Zugspitz-Extremberglauf

Der Zugspitz-Extremberglauf ist ein Berglauf, der seit dem Jahre 2000 im Bereich der Zugspitze stattfindet und mit 2235 Höhenmetern, die auf 17,94 km bewältigt werden müssen, zu den anspruchsvollsten Läufen in den Alpen zählt.

Inhaltsverzeichnis

Der Lauf

Veranstalter des Berglaufs ist die getgoing GmbH. 2000 und 2001 wurde er als Zugspitz-Halbmarathon ausgetragen, wobei im zweiten Jahr eine kürzere Ausweichstrecke gelaufen wurde; 2002 fiel er aus. Bis 2004 verlief die Strecke vom Olympia-Skistadion in Garmisch-Partenkirchen durch das Reintal mit Ziel am Zugspitzplatt. 2005 wurde der Start nach Ehrwald verlegt und das Ziel an die Gipfelstation der Tiroler Zugspitzbahn.

Die Strecke führt zunächst auf einer Fahrstraße zur Ehrwalder Alm und zur Hochfeldernalm, dann auf Wanderwegen über das Gatterl, wo man die österreichisch-deutsche Grenze überquert, zur Knorrhütte und schließlich zum Berggasthof Sonnalpin am Zugspitzplatt. Läufer, die hier aussteigen, kommen in eine eigene Wertung. Auf dem letzten Teilstück bis zum Gipfel sind auf 1,3 km knapp 400 Höhenmeter zu erklimmen.

2007 musste der Lauf aus Sicherheitsgründen am Sonnalpin beendet werden, was von einer Reihe von Teilnehmern mit Unverständnis quittiert worden war.[1][2][3]

2008 geriet der Lauf in die Schlagzeilen, als bei Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts zwei Läufer kurz vor dem Ziel starben und sechs weitere zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden mussten.[1][4] Insgesamt waren bei der Rettungsaktion 80 Helfer der Bergwacht, des Bayerischen Roten Kreuzes und der alpinen Einsatzgruppe der Polizei Bayern im Einsatz.[3][5] Die Obduktion stellte als Todesursache für einen der Läufer Unterkühlung fest, während beim anderen nicht eindeutig festgestellt werden konnte, ob er an Unterkühlung oder einem Herz-Kreislauf-Kollaps gestorben sei.[2] Die Staatsanwaltschaft München II leitete daraufhin ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung gegen den Veranstalter Peter Krinninger ein[6] und beantragte im November 2008 beim Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen einen Strafbefehl, in dem eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen gefordert wurde.[7] Im Juli 2009 folgte das Amtsgericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft, Krinninger legte jedoch Einspruch ein, so dass der Fall im November vor dem Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen verhandelt wurde.[8][9] Am 1. Dezember 2009 erging das Urteil. Peter Krinninger wurde freigesprochen. In seiner Begründung verwies das Gericht darauf, dass sich jene Läufer, die die Warnungen des Veranstalters missachtet hatten, „eigenverantwortlich selbst gefährdet“ hätten.[10][11]

2009 fielen am Tag und in der Nacht vor dem Rennen 60 cm Neuschnee auf dem Gipfel der Zugspitze und 30 cm am Sonnalpin, so dass aus Sicherheitsgründen eine Ersatzstrecke auf die 1714 Meter hoch gelegene Grubigalm oberhalb von Lermoos gelaufen wurde.[12][13][14]

Statistik

Siegerliste

Start in Ehrwald

Datum Männer Zeit Frauen Zeit
11. Juli 2010 Michael Barz 2:06:39,2 Kerstin Straub 2:43:08,4
19. Juli 2009 Uli Dammenmüller 0:56:21,9[15] Madeleine Lorenz 1:12:31,4[15]
13. Juli 2008 Martin Echtler -4- 2:07:01,4 Pavla Havlová (CZE) 2:41:54,3
22. Juli 2007 Martin Echtler -3- 1:43:28[16] Ellen Clemens -3- 2:09:37[16]
23. Juli 2006 Martin Echtler -2- 2:07:00 Ellen Clemens(-Schöner) -2- 2:29:53
24. Juli 2005 Martin Cox (GBR) 2:03,02,1 Petra Summer (AUT) 2:28:48,8

Start in Partenkirchen

Datum Männer Zeit Frauen Zeit
17. Juli 2004 Martin Echtler 2:20:56,5 Christa Baumann-Vogl 3:03:53,0
19. Juli 2003 Mohamad Ahansal (MAR) 2:16:17,5 Isabella Bernhard 2:33:22,5
16. Sep. 2001 Dirk Debertin 1:28:15,9[16] Gabi Reindl 1:46:38,8[16]
30. Sep. 2000 Eckhard Wagner 2:06 Ellen Schöner 2:35

Entwicklung der Finisherzahlen

Jahr Gesamt davon Frauen kürzere Strecke davon Frauen
2010 543 56 57 7
2009 437 43 --- ---
2008 183 10 329 62
2007 738 92 --- ---
2006 567 69 31 15
2005 708 81 34 16
2004 568 73 --- ---
2003 536 61 --- ---
2001 366 40 --- ---
2000 441 50 --- ---

Weblinks

Fußnoten

  1. a b Süddeutsche Zeitung: Zwei Tote bei Extrem-Berglauf – Staatsanwaltschaft untersucht Zugspitz-Drama. 14. Juli 2008
  2. a b Süddeutsche Zeitung: Obduktion nach Zugspitz-Unglück – Erfroren am Berg. 15. Juli 2008
  3. a b Bayerischer Rundfunk: Zugspitz-Drama: Tod durch Unterkühlung. Stand: 15. Juli 2008
  4. Stern: Drama auf der Zugspitze: Schuldsuche nach dem Todeslauf. 14. Juli 2008 (mit Video, 1:56 min)
  5. Der Tagesspiegel: Tod auf der Zugspitze. 15. Juli 2008
  6. Focus: Zugspitzlauf: Gegen die Veranstalter wird ermittelt. 18. Juli 2008
  7. Süddeutsche Zeitung: Nach tödlichem Zugspitzlauf – Strafbefehl gegen Veranstalter beantragt. 14. November 2008
  8. Süddeutsche Zeitung: Zugspitzlauf – Fahrlässige Tötung am Berg. 18. Juli 2009
  9. Süddeutsche Zeitung: Interview mit Peter Krinninger – „Ich bin nicht schuld“. 18. Juli 2009
  10. Münchner Merkur: Veranstalter des Zugspitzlaufes freigesprochen. 1. Dezember 2009
  11. Abendzeitung: Freispruch für Zugspitzlauf-Veranstalter. 1. Dezember 2009
  12. Süddeutsche Zeitung: Zugspitzlauf – Der Sieg der Vernunft. 19. Juli 2009
  13. Abendzeitung: Hügellauf statt Gipfelsturm. 19. Juli 2009
  14. Bayerischer Rundfunk: Verkürzter Zugspitzlauf: Ohne Zwischenfälle auf der Ausweichroute . 19. Juli 2009
  15. a b Kürzere Alternativstrecke
  16. a b c d Verkürzte Strecke