Vorarlbergbahn

Vorarlbergbahn
Reihe 4024 als S-Bahn bei der Einfahrt in den Bahnhof Dornbirn
Reihe 4024 als S-Bahn bei der Einfahrt in den Bahnhof Dornbirn
Streckennummer (DB): 5420
Streckennummer (ÖBB): 101 05
Streckenlänge: 67,746 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Maximale Neigung: 14 
Minimaler Radius: 321 m
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Zweigleisigkeit: Lindau–Lochau-Hörbranz
Bregenz–Bludenz
Kopfbahnhof – Streckenanfang
0,000 Lindau Hbf
Brücke über Wasserlauf (groß)
Bodenseedamm
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Allgäubahn nach München
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Strecke 5421 von Lindau-Aeschach Abzw (Aeschacher Kurve)
   
1,600 Lindau Langenweg
Bahnhof ohne Personenverkehr
2,600 Lindau-Reutin
   
3,800 Lindau Strandbad
   
5,400 Lindau-Zech (1944: Lindau-Siebertsdorf)
Grenze
5,941 Staatsgrenze D/A
   
5,988 Unterhochsteg (bis 15. Mai 1939)
Bahnhof, Station
6,500 Lochau-Hörbranz
   
7,261 Haggen (bis 6. Oktober 1940)
   
7,700 Langer Stein (bis 15. Februar 1943)
   
9,150 Tannenbach (bis 24. November 1971)
Haltepunkt, Haltestelle
9,700 Bregenz Hafen
Bahnhof, Station
10,405 Bregenz 398 m ü. A.
   
Bregenzerwaldbahn nach Bezau
Haltepunkt, Haltestelle
12,390 Riedenburg
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von Rorschach
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0,000 St. Margrethen
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nach Buchs SG
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A 13
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1,604 Rhein (Staatsgrenze A/CH)
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1,838 Lustenau Markt (bis 12. Juni 2011)
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2,620 Lustenau
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6,483 Anschlussbahn (Awanst)
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6,483 Hard-Fußach
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8,424 Wolfurt-Lauterach West
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9,580
13,202
Wolfurt-Lauterach Nord
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14,196 Lauterach
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Bahnhof ohne Personenverkehr
14,707 Wolfurt-Lauterach Süd
Bahnhof, Station
16,980 Wolfurt
Haltepunkt, Haltestelle
18,620 Schwarzach in Vorarlberg (früher Schwarzach-Wolfurt)
Haltepunkt, Haltestelle
20,248 Haselstauden
Bahnhof, Station
22,233 Dornbirn 431 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
23,320 Dornbirn-Schoren
Haltepunkt, Haltestelle
25,138 Hatlerdorf
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
25,827 Anschlussbahn (Awanst)
Bahnhof, Station
30,121 Hohenems 421 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
32,214 Altach (früher Altach-Bauern)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
32,368 Anschlussbahn (Awanst) Loacker
Bahnhof, Station
34,760 Götzis 426 m ü. A.
Tunnel
Sattelbergtunnel (81 m)
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
38,145 Klaus in Vorarlberg (Awanst ) (1944: Klaus-Koblach)
Haltepunkt, Haltestelle
38,145 Klaus in Vorarlberg Lst
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
38,490 Anschlussbahn (Awanst)
Haltepunkt, Haltestelle
39,998 Sulz-Röthis
Bahnhof, Station
42,518 Rankweil 463 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
44,855 Feldkirch Amberg
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Buchs SG
Bahnhof, Station
46,912 Feldkirch 457 m ü. A.
Tunnel
Schattenburgtunnel neu (909 m)
Bahnhof, Station
51,387 Frastanz 472 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
56,198 Schlins-Beschling (1944: Schlins)
A/D: Überleitstelle, CH: Spurwechsel
56,984 Üst Ludesch 1
Bahnhof, Station
57,739 Nenzing 507 m ü. A.
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
58,849 Anschlussbahn (Awanst) Hydro Aluminium
Bahnhof, Station
63,327 Ludesch (früher Ludesch-Thüringen (1944:Großwalsertal)) 535 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
65,224 Nüziders (ehem. Bf)
Bahnhof, Station
67,746 Bludenz 558 m ü. A.
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Schruns
Strecke – geradeaus
Arlbergbahn nach Innsbruck

47.22006669.6391945Koordinaten: 47° 13′ 12″ N, 9° 38′ 21″ O

Die Vorarlbergbahn (auch Vorarlberger Bahn) bezeichnet eine Bahnstrecke, die durch das österreichische Bundesland Vorarlberg führt. Ihre Streckenführung verläuft ähnlich der Rheintal/Walgau Autobahn von der Staatsgrenze bei Lindau bzw. Hörbranz bis Bludenz, wo sie in die Arlbergbahn übergeht. Die gesamte Strecke befindet sich im Besitz der ÖBB und wird auch von dieser betrieben und befahren.

Als Vorarlbergbahn wird die westliche Fortsetzung der Arlbergbahn (ÖBB-Fahrplannummer AT 401) durch den Walgau und das Vorarlberger Rheintal bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Planungsphase

Bereits im Jahr 1847 erkannte der später als wichtigster Vertreter des Eisenbahnbaus in Vorarlberg bezeichnete Unternehmer Carl Ganahl die Bedeutung einer Bahnlinie in Vorarlberg. Zunächst stellten sich aber viele Probleme diesem Ansinnen entgegen, die größten davon natürlich gegebene. Eine Gebirgsbahn, wie sie zur Überquerung des Arlbergs nötig war, war bislang in Österreich noch nicht gebaut worden und eine Streckenführung ohne Anschluss an die Tiroler Gebiete schien nutzlos. Zudem war Vorarlberg kein eigenständiges Kronland Österreich-Ungarns und verfügte damit auch über keine Repräsentanten in Wien.

Im Jahr 1853 wurde der Verkehr auf der bayrischen Ludwig-Süd-Nord-Bahn bis Lindau und 1857 auf den Schweizer Strecken von Rorschach nach Rheineck und von Rheineck nach Chur eröffnet. Auf österreichischer Seite erfolgte im Jahr 1859 der Anschluss Innsbrucks über Kufstein-Wörgl an das Eisenbahnnetz. Bereits 1856 reichte der nunmehrige Präsident der neu gegründeten Vorarlberger Handels- und Gewerbekammer, Carl Ganahl ein Gesuch um Bewilligung von Vorarbeiten ein. Daraufhin ließ er nur zwei Jahre darauf ein erstes Detailprojekt ausarbeiten, was er aus eigener Tasche bezahlte. Im selben Jahr noch stellte er ein definitives Konzessionsansuchen an das k.u.k. Handelsministerium. Dort wurde das Ansuchen vorläufig zurückgestellt, da zunächst Rücksprache mit den Anrainerstaaten gehalten werden musste. Diese konnten erst 1865 mit der Unterzeichnung von Staatsverträgen erfolgreich abgeschlossen werden.

Zuvor hatte das Handelsministerium im Jahr 1864 ein Eisenbahnbauprogramm vorgelegt, das erstmals auch den Bau einer Strecke von Innsbruck nach Dornbirn vorsah. Im März 1867 konnte ein erstes Konzept von Vorarlberger Seite vorgelegt werden, das auch den Bau eines Tunnels zwischen St. Anton und Langen vorsah. Der Reichsrat behandelte das Ansuchen zwar bereits im Jahr 1867, beschlossen wurde der Bau allerdings erst am 1. Mai 1869.

Umsetzung und Bau

Nachdem sich Carl Ganahl unter zwei weiteren Mitbewerbern um den Bahnbau durchsetzen konnte, begannen die Bauarbeiten für den Bau der ersten Bahnlinie Vorarlbergs im Oktober des Jahres 1870. Der Großteil der Bauarbeiten wurde im Jahr 1871 durchgeführt, wobei immer nur Teilabschnitte gebaut werden konnten und teilweise aufgrund von Einwänden erhebliche Zeitverluste in Kauf genommen werden mussten. Die neu geschaffene Aktiengesellschaft der k. k. priv. Vorarlberger Bahn mit Sitz in Wien erhielt ihre Firmen-Konzession vom Innenministerium am 5. Mai 1871, am 9. Juni wurden die Statuten genehmigt, am 3. Juli erfolgte der Konstitutionsakt und am 8. Juli wurde sie ins Handelsregister eingetragen.[1] Sie konnte über ein praktisch unbegrenztes Kapital verfügen, da deren Aktien zwanzigfach überzeichnet worden waren.

Der erste Festzug befuhr die Strecke Bludenz-Lochau am 30. Juni 1872 mit einer Dampflokomotive, die auf den Namen „Bregenz“ getauft worden war. Schließlich konnte die Bahnstrecke am 1. Juli 1872 dem öffentlichen Verkehr übergeben werden. Erst im Jahr 1884 wurde die Bahnlinie aber durch den Bau des Arlbergtunnels an das restliche österreichische Bahnnetz angeschlossen. Zuvor waren bereits am 14. Oktober 1872 die Verbindungsstrecken nach Buchs und Lindau eröffnet worden sowie die Verbindung nach St. Margrethen am 23. November desselben Jahres. Ein erster durchgehender Schnellzug befuhr die Strecke ab dem 1. November 1873 auf dem Weg von Zürich nach München. Mit dem Anschluss der Vorarlbergbahn an das restliche öffentliche österreichische Eisenbahnnetz endete zugleich ihre Ära der Selbstständigkeit, sie wurde Besitz des Staates.

Die Bahnlinie wurde erst 1954 vollständig elektrifiziert. Der zweigleisige Ausbau der Teilstrecke von Bludenz nach Feldkirch erfolgte 1991, der der Strecke von Feldkirch nach Bregenz im Jahr 1995. Die Teilstrecke von Lochau/Hörbranz nach Bregenz-Hafen ist weiterhin nur eingleisig.

Ausbau und Technik

Die Hauptstrecke der Bahnlinie ist mit Ausnahme des Abschnitts BregenzLochau zweigleisig ausgebaut und vollständig elektrifiziert, wobei das Teilstück von der Staatsgrenze bis zum Lindauer Hauptbahnhof insofern eine Besonderheit darstellt, als dass die elektrischen Oberleitungen von der ÖBB-Werkstätte in Bludenz aufgrund deutscher Vorschriften erstellt wurden. Da in Deutschland kein Anschluss an das deutsche Bahnstromnetz besteht, wird dieses Teilstück von Österreich aus mit Strom versorgt. Aus diesem Grund (und weil der Lindauer Bahnhof ein Kopfbahnhof ist) müssen in Lindau bei fast allen internationalen Zügen die Lokomotiven von SBB- bzw. ÖBB- (elektrisch) auf DB-Lokomotiven (Diesel) gewechselt werden.

Verbindungslinie Feldkirch–Buchs SG

Eisenbahnbrücke Fürstentum Liechtenstein – Schweiz über den Rhein

Nach dem Bahnhof Feldkirch in Fahrtrichtung Bregenz zweigt eine eingleisige, elektrifizierte, 18,5 km lange Strecke nach Buchs ab. Auch diese Strecke stellt insofern eine Besonderheit dar, als dass die Strecke auf Liechtensteiner Gebiet vollständig von den ÖBB betrieben und erhalten wird.

In Buchs erfolgt die Anbindung an die Strecke St. Gallen–St. Margrethen–SargansChur der SBB. Zusammen mit dem Teil der Hauptstrecke von Bludenz nach Feldkirch ist diese Verbindungslinie also ein wichtiger Teil der Ost-West-EuroCity-Verbindungen von Wien nach Zürich. Diese müssen allerdings in Buchs die Fahrtrichtung wechseln und es erfolgt gleichzeitig ein Lokwechsel von ÖBB- auf SBB-Lokomotiven bzw. umgekehrt.

Abzweigung Lauterach–St. Margrethen

Im Bereich der Haltestelle Lauterach (früher Bahnhof) wurde ein Gleisdreieck für die Verbindung zur Schweiz erstellt. Während die Abzweigung aus Richtung Feldkirch in die Schweiz nur von Güterzügen in die Schweiz bzw. bis zum Erdöllager der OMV bei Lustenau verwendet werden, wird die Abzweigung aus Richtung Bregenz überwiegend von Personenzügen verwendet und ist Teil der Hauptverkehrsachse MünchenZürich.

In St. Margrethen erfolgt die Anbindung an die Strecke St. Gallen–St. Margrethen–Sargans–Chur der SBB, wobei in Fahrtrichtung St. Gallen kein Richtungswechsel des Zuges erforderlich ist und die meisten internationalen Züge zwischen Deutschland und der Schweiz mit SBB-Lokomotiven gezogen werden, die über spezielle Stromabnehmer für die ÖBB- und DB-Strecken verfügen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Firma-Protokollirungen, Amtsblatt zur Wiener Zeitung, Nr. 178, 20. Juli 1871, S. 92