Theodor Grohmann

Schild an der nach Grohmann benannten Hütte

Theodor Grohmann, seit 1909 Edler von Hohenwidim, (* 27. April 1844 in Zwickau in Böhmen; † 24. Februar 1919 in Teplitz-Schönau) war ein böhmischer Großindustrieller, Großgrundbesitzer, Handelskammerrat und Mäzen.

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Unternehmertum

Er und sein älterer Bruder Martin (1840–1914) übernahmen von ihrem Vater den Textilindustiellen Carl Grohmann das Unternehmen und erweiterten die ursprüngliche Färberei um Spinnereien und eine Zwirnerei in Wisterschan und Teplitz. 1876 errichten beide in Bensen eine Rotgarnfärberei sowie eine mit 24.000 Spindeln angelegte Baumwollspinnerei, die vor dem Ersten Weltkrieg 500 Personen beschäftigten.[1] Zeitnah stiegen die Brüder in die Montanindustrie ein und gründeten verschiedene Steinkohlezechen. So erwarben die Gebrüder Grohmann 1895 rund 170 Grubenmaßen bei Kunnersdorf, Schimberg, Hohenofen und Türmaul und 1897 bei Bartelsdorf, auf denen die Grohmann-Schächte entstanden, die sich zum größten Bergbauunternehmen im Komotauer Revier entwickelten.[2]

Theodors Sohn Arwed wurde 1874 geboren und führte das Familienunternehmen weiter, das 1945 enteignet wurde. Der 71-jährige Arwed Grohmann wurde aus der Tschechoslowakei ausgewiesen.

Auszeichnungen (Auswahl)

Aufgrund seiner Verdienste wurde Theodor Grohmann am 25. Oktober 1909 in den böhmischen Adelsstand erhoben, das entsprechende Diplom wurde am 22. Januar 1910 in Wien ausgefertigt.

Soziales Engagement

Als die 1887 erbaute Teplitzer Hütte oberhalb des Ridnauntals in den Stubaier Alpen im darauffolgenden Winter zerstört wurde, finanzierte er als Vorstand der DuOeAV-Sektion Teplitz den Wiederaufbau einer neuen Berghütte. Diese wurde nach ihm Grohmannhütte benannt. Der begeisterte Bergsteiger bestieg beinah alle umliegenden Gipfel und trug wesentlich zur touristischen Erschließung der südlichen Stubaier Alpen bei. 1911 übernahm Grohmann die finanziellen Verpflichtungen der benachbarten Müllerhütte am Pfaffennieder und sicherte damit die Weiterexistenz dieser Berghütte.

Literatur

  • Franz Hantschel: Biographien deutscher Industrieller aus Böhmen. Künstner, Böhmisch Leipa 1920.
  • Hanspaul Menara, Hannsjörg Hager: Berge und Bergsteiger: Alpingeschichte Südtirols, Athesia 1994, S. 79 u. 108.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Karl M. Brousek: Die Grossindustrie Böhmens, 1848-1918, S. 93
  2. Die Grohmann-Schächte