Lothar, Ernst #

(eigentlich E. L. Müller)


* 25. 10. 1890, Brno/Brünn (Mähren)

† 30. 10. 1974, Wien


Theaterkritiker, Regisseur und Schriftsteller


Lothar studierte in Wien Germanistik und Jus, war 1917-1924 im Staatsdienst tätig und danach Theater- und Literaturkritiker bei der "Neuen Freien Presse". 1933-1935 wirkte er erfolgreich als Gastregisseur am Burgtheater, 1935-1938 führte er nach Max Reinhardt die Direktion des Theaters in der Josefstadt. Er floh vor den Nazis über die Schweiz in die USA. Im New Yorker Exil gründete er das "Austrian Theatre" und lehrte am Colorado College Theaterwissenschaft und Vergleichende Literatur. Nach seiner Rückkehr wirkte er bis 1962 als Regisseur am Burgtheater. Er nahm sich v. a. der Stücke österreichischer Autoren an (Schnitzler, Hofmannsthal), die er vortrefflich inszenierte. Überhaupt erwarb sich Lothar große Verdienste um den Wiederaufbau des österreichischen Theaters nach 1945. Als Schriftsteller wurde er v. a. als Romancier bekannt. Sein großangelegter Roman "Der Engel mit der Posaune", der am Beispiel einer Familiengeschichte Österreichs Schicksal von Sarajewo bis Hitler beschreibt, fand breiten Zuspruch. Lothar war mit der Schauspielerin Adrienne Gessner verheiratet.

Werke#

  • "Heldenplatz" (1945)
  • "Das Wunder des Überlebens. Erinnerungen und Ergebnisse" (1961)
  • "Ausgewählte Werke" (6 Bde., 1961-1968)
  • "Macht und Ohnmacht des Theaters" (1968)



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992