St. Josefskirche (Kahlenberg)

St. Josefskirche, Vorderansicht
Innenansicht Richtung Altar

Die St. Josefskirche ist eine römisch-katholische Filialkirche der Pfarre Kahlenbergerdorf im 19. Wiener Gemeindebezirk Döbling. Davor war die ehemalige Klosterkirche die Pfarrkirche des Bezirksteils Josefsdorf auf dem Kahlenberg.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Ursprünge der Kirche gehen auf das früher auf dem Kahlenberg gelegene Kamaldulenserkloster zurück. Die Kamaldulenser wurden zur Zeit Ferdinands II. auf dem Kahlenberg angesiedelt und begannen dort 1629 mit dem Bau der Klosterkirche, die 1639 vollendet war. Im Krieg gegen die Türken wurde diese Kirche 1683 zerstört (Schlacht am Kahlenberg) und es dauerte bis 1734, bis sie wieder aufgebaut war. Als Joseph II. den Orden aufheben ließ, betraf dies auch die Kirche. Sie wurde jedoch 1785 wieder geweiht und diente zunächst als Kirche, später als Pfarrkirche für den neu gegründeten Ort Josefsdorf. Vermutlich auf Grund der geringen Bevölkerungszahl wurde sie jedoch kaum genutzt und verfiel mit der Zeit immer mehr. Auch eine neuerliche Weihe im Jahr 1852 konnte daran nichts ändern. Erst als die Resurrektionisten die Kirche 1906 übernahmen, wurde sie restauriert. Im Gedenken an Jan Sobieski, der 1683 das Entsatzheer gegen die türkischen Belagerer vom Kahlenberg aus anführte, wird die Kirche noch heute von polnischen Priestern, den Resurrektionisten, betreut. Auch polnische Wallfahrer besuchen die Kirche gerne und auch Papst Johannes Paul II. besuchte sie im September 1983.

Bauwerk

Die barocke Kirche ist eine barocke, einschiffige Kirche. Der kleine Seiteneingang ist mit einer Statue des Heiligen Josef geschmückt. Der Vorraum ist ganz dem historischen Ereignis von 1683 gewidmet, zahlreiche Zeichnungen und Bilder gedenken der historischen Schlacht. Die Sakristei erinnert ebenfalls an Jan Sobieski. Sie wurde 1929/30 vom Maler Johann Heinrich Rosen zur Sobieski-Gedächtniskapelle (Museum) ausgestaltet. Im Innenraum der Kirche sind zahlreiche barocke Gemälde vorhanden.

Hochaltar

Im Mittelpunkt des Hochaltars erhebt sich eine plastische Kreuzigungsgruppe, die noch aus der Zeit der Nutzung als Klosterkirche stammt. An den seitlichen Hochaltarwänden befindet sich rechts oben ein Bild des Heiligen Hieronymus, links ein Bild von Johannes dem Täufer. Beide Werke stammen von dem bekannten böhmischen Maler Peter Johann Brandl und sind ein Geschenk des Grafen Franz Anton von Sporck. Ein Ölbild hinter der Kreuzigungsgruppe, 1852 von Friedrich Schilcher gemalt, stellt dienende Engel mit den Leidenswerkzeugen dar . Darunter befindet sich die Madonna vom Kahlenberg, die Kopie eines römischen Originals, das Papst Innozenz XI. der Kirche bald nach der Schlacht 1683 schenkte. Innozenz führte für den 12. September auch das Fest Mariae Namen ein, mit dem Maria für die vermeintliche Hilfe in der Schlacht gedankt werden sollte.

Presbyterium und Seitenaltäre

Zwei weitere barocke Gemälde befinden sich entlang der Längswände des Presbyteriums, rechts der heilige Leopold, links der heilige Romuald, der Gründer des Kamaldulenserordens. Die Gemälde der Seitenaltäre stammen aus dem 18. Jahrhundert. Am linken Seitenaltar befindet sich eine Darstellung der Geburt Christi, das Gemälde des rechten Seitenaltars zeigt seine Geburt. Der linke Seitenaltar trägt eine Kopie des Gnadenbildes Schwarze Madonna aus dem Wallfahrtsort Częstochowa.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: St. Josef (Kahlenberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Christine Klusacek, Kurt Stimmer: Döbling. Vom Gürtel zu den Weinbergen. Wien 1988, ISBN 3-900607-06-0, S. 167 f.

48.27472222222216.336944444444Koordinaten: 48° 16′ 29″ N, 16° 20′ 13″ O