Ulrich VII. von Montfort-Tettnang

Ulrich VII. von Montfort-Tettnang
Magdalena von Öttingen

Graf Ulrich VII. von Montfort zu Tettnang oder Ulrich der Jüngere (* 1495; † 1520) war der letzte Vertreter im Mannesstamm der Grafen von Montfort-Tettnang, einer Nebenlinie der Pfalzgrafen von Tübingen.[1]

Leben und Wirken

Ulrich VII. war der Sohn von Ulrich V. (1440–1495). Er widmete sich Tettnang, das bereits zuvor Hauptstadt der Grafschaft geworden war. Mit der Festigung der Rolle eines Bürgerrates, des Bürgermeisters und des Ammanns stabilisierte er die städtische Selbstverwaltung. An Kunst interessiert und daher beim Adel hoch geachtet schuf er das Torschloss und die Pfarrkirche St. Gallus und trat als Auftraggeber Bernhard Strigels hervor. Kaiser Maximilian I. würdigte den kulturellen Aufschwung durch Besuche 1499 und 1516.

Zusammen mit seiner Gemahlin Magdalena von Oettingen-Wallerstein stiftete er 1513 die St. Anna-Kapelle in Tettnang. Der Kapellenneubau und die Wahl der Patronin war der Wunsch des Stifterpaares nach erneutem Kindersegen verbunden. Zwar hatte Magdalena schon neun Kindern das Leben geschenkt, doch waren die zwei Söhne früh gestorben und die sieben Töchter nicht erbberechtigt. Die Ausstattung der Kapelle mit den Wappen der Ahnen verweist auf den Beweggrund der Stiftung: Fürbitte um den Fortbestand des gräflichen Hauses Montfort.[2][3]

Nach dem Tod Ulrichs VII. trat eine Besonderheit ein: Für sechs Jahre hatte seine Witwe Magdalena von Öttingen, die als emanzipiert beschrieben wird,[4] die Position der Stadtregentin inne. Nach ihrem Tod belehnte Kaiser Karl V. ihren Neffen Hugo XVI. mit Tettnang.

Anmerkungen und Einzelnachweise

  1. Förderkreis Heimatkunde Tettnang: Grafen von Montfort.
  2. Förderkreis Heimatkunde Tettnang: St. Anna Kapelle.
  3. Gotische Altarflügel kehren nach St. Anna zurück. Schwäbische Zeitung, 23. Juli 2010.
  4. Eine Legende besagt, dass sie ihren Ehemann heftig beschimpfte, als er ihre gemeinsame Tochter zwangsverheiraten wollte.