StLB VL 11–16

StLB VL 11–16
StLB VL 12 in Frojach (Murtalbahn)
StLB VL 12 in Frojach (Murtalbahn)
Nummerierung: StLB VL 11 - VL 16
Anzahl: 6
Hersteller: ÖMAG, Brown-Boveri
Baujahr(e): 1965 - 1967
Ausmusterung: seit 1994
Achsformel: Bo'Bo'
Spurweite: 760 mm (Bosnische Spur)
Dienstmasse: 31 t
Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h
Dauerleistung: 390 kW
Antrieb: dieselelektrisch
VL 13 mit Güterzug in Murau

Die Loks VL 11 bis VL 16 sind dieselelektrische Schmalspurlokomotiven der Steiermärkischen Landesbahnen (STLB).

Bis in die 1960er-Jahre wurden die Schmalspurbahnen der Landesbahnen nahezu ausschließlich mit Dampflokomotiven betrieben. Die Einführung von Austro-Daimler-Benzintriebwagen in der Zwischenkriegszeit scheiterte an deren technischen Unzulänglichkeiten, einige Diesellokomotiven aus Beständen der Heeresfeldbahn standen nach dem Zweiten Weltkrieg für untergeordnete Dienste, wie dem Verschub zur Verfügung.

Der Ersatz der Dampflokomotiven wurde als Notwendigkeit erkannt, um die Schmalspurbahnen wirtschaftlich zu führen und als Verkehrsträger konkurrenzfähig zu erhalten. Da die für die ÖBB gebaute Reihe 2095 für die Bedürfnisse der Landesbahnen als nicht geeignet angesehen wurde, entwickelten ÖMAG und Brown-Boveri eine Lokomotive mit Mittelführestand und dieselelektrischer Kraftübertragung für den schweren Streckendienst.

Die insgesamt sechs Lokomotiven wurden von 1965 bis 1967 ausgeliefert. Die VL 11 wurde zuerst auf der Murtalbahn erprobt, von wo sie dann zur Thörlerbahn nach Kapfenberg kam, wo sie bis zu deren Einstellung stationiert blieb. Die Lokomotiven VL 14 und VL 15 wurden auf der Feistritztalbahn und VL 12, VL 13 und VL 16 auf der Murtalbahn in Dienst gestellt. Mit diesen Lokomotiven war es den Landesbahnen nun möglich, die Dampflokomotiven weitgehend aus dem alltäglichen Planverkehr abzuziehen. Auf der Murtalbahn, und der Feistritztalbahn bis zur Einstellung deren Personenverkehrs im Jahr 1973, kamen die Loks im Personen- und Güterverkehr zum Einsatz, auf der Thörlerbahn gab es zum Zeitpunkt der Anlieferung nur noch Güterzüge. Die sechs Lokomotiven waren fortan das betriebliche Rückgrat der Landesbahn-Schmalspurbahnen. Eine vollständige Umstellung auf Dieselbetrieb war mit ihnen alleine aber noch nicht möglich, als Reserve und auch für den aufkommenden Betrieb der Touristen-Bummelzüge blieben einige Dampflokomotiven erhalten.

VL 12, 13 und 16 erhielten 1978, 1979 und 1984 einen neuen MTU-Dieselmotor.

In den 1980er-Jahren wurde auf der Murtalbahn mit der Anschaffung der Dieseltriebwagen VT 31–35 die bis dahin übliche Führung von Güterzügen mit Personenverkehr aufgegeben. Auch die teilweise Einstellung der Feistritztalbahn und der Erwerb zweier Lokomotiven der Reihe 740 der jugoslawischen Staatsbahnen (umgebaut zu VL 22–23) führte zu einer nachhaltigen Entspannung auf dem Triebfahrzeugsektor.

Rückläufiger Güterverkehr und die Einstellung der Thörlerbahn führten ab den 1990er-Jahren zu einem merklich gesunkenen Bedarf an den Streckendieselloks. 1994 wurde VL 11 und 1999 VL 14 sowie die VL 15 außer Dienst gestellt, alle drei Lokomotiven sind noch in Weiz als Ersatzteilspender erhalten geblieben. Die VL 16 ist nunmehr als betriebsfähige Reservelokomotive für die moderneren VL 22–23 auf der Feistritztalbahn vorhanden, während bei der Murtalbahn noch die VL 12 und VL 13 regelmäßig im Güterzugdienst eingesetzt werden.

Literatur

  • Helmut Wittmann (Red.): Das Buch der Murtalbahn. Steiermärkische Landesbahnen – Direktion, Graz 1994, ISBN 3-901474-02-1.