Silberflotte

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Galeone

Die spanische Silberflotte (spanisch: Flota de Indias) brachten vom 16. bis 18. Jahrhundert das Silber aus den Silberminen der südamerikanischen Kolonien nach Spanien. Vor allem Potosí und Mexiko waren Zentren für den Abbau von Silber.

Spanien brauchte aufgrund seiner ständigen Kriege und für den Unterhalt des königlichen Hofes Unsummen an Geldmitteln. Der Reichtum der spanischen Kolonien in Übersee war für das spanische Königreich also überlebenswichtig. In einzelnen Jahrzehnten betrug die Ausbeute aus den Silberminen über 300 Tonnen. Nach 1570 wurde die 1.000 Tonnen-Schwelle überschritten und in den Jahrzehnten 1580/1590 waren es über 2.000 Tonnen.

Die Route der Schatzflotten

Um das Silber sicher nach Spanien zu bringen, ordnete König Philipp II. von Spanien im Jahre 1561 ein rigoroses System an. Überwacht von der Casa de Contratación segelten jedes Jahr zwei Flotten von Spanien nach Südamerika:

Die Nueva España-Flotte setzte im April Segel, mit dem Ziel Veracruz. Hier übernahm sie auch die Ladung, die die Galeone der Philippinen (auch 'Galeone von Acapulco' oder 'Galeone von Manila') aus Ostasien nach Acapulco gebracht hatte und die über Land nach Veracruz kamen. Der Hafen von Veracruz wurde durch die Befestigungsanlage auf San Juan de Ulúa geschützt, mit deren Bau 1565 begonnen wurde.

Die Tierra Firme-Flotte stach im August in See und hatte als Ziel die südamerikanische Festlandküste mit Cartagena und Puerto Bello am Isthmus von Panama, wo auch die Abgaben des Vizekönigreiches Perú geladen werden.

Sammelpunkt für beide Flotten war La Habana (Havanna), von wo aus die Schiffe unter dem Schutz einer mehr oder weniger großen und gut ausgerüsteten Armada von Kriegsgaleonen im darauf folgenden März den Heimweg nach Spanien antraten. Dabei war Cádiz der einzige Hafen, in dem die Schatzflotte unter der strengen Aufsicht der Beamten der Casa de Contratación entladen werden durfte. Der Anteil des Königs wurde direkt einbehalten und der Rest der Ladung musste alle Kosten der Fahrt decken.

Die Schatzflotten als Ziel von Angriffen

Im Jahre 1628 gelang dem niederländischen Freibeuter Piet Heyn vor Kuba der bis dahin größte Kaperschlag gegen die Silberflotte. Heyn handelte im Auftrag der West-Indische[n] Compagnie (WIC) und erbeutete Schätze, deren Wert auf 12 bis 15 Millionen Gulden geschätzt wird. Zu dieser Zeit standen sich die Niederlande und Spanien im Achtzigjährigen Krieg als Feinde gegenüber und der Verlust des Silbers stellte eine empfindliche Niederlage für die Spanier dar, da die Summe den Fortgang des niederländischen Unabhängigkeitskampfes ermöglichte.

Im Jahr 1702 wurden die Schatzflotten dieses und des vorigen Jahres (die in Westindien überwinterte) von einer englisch-holländischen Flotte in der Seeschlacht von Vigo aufgebracht. Der Gewinn war jedoch enttäuschend: von drei Millionen Pfund wurde der größte Teil durch die Spanier in Sicherheit gebracht oder durch die französische Begleitflotte versenkt.

Auch 1715 und 1733 wurden die Schatzflotten geraubt. Spanien verlor langsam die Macht, sein Amerika-Monopol durchzusetzen. Deshalb wurde von Karl III. ab 1765 das starre System gelockert und in den 1780er Jahren die Kolonien dem freien Handel geöffnet, die Casa de Contratación 1790 aufgehoben.

Einflüsse des Wetters

Nur ein geringer Anteil der Schiffe fiel Freibeutern zum Opfer; weitaus mehr Schiffe gingen durch Naturgewalten verloren. Der Weg vom Hafen La Habanas in Kuba bis zum Heimathafen Sevilla war weit. Die Schiffe mussten etwa 5.000 Kilometer über den Atlantischen Ozean segeln. Ihr Weg führte vorbei an den Bermuda-Inseln über die Azoren und von dort zur spanischen Küste. Besonders in den Jahren 1622, 1715 und 1733 zerstörten Stürme viele Schiffe; diese sind bis heute Ziel von Schatztauchern.