Veit Königer

Dreifaltigkeitssäule vor dem St.-Peter-Stadtfriedhof
Hochaltar des Grazer Doms
Kanzel der Pfarrkirche Nestelbach bei Graz

Veit Königer (* 1. Juli 1729 in Obervierschach, (heute Gemeinde Innichen), Südtirol; † 2. Dezember 1792 in Graz) war ein Südtiroler Bildhauer.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Veit Königer wurde als Vitus Kiniger als zweites von vier Kindern geboren. Seine Eltern waren Josef Kiniger (1695-1743) und Eva Toldin († 1741), Taufpate war Vitus Fuchs, dem der Knabe seinen Namen verdankt. Nach seiner Kindheit im nahen Sexten besuchte er vermutlich die Stiftsschule in Innichen/San Candido, wo sein künstlerisches Talent früh entdeckt und gefördert wurde. Seine Lehrzeit verbrachte er bei einem Bildhauer in der Umgebung. In Frage kommt die Werkstatt eines gewissen Matthias Schranzhofer (1667-1758).

1751 wurde Königer als Schüler in der Akademie der bildenden Künste in Wien aufgenommen. Die Studiendauer betrug vier Jahre; Studienleiter war Professor Jakob Christoph Schletterer (1699-1774). Königer erhielt nach Studienende die Erlaubnis, einen Degen mit sich zu führen. 1754 nahm er an einem Wettbewerb der Akademie teil und gewann den ersten Preis vor seinem Mitschüler Johann Hagenauer. Mit 21 von 26 Stimmen war eine Plastik des Herakles im Kampf gegen den Riesen Antäus erfolgreich.

Vermutlich wenig später verließ Veit Königer die Akademie und damit Wien. Was ihn dazu veranlasste, nach Graz zu gehen und dort in die Bildhauerwerkstätte von Josef Schokotnigg einzutreten, ist unbekannt. 1756 heiratete er in der Pfarrkirche St. Peter die Tochter des Meisters, Elisabeth Schokotnigg. Trauzeuge der Braut war der Maler Johann Baptist Raunacher. Nach dem Tod des Schwiegervaters übersiedelte er mit seiner Werkstätte in die Schönaugasse 49, wo er sein erstes bekanntes Werk schuf, den Herz-Jesu-Altar für die Barmherzigenkirche in Graz. Das Gebiet, auf dem seine Werkstätte stand, wurde einstmals „Kirtratten“ genannt und befindet sich heute im Bereich der Straßenbahnremise Steyrergasse.

1756 gebar Veit Königers Gemahlin den ersten Sohn, Joseph Philipp; 1758 folgte Tochter Maria Anna Helena, nur ein Jahr später die Zwillingsmädchen Magdalena und Elisabeth. Am 10. Mai 1769 wurde er zum „wirklichen Mitglied“ der Akademie der bildenden Künste in Wien ernannt. Anfang März 1773 starb Königers Frau Elisabeth im Alter von 43 Jahren, doch nur zwei Monate später heiratete der Künstler die Professorentocher Elisabeth Tälscher in der Schatzkammer der Kirche zu Mariahilf. Diese starb kinderlos im Mai 1790.

Kurze Zeit nach dem Tod der zweiten Ehegattin heiratete Königer im Alter von 61 Jahren im Februar 1791 die 26-jährige Barbara Scheiflein aus Preding. Dieser Verbindung entstammen zwei weitere Kinder: Vitus (* April 1792) und Franz von Paola (* März 1792). Wenige Monate später starb Veit Königer am 2. Dezember 1792 im Alter von 63 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls, dem wahrscheinlich eine längere Krankheit vorangegangen war. Seine Grabstätte fand der Bildhauer am Ortsfriedhof St. Peter in Graz.

Königer galt als Kinderfreund und Mann des Volkes. Er übernahm zwischen 1755 und 1775 nicht weniger als 35 Taufpatenschaften: ein Kind von Jakob Philipp Straub, sechs Kinder des Malers Johann Baptist Raunacher, Kinder von anderen Kollegen und diversen Handwerkern und Dienstpersonal. Anlässlich seines 200. Todestages war am 27. November 1992 der Erstausgabetag einer 5-Schilling-Sondermarke.

Stil und Arbeitsumfeld

Da der Rokoko-Stil gerade modern war, war seine Werkstätte gut ausgelastet. Bis zu neun Gehilfen unterstützten ihn bei seiner Arbeit. Arbeiten aus seiner Werkstätten finden sich in zahlreichen Kirchen und Kapellen in der gesamten Steiermark und darüber hinaus.

Werke

Altäre

Er schuf einige bedeutende Hochaltäre in der Steiermark wie:

Kanzeln

Skulpturen

Literatur

  • Eduard Andorfer: Veit Königer und seine Werke. Beiträge zur Kunstgeschichte Steiermarks und Kärntens – Band 1, U. Moser, Graz 1925.
  • Eduard Andorfer: Zwei Entwürfe des Barockbildhauers Veit Königer. in: Pirchegger-Festschrift. Zeitschrift des Historischen Vereins für Steiermark 44. 1955.
  • Siegfried Volgger: Veit Königer 1729-1792. Bildmonographie zum 200. Todesjahr. Selbstverlag, Innichen 1992, ISBN 88-85226-03-5.

Weblinks

 Commons: Veit Königer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien