Werwolf (österreichische Band)

Werwolf
Werwolf Austria.jpg
Allgemeine Informationen
Genre(s) Black Metal
Gründung 1992
Auflösung unbekannt
Gründungsmitglieder
Michael Piesch („Hagen“)
Harold Jehova
Bass, Gitarre
Wolf
Trifixion of the Horned King

Werwolf war eine österreichische Black-Metal-Band, die ein nietzscheanisches Konzept verfolgte und Anfang der 1990er durch militante Aussagen provozierte.

Bandgeschichte

Die Band Werwolf stammte aus dem Umfeld des „Austrian Black Metal Syndicate“, eines losen Verbunds österreichischer Black-Metal-Musiker um Pervertum, Pazuzu und Golden Dawn. Schlagzeuger der Gruppe war Trifixion of the Horned King, der früher auch bei der verfeindeten Band Summoning engagiert war. Der Sänger der Band war Michael Piesch, der Chef von Lethal Records, der sich für das Album den Namen „Hagen“ gab.[1] Das erste Lebenszeichen der Band erschien 1995 auf einem Labelsampler von Nuclear Blast, ein Rohmix des Liedes War Is King and Father of All.[2] 1996 folgte das Debütalbum Zeitenwende – Only the Strong Survive auf dem Label Lethal Records. Musikalisch beinhaltete das Album typischen schnell gespielten Black Metal, allerdings angereichert um diverse Samples, unter anderem aus Lili Marleen und Faust.[3]

Die Band provozierte durch ein sozialdarwinistisches Konzept, das sich auf die Schriften von Friedrich Nietzsche beruft, dessen Werke aus dem Zusammenhang gerissen im Beiheft der CD zitiert wurden. Passend dazu entwickelte die Band zudem ein kriegerisches Konzept, so ließ sich Hagen im Beiheft mit einer Flinte und Corpsepaint ablichten, andere Mitglieder der Band posieren mit Machete und Armeehosen. Zudem enthält das Album Samples aus NS-Propagandafilmen Ewiger Wald und Opfer der Vergangenheit,[3] wobei die Band aber rechtsextreme Einflüsse verneinte. In einem Interview mit dem Magazin Ablaze griff Sänger Hagen die österreichische Black-Metal-Szene um Abigor und Summoning scharf an. Er bezeichnete Silenius von Summoning als „Märchenfee“ (wegen der Vorliebe der Band für Der Herr der Ringe) und gab ihm den Tipp, ihm „nicht in die Quere zu kommen“.[4] Das Interview sorgte für einige Kontroversen. Das Label Lethal Records, das damals auch die NSBM-Band Graveland unter Vertrag hatte, meldete Konkurs an. Die Band löste sich kurz daraufhin ebenfalls auf.

Diskografie

  • 1996: Zeitenwende – Only the Strong Will Survive (Lethal Records)

Einzelnachweise

  1. Interview mit Cadaverous Condition. Rusmetal.ru, abgerufen am 8. Dezember 2012.
  2. Nuclear Blast - Soundcheck Series Volume 03. Musik-Sammler.de, abgerufen am 8. Dezember 2012.
  3. a b  Matthias Herr: The Black Metal Bible. Eigenverlag, Berlin 1998, S. 568–569.
  4. Das wahre Grauen. Interview mit Sänger Hagen. Ablaze, Nr. 8, Januar/Februar 1996.