1989/90 entstand eine eigene Brotfabrik und Spitz begann mit der Erzeugung von Brot und Süßwaren.

Walter Scherb II. wurde 1992 zum Geschäftsführer ernannt.

1994 bringt Spitz mit Power Horse einen eigenen Energy-Drink auf den Markt, der sich vor allem international erfolgreich entwickelt.

2006 folgte die Gründung der PET to PET Recycling GmbH, welche eine ökologische Wiederverwertung von PET-Flaschen ermöglicht. Eine aseptische Abfüllanlage für PET-Flaschen sowie eine neue Dosenabfüllanlage wurden in Betrieb genommen.

2007 beteiligte sich Spitz mit 51 % an der Gasteiner Mineralwasser GmbH mit Sitz in Bad Gastein (Salzburg).

Seit 2008 stellt die BioWärme Spitz GmbH die Versorgung auf Basis nachwachsender Rohstoffe sicher. Mit der Inbetriebnahme der BioWärme wird der interne Energiebedarf von Spitz nachhaltig und umweltfreundlich gedeckt sowie Nahwärme für den Raum Attnang-Puchheim bereitgestellt.

2013 erwarb Spitz vom niederländischen Unternehmen Continental Bakeries die Auer-Blaschke GmbH & Co KG um die österreichischen Traditionssüßspeisen wieder in Österreich zu beheimaten und aufzubauen.

Auer-Blaschke

Mit 1. August 2013 übernahm Spitz den Süßwarenhersteller Auer-Blaschke vom Backkonzern Continental Bakeries.[3][4] Auer-Blaschke ging aus dem Zusammenschluss der 1902 gegründeten Bäckerei Blaschke und der 1920 gegründeten Auer im Jahre 1997 hervor, 1998 wurde Auer-Blaschke von Continental Bakeries übernommen[5] und ist Hersteller der Blaschke-Kokoskuppeln, Auer-Tortenecken, Auer-Baumstämmen und Eiswaffeln mit 60 Mitarbeitern. Die Original Blaschke Kokoskuppel ist eine Kreation von Johann Blaschke aus dem Jahr 1921 und wird seitdem nach unverändertem Rezept hergestellt, Auer-Tortenecken wurden 1922 von Rudolf Auer kreiert. Die Marken Auer und Blaschke wurden auch nach der Übernahme eigenständig weitergeführt.[6] Anfang 2018 wurde bekannt, dass Auer-Blaschke seine Produktion von Spillern an den Sitz seiner Mutterfirma Spitz nach Attnang-Puchheim übersiedelt, das Werk in Spillern soll geschlossen werden.[7]

Standorte

Seit 1935 befindet sich – nach zuvor Linz-Urfahr – der einzige produzierende Kern-Standort des Unternehmens in Attnang-Puchheim.

Am ältesten Standort, zentral in Linz-Urfahr, Fiedlerstraße 6, betreibt Spitz heute neben Teilen der Verwaltung das Spitz Hotel, ausgestattet mit Design und Kunst.[8]

Diverses

  • Der Spitzweg in Linz-Urfahr wurde 1998 nach Salomon Spitz (1828–1918) benannt.[9]
  • Die S. Spitz GmbH ist auch Hauptsponsor des FC Spitz Attnang.[10]

Einzelnachweise

  1. 1 2 derStandard.at - Spitz: Diskrete Geschäfte mit Saft, Senf und Schaumwein. Artikel vom 18. Oktober 2016, abgerufen am 5. November 2016.
  2. 1 2 trendTOP500.at: S. Spitz GmbH. Abgerufen am 5. November 2016.
  3. derStandard.at - Spitz übernimmt Kokoskuppel-Macher. Artikel vom 1. August 2013, abgerufen am 1. August 2013
  4. orf.at - Spitz übernimmt Auer-Blaschke. Artikel vom 1. August 2013, abgerufen am 1. August 2013.
  5. Continental Bakeries Austria GmbH - Standort Spillern. Abgerufen am 1. August 2013
  6. NÖN Woche 32/2013
  7. orf.at: Auer-Blaschke schließt Werk in Spillern. Artikel vom 15. Jänner 2018, abgerufen am 16. Jänner 2018.
  8. Spitz Hotel Website des Hotels, abgerufen 5. November 2016.
  9. Linzer Straßennamen: Spitzweg, www.linz.gv.at
  10. FC Spitz Attnang bei fussballoesterreich.at