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(Ingeborg-)Bachmann-Preis#

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Ingeborg-Bachmann-Preis 2007
31. Tage der deutschsprachigen Literatur / Ingeborg-Bachmann-Preis 27. Juni - 1. Juli 2007.
Foto: TDDL. Aus: Wikicommons unter CC
Ingeborg Bachmann
Ingeborg Bachmann.
Foto © Ch. Brandstätter Verlag, Wien, für AEIOU

Er gilt als eine der wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Mitte der 70er entstand die Idee durch den Journalisten und Buchautor Humbert Fink und den Intendanten des ORF-Landesstudios in Kärnten, Ernst Willner, einen Literaturwettbewerb nach dem Vorbild der Gruppe 47 zu veranstalten. Unter anderem konnte dafür Marcel Reich-Ranicki als Mitglied der Jury gewonnen werden. Daraus entstanden die Tage der deutschsprachigen Literatur, die seit 1977 alljährlich im Frühsommer in Klagenfurt stattfinden. Gestiftet wurde der Hauptpreis des Wettbewerbs im Gedenken an Ingeborg Bachmann, eine der bedeutendsten österreichischen Schriftstellerinnen, die ihre Karriere besonders der Gruppe 47 verdankt.

Ausgewählte Bewerber treten in einer dreitägigen Lese-Veranstaltung gegeneinander an und lesen unveröffentlichte Prosatexte vor. Kriterium ist, dass die Originaltexte auf deutsch verfasst sind. Die Fach-Jury soll so von der Qualität des literarischen Werks überzeugt werden. Auf diese Weise werden im Rahmen der Veranstaltung Tage der deutschsprachigen Literatur die Preisträger ermittelt.

Im Jahr 2008 wurde die Jury von neun auf sieben Mitglieder verkleinert und das Teilnehmerfeld von achtzehn auf vierzehn Autoren reduziert. Der Ingeborg-Bachmann-Preis wurde mit 22.500 Euro dotiert und seit 2006 auf 25.000 Euro angehoben. Insgesamt werden Preisgelder von 56.500 Euro vergeben.

Neben dem Bachmann-Preis sind im Laufe der Jahre folgende Auszeichnungen dazugekommen:

  • der Kelag-Preis, der den Preis des Landes Kärnten ersetzte, weil Jörg Haider die Finanzierung des Preises wegen der Kritik an seiner Kulturpolitik verweigerte (2000–2005 „Preis der Jury“, 2006–2008 „Telekom-Austria-Preis“, dotiert mit 10.000 Euro)
  • der 3sat-Preis (von 3sat gestiftetes Stipendium, 7.500 Euro)
  • der Ernst-Willner-Preis (von zahlreichen deutschsprachigen Verlagen gestiftet, 7.000 Euro)
  • der Publikumspreis (seit 2002 verliehen, bis 2008 „Kelag-Publikumspreis“, ab 2008 6.000 Euro)

2011 ging der Bachmann-Preis zum ersten Mal an eine Österreicherin. Preisträgerin ist die 1961 in Bad Eisenkappel geborene Dichterin Maja Haderlap. Damit geht der Preis nun zum zweiten Mal in die Heimat der Namensgeberin. Der Kärntner Gert Jonke war 1977 der erste Bachmann-Preisträger.

Preisträger:

G. F. Jonke (1977), U. Plenzdorf (1978), G. Hofmann (1979), S. Nadolny (1980), U. Jaeggi (1981), J. Amann (1982), Friederike Roth (1983), Erica Pedretti (1984), H. Burger (1985), Katja Lange-Müller (1986), U. Saeger (1987), Angela Krauss (1988), W. Hilbig (1989), Birgit Vanderbeke (1990), Emine Sevgi Özdamar (1991), Alissa Walser (1992), K. Drawert (1993), R. Hänny (1994), Franzobel (1995), J. P. Bremer (1996), Norbert Niemann (* 1961; 1997), Sibylle Lewitscharoff (1998), Terézia Mora (* 1971; 1999), G. Klein (2000), M. Lentz (2001), P. Glaser (2002), Inka Parei (* 1967; 2003), U. Tellkamp (2004), T. Lang (* 1967; 2005), Kathrin Passig (* 1970; 2006), L. Seiler (* 1963; 2007), T. Rammstedt (* 1975; 2008), J. Petersen (* 1976; 2009), P. Wawerzinek (* 1954; 2010), Maja Haderlap (* 1961; 2011), Olga Martynova (* 1962; 2012)

Quellen#


Redaktion: K. Ziegler