Winfried Haunerland

Winfried Haunerland (* 29. März 1956 in Essen) ist ein deutscher römisch-katholischer Priester, Theologe, Professor für Liturgiewissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Direktor des Georgianums.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Nach dem Abitur am Burggymnasium Essen studierte Haunerland von 1975 bis 1980 Katholische Theologie an den Universitäten Bochum, Tübingen und München. 1982 empfing er die Priesterweihe und arbeitete anschließend als Kaplan in Wattenscheid und als Lehrer an der dortigen Märkischen Schule. Ab 1985 setzte er seine Studien in München fort und wurde mit einer Arbeit zum Missale Romanum promoviert. Es folgten Tätigkeiten in der Priesterausbildung in Essen und Bochum. Auch nach seiner Habilitation an der Universität München mit einer Schrift zur Primiz arbeitete Haunerland weiter im Bereich der Priesterbildung. 1996 erhielt er einen Ruf auf die Professur für Liturgiewissenschaft und Sakramententheologie an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität in Linz. 2001 folgte er einem Ruf auf die Professur für Liturgiewissenschaft an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Seit diesem Jahr ist er auch Berater der Deutschen Bischofskonferenz in Fragen der Liturgie.

Seit 2005 hat Haunerland den Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München inne, leitet das Georgianum und berät das Erzbistum München und Freising als Mitglied der Diözesankommission für Liturgie und Kirchenmusik.

Haunerland ist Mitglied des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem

Positionen zur Liturgie

Winfried Haunerland verteidigt die im Anschluss an das Zweite Vatikanische Konzil erneuerte Messfeier in der 1970 reformierten Form gegen ihre Kritiker. Die neue Form der Liturgie sei positiv zu bewerten, da sie zu einer viel größeren Gemeinschaftsbildung geführt habe; die Liturgie sei im Verlauf der Kirchengeschichte immer wieder verändert worden, wobei auch der Geist der jeweiligen Zeit eine Rolle gespielt habe.[1] Dennoch sei die Liturgie nicht etwas Beliebiges, frei Abzuänderndes, sondern immer eine Sache der Kirche.[2] Papst Benedikts Motu proprio Summorum Pontificum, mit dem die vorkonziliare Form der Messe wieder zugelassen wurde, hält Haunerland für eine innovative Lösung, da jetzt zwei Stufen des römischen Ritus durchführbar seien. Allerdings warnt er davor, das Schreiben des Papstes dahingehend misszuverstehen, dass es dem Pfarrer nun frei stehe, mit dem alten Ritus auf seine Gemeinde missionarisch einzuwirken; vielmehr sei die außerordentliche Form nur auf ausdrücklichen Wunsch und für abgegrenzte Gruppen zu wählen.[3]

Schriften (Auswahl)

  • Die Primiz. Studien zu ihrer Feier in der lateinischen Kirche Europas. Pustet, Regensburg 1997, ISBN 3-7917-1559-3.
  • als Herausgeber, zusammen mit Otto Mittermeier, Monika Selle, Wolfgang Steck: Manifestatio Ecclesiae. Studien zu Pontifikale und bischöflicher Liturgie. Pustet, Regensburg 2004, ISBN 3-7917-1885-1.
  • als Herausgeber, zusammen mit Alexander Saberschinsky, Hans G. Wirtz: Liturgie und Spiritualität. Deutsches Liturgisches Institut, Trier 2004, ISBN 3-937796-01-0.
  • als Herausgeber: Mehr als Brot und Wein. Theologische Kontexte der Eucharistie. Echter, Würzburg 2005, ISBN 3-429-02699-7.
  • als Herausgeber, zusammen mit Eduard Nagel: Den Glauben weitergeben. Werkbuch zur Kindertaufe. Deutsches Liturgisches Institut, Trier 2008, ISBN 978-3-937796-06-2.
  • als Herausgeber, zusammen mit Jürgen Bärsch: Liturgiereform vor Ort. Zur Rezeption des Zweiten Vatikanischen Konzils in Bistum und Pfarrei. Pustet, Regensburg 2010, ISBN 978-3-7917-2250-4.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Zurück zur lateinischen Messe?. merkur-online vom 28. Juni 2007, abgerufen am 1. März 2010
  2. Anja Kordik: Was Papst Paul VI. persönlich wichtig war. In: Die Tagespost vom 1. Juli 2004
  3. Haunerland, Versöhnung statt Mission. Radio Vatikan, 8. Juli 2007, abgerufen am 1. März 2010