Schlacht bei Kressenbrunn

Die Schlacht bei Kressenbrunn war eine erfolgreiche Entscheidungsschlacht des böhmischen Königs Ottokar II. Přemysl über die Ungarn unter König Bela IV. Sie ereignete sich im Juli 1260 im Südosten des Marchfeldes bei dem Dorf Kressenbrunn, heute Groißenbrunn.

Spätmittelalterliche Darstellung der Schlacht aus der Chronica Hungarorum

Der Ausbreitung des böhmischen Reiches unter Ottokar II. Mitte des 13. Jahrhundert wollten die ungarischen Könige Einhalt gebieten. Ab dem Frühjahr 1260 verbündete sich der ungarische König mit Daniel, dem König von Galizien und dem Großherzog von Krakau Boleslav. Hinzu kamen Serben, Bulgaren, Wallacher und Griechen. Auch der Khan der Tataren Burundaj schickte seine Soldaten. Das Heer erreichte eine Stärke von angeblich 30–40.000 Mann. Die Heeresstärke Ottokars, bestehend aus Böhmen, Mährern und Österreichern sowie verstärkt durch Soldaten der Markgrafen aus Magdeburg, Meißen und Schlesien betrug angeblich 30–35.000 Mann, einschließlich der gepanzerten Reiter. Eine Zeit lang belagerten sich beide Heere an der Grenze zwischen Österreich und Ungarn, die Böhmen auf der rechten, die Ungarn auf der linken Seite der March. Keiner der beiden Könige wollte den Fluss, aus Angst vor einem Unglück, überqueren. Schließlich unterbreitete Ottokar dem ungarischen König Béla den Vorschlag, dass unter ritterlichen Bedingungen eines der Heere den Fluss ohne Angriff der Gegner überqueren darf. Die böhmischen Soldaten zogen sich teilweise tief in das Land zurück, da sie zunächst keinen Angriff der Ungarn erwarteten. Diese Situation nutzte allerdings Stephan, Sohn des Königs, zu einem Angriff und traf im Ort Kressenbrunn auf die berittenen schwerbewaffneten böhmischen Soldaten. Ottokar rief die ruhenden Gruppen zurück. Unter Führung des Prager Burggrafen Jaroš z Poděhuz stürmte die berittene Truppe den Ungarn entgegen. Kurze Zeit später schloss sich Wok von Rosenberg an. Sie schlugen den ersten Angriff zurück und Stephan musste schwer verwundet das Feld räumen. Nachdem die restlichen böhmischen Heere eingetroffen waren, flüchtete die ungarische Armee. Sie verlor dabei angeblich 10.000 Mann auf dem Feld, viele davon ertranken im Fluss. Am 12. Juli bot Béla Friedensverhandlungen an. Ottokar erhielt im Frieden von Wien 1261 die Steiermark und zur Erneuerung des Friedens wurde die Vermählung Ottokars mit Kunigunde von Halitsch beschlossen.

Literatur