Waggis

Waggis (2005)

Der klassische Waggis ist eine traditionelle Verkleidung mit imposanter Larve der Basler Fasnacht, die einen Elsässer Tagelöhner in der Arbeitstracht des Elsässer Gemüsebauern darstellen soll: blaues Hemd, weisse Hosen, rotes Foulard (Halstuch), weisser überdimensionierter Hemdkragen, (zu) grosse «Zoggeli» (Holzschuhe) und manchmal eine Zipfelmütze (die übergezogen wird wenn die Larve nicht getragen wird). Die Larve (Maske) trägt in der klassischen Version einen blonden Schopf aus gelbem Bast. Traditionelle Accessoires sind die Rosette (Kokarde) in den Farben der französischen Trikolore (blau-weiss-rot) sowie ein Einkaufsnetz mit Gemüse, allenfalls auch ein gewaltiger Beinknochen oder vergleichbarer Knüppel aus Holz. Ursprünglich war es der «Munifisel», ein aufgeschnittener getrockneter und verdrillter Bullenharnleiter, der zum Treiben des Viehs verwendet wurde. Die traditionell rot gehaltene Nase verweist auf den übermässigen Weinkonsum der Persiflierten hin. Aus der ursprünglich nur zur Hervorhebung leicht vergrösserten Nase ist in der Zwischenzeit ein monströses Gebilde geworden, wie auch die Larve an sich über die Zeit immer grösser wurde. Der Waggis ist ein grober Habitus und wird als solche eher von Wagencliquen und von Einzellarven getragen. Auch für Kinder wird der «Waggis» gerne als Maskierung gewählt. Für Trommler und Pfeifer ist die Waggislarve dagegen unüblich.

Der Waggis gibt sich als Lausbube der gerne Schabernack treibt dabei allerdings nicht als Clown verstanden werden will. Sein wichtigstes Werkzeug ist seine Stimme mit der er «intrigiert», das heisst lauthals spottet, provoziert und Witze reisst. Der Waggis ist dank des Verteilens kleiner Gaben (früher Obst und Gemüse, heute oft Süssigkeiten) beliebt und durch das Hineinstopfen von Räppli (Konfetti) unter die Kleider der Zuschauer aber auch gefürchtet.

Etymologie

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Waggis (niederalemannisch: Wackes) war ursprünglich ein im Raum Basel geläufiger und meist abwertend verwendeter umgangssprachlicher Begriff für die Bewohner des Elsasses. Heute wird der Begriff von Baslern in dieser Bedeutung noch scherzhaft gebraucht.

Es gibt verschiedene Theorien woher das Wort Waggis stammt, wobei sich bis heute keine endgültig durchgesetzt hat. Zum einen könnte das Wort aus dem Lateinischen Vagus abgeleitet sein. Das Wort Vagus (→ Vagusnerv) ist von vagari (umherschweifen) abgeleitet. Ein Waggis wäre demnach ein Vagabund.

Eine weitere Theorie findet die Ableitung im Wort Wasgau, welches denselben Wortursprung wie die Vogesen hat. Somit wäre ein Waggis ein Bewohner der Vogesen.[1]

Möglicherweise stammt das Wort Waggis aber einfach vom Wort Wagen ab, mit dem die Waggis jeweils unterwegs waren und die auch heute noch wichtiger Bestandteil des «Cortège» (→ Basler Fasnacht) sind.[2]

Einzelnachweise

  1. Franz August Stocker: Vom Jura zum Schwarzwald: Geschichte, Sage, Land und Leute: Band 6 S. 75f. Verlag C. H. Beck, München, 2010. ISBN 978-1-142-63911-2. (Ersterscheinung 1889)
  2. Ein Elsässer ist kein Waggis! auf jplienhard.ch:

Weblinks

 Commons: Waggis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien